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Was für „Schwiegersöhne“ gibt es in Deutschland?

5 Dez

Wegen der Entfernung und Sprache zieht Europa nur wenige Flüchtlinge aus der VR China an.  Dennoch ist zu lesen, „Sieht man von Ausnahmen ab, ist bei den in Deutschland lebenden Chinesen davon auszugehen, dass ein großer Teil als Asylbewerber, der andere Teil als Arbeitsmigranten ins Land kam“.

Seit der Machtergreifung der Kommunistischen Partei Chinas nimmt die Zahl der Asylanten aus Festlandchina, Tibet, Ostturkistan und der Inneren Mongolei weltweit ununterbrochen zu. 2000 ist ein 14jähriger Tibeter, als Reinkarnation des im Exil gestorbenen Karmapa  anerkannt (Hauptfigur des deutschen Dokumentarfilms „Living Buddha“) ,  über Schneeberge nach Indien geflohen. Der 89jährige Sun Shucai, ein chinesischer Intellektueller,  ist 2012 als Asylant von den USA  aufgenommen worden.

2003 stand  die VR China mit 21.259 Antragstellern an vierter Stelle unter den Herkunftsländern der Asylsuchenden in Europa. Zwischen 2004 und 2007 nahmen jährlich etwa 1.000 Menschen aus der VR China die deutsche Staatsbürgerschaft an. Zu diesen 4.000 Chinesen gehöre ich. Ich war keine Asylsuchende, aber dank unzähligen Exilanten aus den kommunistischen Ländern habe ich erkannt, dass die  KP Chinas auch eine Terrororganisation ist, die Menschen mit dem Staatsapparat betrügt, ermordet und unterdrückt.

Während Menschen wegen der KP-Diktatur aus ihrer Heimat fliehen, gibt es westliche Maoisten, die sich freiwillig auf die KP-Gehirnwäsche einlassen und darauf ihre Karriere als „Chinaexperten“  aufbauen.

Diese  fragwürdigen „Chinaexperten“ werden auch von der KP Chinas und ihren Medien anerkannt. Beispielsweise hat der KP-Sonderreporter des nationalistischen Propagandablattes „Global Times“ in Berlin, der seine Gesinnungsgenossen beim Kampf gegen die Deutsche Welle unterstützt, im Februar 2009 unter der Überschrift „Deutsche Experten sprechen sich als Schwiegersöhne für China aus“  sieben Deutsche bekannt gemacht.

In dem genannten Propaganda-Bericht stand, „Seit Jahren,  mit der wachsenden Stärke der Staatsmacht von China, ist der Westen China gegenüber auch immer kritischer geworden. Aber in Deutschland gibt es viele Chinaexperten, die immer wieder auftreten,  ‚um für China zu sprechen‘. Unter ihnen sind nicht Wenige auch ‚Schwiegersöhne von China'“.  Sieben davon hat der KP-Sonderreporter der Reihe nach gelobt. Ein Foto von Thomas Heberer und seiner zweiten Frau aus Peking illustrierte sein Lob.

Der Bonner Sinologieprofessor  Wolfgang Kubin (1945-)

Dem Bericht zufolge sollte Nummer 1, Wolfgang Kubin, gesagt haben,  „Meine chinesische Frau sagt mir immer, was ich tun soll. Daran nehme ich keinen Anstoß, im Gegenteil, das ist gerade, was ich mir wünsche.“ 1974 begab sich Kubin in die „Kulturrevolution“ der KP Chinas und lernte in Peking das Rotchinesisch (Neusprech à la George Orwell). Dort begegnete Kubin 1981 einem KP-Mitglied,  für das er sich scheiden ließ. (Rotchinesinnen sind dafür bekannt, anderen Frauen ihre Ehemänner auszuspannen. Die jetzige Frau von Rupert Murdoch hat dies sogar zweimal gemacht.)

Es ist nicht festzustellen, dass die öffentlichen Äußerungen von Kubin auf seine Frau zurückzuführen sind, aber es steht fest, dass Kubin kein realistisches Bild von China wiedergibt. In einem WDR-Interview vom 15. Oktober 2009 behauptete Kubin, “Man kommt also heute nicht mehr ins Gefängnis dafür, dass man schreibt, das war zur Zeit der Kulturrevolution so, man kommt auch nicht mehr ins Gefängnis für das, worüber man schreibt. Man kann schreiben, was man will, man kann auch sagen, was man will …”  Dabei war es Kubin, der mich 1989 mit dem Vergleich beeindruckte, „Was den Nazis die Juden waren, sind der Kommunistischen Partei Chinas die Intellektuellen.“(„die horen“ Band156)   Das klang damals für mich unglaublich, mittlerweile muss ich bestätigen, dass es der Realität in China unter der KP-Diktatur entspricht. Menschen in der VR China, die nach Wahrheit und Gerechtigkeit streben, werden seit 1949 von der KP verfolgt und kommen in der Verfolgung um, wenn sie nicht fliehen, wie Zhang Jianhong (1958-2010).

Leider kann ich  Kubin weder in den deutschen noch in den rotchinesischen Medien widersprechen. Aber dank Internet habe ich derartige Äußerungen von  Kubin auf Chinesisch dokumentiert und kommentiert. Ein Bruchteil davon ist auf Deutsch zu lesen unter: https://konfuziusinstituteundliuxiaobo.wordpress.com/2012/11/25/xu-pei-hauptakteur-der-konfuzius-institute-wolfgang-kubin-im-vergleich-zu-bei-ling/

Der Duisburger Politologieprofessor  Thomas Heberer (1947-)

An der zweiten Stelle wurde Thomas Heberer gelobt. Heberer arbeitete  vierundeinhalb Jahre lang (1977-1981)  in Peking für die Propaganda der KP Chinas.  10 Jahre später wurde Heberer Professor für Wirtschaftssinologie in Deutschland. Als  „Chinaexperte“  hat Heberer in der Öffentlichkeit die Verfolgung von Falun Gong, die Unterdrückung der Tibeter  und andere systemimmanente Verbrechen der KP Chinas gerechtfertigt.

Die deutschen Falun Gong-Praktizierenden mussten sich gegen seine Verleumdung wehren. Richtigstellung zu Thomas Heberers Artikel „Falun Gong – Religion, Sekte oder Kult“

http://www.falunhr.org/newsletter/Richtigstellung%20zu%20Thomas%20Heberers%20Artikel.pdf

Nach der blutigen Niederschlagung des tibetischen Aufstandes im Jahr 2008 veröffentlichte Thomas Heberer Beiträge wie: „‚Hysterisches Verhalten des Westens. Die Verteufelung Chinas‘. 14 Thesen zur Bewertung der Tibetfrage, von Olympia, China und der Lage Chinas“. All diese Beiträge sollten dazu dienen zu vertuschen, dass die KP-Diktatur die Wurzel allen Übels darstellt.

Seine Thesen wurden sofort in den rotchinesischen Medien verbreitet. Eine mehrsprachige Propagandazeitschrift der KP Chinas bedankte sich bei  Heberer mit dem Bericht „Die Beijing Rundschau und ich“ . http://german.beijingreview.com.cn/50Jahre/txt/2008-04/09/content_109310.htm

Heberer trug auch dazu bei,  das China-Programm der Deutschen Welle zum Propagandasender der KP Chinas zu missbrauchen. Darüber habe ich seit 2008 in Beiträgen wie  „Wie rot ist das China-Programm der DW“ berichtet.

Ein Auslandspropagandazentrum der KP Chinas, das sich „Konfuzius-Institut“ nennt, wurde 2009  an der Universität Duisburg-Essen gegründet. Heberer und ein ehemaliger Mitarbeiter der KP-Botschaft in Deutschland sind ihre Direktoren.

Der China-Korrespondent Johnny Erling (1952-)

Nachdem das China-Programm der Deutschen Welle wegen seiner KP-Propaganda auch in Deutschland kritisiert wurde, initiierte Thomas Heberer einen offenen Brief, um die Tatsache zu verdrehen und chinesische Kritiker zu diskreditieren. Unter seinen 105 Unterstützern habe ich zum ersten Mal den Namen Johnny Erling registriert. Seitdem lerne ich seine China-Berichte kennen.

Bevor Erling zum 13. Jahrestag der Verfolgung der Meditationsbewegung Falun Gong unbegründeten Zweifel an dem systematischen Organraub der KP Chinas verbreitete, konnte ich ihn tolerieren. Denn auch als ausländischer Journalist hat man in Peking unter der KP-Diktatur zu leiden.  http://www.welt.de/politik/ausland/article108832657/Brief-der-China-Korrespondenten-an-Angela-Merkel.html  In seinem Bericht ist immerhin zu lesen, „Mit Ausnahme ihres wirtschaftlichen Laisser-faire-Kurses hat Chinas Staatspartei allem Wandel in der Gesellschaft zum Trotz ihre leninistischen Strukturen behalten“. Sein Bericht „Deutschlands gefährliche Freundschaft mit China“ zeigt auch, dass Erling von der roten Gefahr weiß,  auf die ich seit 2002 wie eine Gebetsmühle  hinweise.

Während Kubin und Heberer   in der VR China und ihren  Medien als „Experten“ aus Deutschland gelten, wird Johnny Erling in den Medien der KP Chinas als „deutscher Journalist“  dargestellt. Erling gehört zu den Deutschen, die während der  kommunistischen Zerstörung der chinesischen Kultur in Peking das Rotchinesisch lernten und dann für die Propaganda der KP Chinas arbeiteten, wie Heberer. Seit 1986 arbeitet Erling als China-Korrespondent für deutschsprachige Zeitungen.

Das China-Programm der Deutschen Welle hat seinen Bericht „Weil Peking einfach grossartig wird“ vom 21. Juli 2008 am gleichen Tag ins Chinesische übersetzt. Dieser Bericht wurde in den rotchinesischen Medien unter der Überschrift „Deutscher Journalist ist erstaunt über die Großartigkeit der Olympischen Spiele in Peking“ verbreitet. http://world.people.com.cn/GB/57506/7597384.html

Erling wird nicht nur vom Propagandasender der KP Chinas „china radio intenational“ dargestellt, sondern wurde im Februar 2011 sogar in einem rotchinesischen Medium als Ratgeber für Jugendliche in Peking hingestellt. German jounalist give advice to today’s youth in Beijing http://www.beijingtoday.com.cn/specials/german-jounalist-give-advice-to-todays-youth-in-beijing

Dem amtierenden KP-Botschafter Shi Mingde in Berlin dient Erling hingegen als Medienpartner.  Seine Berichte tragen die Überschriften „Peking entsendet einen Deutsch-Profi nach Österreich“ und „China schickt seinen besten Mann nach Deutschland“. Dabei stellt Shi ein typisches Beispiel dafür dar, dass Zhou Enlai talentierte Chinesen von Kindheit an zu Werkzeugen der KP  trainieren ließ.  Der erste Premier der VR China wurde 1921 als Student in Berlin Kommunist und importierte später den sowjetischen KGB nach China. Ohne Zhou hätte der Despot Mao Zedong weder den Krieg gegen die chinesische Regierung, noch den bis zu seinem Tod geführten Machtkampf innerhalb der KP  gewonnen. Zhou trug maßgeblich dazu bei, dass mindestens 80 Millionen Chinesen durch den kommunistischen  „Klassenkampf“ zu Tode kamen und Diplomaten aus der VR China grundsätzlich als Berufslügner gelten.

Gott sei Dank leben die deutschsprachigen Leser in Freiheit und lassen sich nicht leicht betrügen. Kritische Leser wissen, wie man mit Propaganda-Berichten  umgeht. Zu dem ersten genannten Bericht von Erling in „Der Standard“ fragte der erste Kommentator nach „Falun Gong“ und ob der „Deutsch-Profi“ auch in den Wiener Stadtpark kommt? Denn dort gibt es Österreicher, die Falun Gong üben, während Chinesen wegen des Praktizierens von Falun Gong durch Folter oder Organraub umgebracht werden könnten. Der zweite Kommentator schrieb unter der Überschrift „so ein sympathischer Kerl“: „seit einiger Zeit habe ich eine LobbyingPhobie. Zur Beruhigung sage ich mir 108x vor: Der Standard hat für diesen Artikel kein Geld bekommen“. http://derstandard.at/1280984582056/Peking-entsendet-einen-Deutsch-Profi-nach-Oesterreich

Das sind nur die ersten drei von den gelobten „Schwiegersöhnen“,  die wohl das Propagandalied der KP Chinas „Oh Partei, liebe Mutter“,  kennen.  Während sich immer mehr Chinesen gegen die falsche Mutter wehren, helfen  diese „Schwiegersöhne“ der KP dabei,  auf verschiedene Art und Weise die Welt zu desinformieren. Außer ihnen gibt es noch Westler, die keine Rotchinesinnen geheiratet haben, aber dennoch wie ein  „Schwiegersohn“  das KP-Regime verklären und sogar sein Tiananmen-Massaker verteidigen.

Ohne die Einflussnahme der KP Chinas durch ihre „Schwiegersöhne“ wäre es in Deutschland nicht zur derzeitigen schizophrenen Situation gekommen,  dass auf der rechten Seite jeder Holocaust-Verleugner strafrechtlich verfolgt wird, aber auf der linken Seite, ein KP-Regime geduldet, ja sogar hofiert wird, das mehr Menschen umgebracht hat, als das NS-Regime, zumal dieses Regime noch weiter mordet.  Die verifizierten Todesopfer, die seit 1999  wegen ihres Glaubens an „Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Toleranz“ von der KP  umgebracht worden sind, steigen am 2. 12. 2012 auf 3617,  während seit 2009 bis zu diesem Tag sich 96 Tibeter selbst angezündet haben,  aus Protest gegen die KP-Diktatur.  Ihnen widme ich diese weiße Pflaumenblüte aus fünf Rundmails.

Köln, 3. 12. 2012

Eine weiße Pflaumenblüte aus fünf Rundmails

Das dritte Blumenblatt:

https://konfuziusinstituteundliuxiaobo.wordpress.com/2012/11/23/xu-pei-uber-einflussnahme-der-kp-chinas-in-deutschland-am-beispiel-der-deutschen-welle/

Das zweite Blumenblatt:

https://konfuziusinstituteundliuxiaobo.wordpress.com/2012/10/28/insider-wissen-uber-china-fur-deutschsprachige-mitburger-von-xu-pei/

Das erste Blumenblattl:

https://konfuziusinstituteundliuxiaobo.wordpress.com/2012/10/23/xu-pei-uber-die-rote-gefahr-fur-deutschland/

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XU Pei: Hauptakteur der Konfuzius-Institute Wolfgang Kubin im Vergleich zu Bei Ling

25 Nov

Wolfgang Kubin fiel im Jahr 2009 auf und wurde in den chinesischen Exilmedien kritisiert.

Immer wieder gab der Sinologieprofessor aus Bonn unverantwortliche Äußerungen von sich. Er schrieb beispielsweise am 9. Oktober 2009 einen Leserbrief an die Neue Züricher Zeitung, um zunächst seine Verachtung gegenüber dem Exilchinesen Bei Ling kundzutun und dann zu behaupten, „Die sogenannten Dissidenten arbeiten mit ihren sogenannten Unterdrückern Hand in Hand, um sich in Ost wie West Vorteile zu verschaffen.“

Es gibt in der Tat sogenannte Dissidenten, die unter der Führung der KP arbeiten. Aber wir nennen sie Spitzel. Bei Ling versteht sich genau wie ich nicht als Dissident, aber die kommunistischen Machthaber erlauben nicht, dass wir Glaubens- und Gedankenfreiheit haben und unsere Menschenrechte genießen. So müssen wir gezwungenermaßen im Exil leben. Ich bin dankbar dafür, dass ich in Deutschland reden und schreiben kann, was mir in den Sinn kommt, ohne von der KP verhaftet, wie Huang Jinqiu, gefoltert wie Zhang Lin, überwacht wie Ai Weiwei, oder ermordet wie Yu Zhou ( 1966-2008), zu werden.

In einem Interview beim WDR am 15. Oktober 2009 ließ Kubin weiter kein gutes Haar an Bei Ling, als er von dem Moderator auf die zwei ausgeladenen Dissidenten des Auftaktsymposiums zur Frankfurter Buchmesse angesprochen wurde. Wortwörtlich sagte Kubin im WDR: „Den Namen möchte ich hier nicht erwähnen, gehe ich davon aus, daß es sich nicht wirklich um einen Literaten handelt, oder gar um einen Dissidenten, ich kenne sein Verhältnis ziemlich genau, ich denke, dass er selbst nur ein Spiel treibt. “

Kubin verleugnete sogar die Existenz der chinesischen Schriftsteller im Gefängnis und behauptete in dem WDR-Interview, „Man kommt also heute nicht mehr ins Gefängnis dafür, dass man schreibt, das war zur Zeit der Kulturrevolution so, man kommt auch nicht mehr ins Gefängnis für das, worüber man schreibt. Man kann schreiben, was man will, man kann auch sagen was man will …“

Ich aber habe mit der Hilfe der Gesellschaft für bedrohte Völker eine Gefängnis-Attrappe auf der Frankfurter Buchmesse 2009 eingerichtet, um auf etwa 130 von der GFBV registrierte chinesische Kollegen hinzuweisen, die wegen ihrer Veröffentlichungen von der KP ins Gefängnis geworfen worden sind.

Am 3. Dezember 2009 veröffentlichte die Westdeutsche Zeitung ein Interview mit Kubin, in dem stand, „Der chinesische Autor wünsche sich nichts sehnlicher, als dass der Zensor ihn verbiete, haben Sie kürzlich geschrieben . . .
Kubin: Das ist richtig. Dann macht er Kasse im Westen. Aber nur, wenn er Erzählungen schreibt. Der Westen interessiert sich ja gar nicht für die Wahrheit. Wenn jemand sagt, ich bin Dissident, dann wird ihm das abgenommen, es wird nicht überprüft, das war der Fall bei dem Skandal auf der Buchmesse mit Bei Ling, der ist überhaupt kein Dissident, der ist 1988 bereitwillig ausgewandert nach Amerika, und er hat genau gewusst, was er sagen muss, um die Presse hier zu bedienen und entsprechend finanziell abzukassieren.“

Bei Ling habe ich persönlich 2006 in Melbourne (Australien) auf der ersten Konferenz der chinesischen kulturellen Freiheitsbewegung getroffen, die sich gegen die kommunistische Unkultur richtet. Aber vorher hatten wir Kontakt per Internet. Denn wir haben gemeinsame Kollegen und veröffentlichen in denselben Exilmedien.

Ich kenne genügend chinesische Kollegen, deren Bücher verboten sind. Alle leiden darunter. Warum hat Kubin bis jetzt noch keinen chinesischen Autor genannt, der sich über das Verbot seiner Bücher freut? Möchte Kubin mit solch einer unbegründeten Behauptung die Zensur der KP schön reden? Die chinesischen Kollegen, die im Exil leben müssen, leiden meistens auch. Ich bin eine der Wenigen, die sich im Exil wie Heinrich Heine in Paris wohl fühlen.

Nach dem Pekinger Massaker 1989 haben sich allein in Deutschland über 5000 chinesische Studenten und Wissenschaftler gegen die KP entschieden und kollektiv Asyl beantragt. Sie waren alle von der KP Chinas ausgewählt und nach Deutschland geschickt worden. Und in der Bundesrepublik Deutschland hat es seit der Machtübernahme der KP bis jetzt immer chinesische Asylanten gegeben. Kubin als Sinologe kann nicht behaupten, dass er davon nichts weiß.

Bei Ling war vor dem Pekinger Massaker als Autor zu Besuch in den USA. Danach hat er sich genau wie viele andere Chinesen dafür entschieden, im Ausland zu bleiben. Aber anders als Gao Xingjian in Paris, der viel unter der KP gelitten hat, hatten Bei Ling und ich keine persönlichen schlechten Erfahrungen mit der KP. Der Nobelpreisträger 2000 hat nach dem Pekinger Massaker den Entschluss gefasst, China nicht zu betreten, solange die KP an der Macht ist. Aber wir konnten dies nicht.

Deshalb habe ich nach meiner Promotion zweimal versucht, nach China zurückzukehren. Bei Ling hat es auch getan. Ich bin jedes Mal unverrichteter Dinge abgereist. Bei Ling war im Jahr 2000 mutig genug, um die Exil-Literaturzeitschrift „Tendenz“ in Peking drucken zu lassen, ohne die Genehmigung der KP einzuholen, die er sowieso nicht bekommen konnte. Darauf hin wurde er verhaftet und gefoltert. Er hatte Glück, weil die KP ihn unter dem internationalen Druck nach ein paar Tagen in die USA verbannte.

Bei Ling ist ein Chinese, der seiner eigenen Idee und nicht der KP folgt. Vor seiner Verhaftung hat er in den USA die „Tendenz“ und nach seiner Verhaftung hat er in den USA den chinesischen Pen initiiert, zu dessen Vorsitzendem Liu Xiaobo einst geworden war.

Es war Kubin, der Bei Ling half, ein Literaturstipendium vom DAAD (1997/1998) zu bekommen.
Nun ist es auch Kubin, der ihn bei jeder Gelegenheit beschimpft. Bei Ling weiß nicht warum. Mir fallen dazu nur die folgenden Tatsachen auf.

Bei Ling wird nicht von der KP geduldet und darf nicht einreisen, während Kubin ein willkommener Gast im heutigen China ist und 2007 einen „Staatspreis“ in der „großen Halle des Volkes“ entgegennehmen durfte. „Dies sei ein Zeichen dafür, dass das Schwarz-Weiß-Denken der Vergangenheit aufgegeben werde, sagte Kubin“ steht als Kernaussage auf der Webseite des Deutschlandfunks über ein Interview mit Kubin, das er vor der Preisverleihung am 29. August 2007 im Deutschlandfunk gab.

Als Kubin in der großen Halle des Ehrengastes der Frankfurter Buchmesse 2009 auftrat, nahmen wir an einer Veranstaltung in einem primitiven Raum teil, um für die verfolgten Autoren in China Freiheit zu fordern.

Außerdem hat noch kein Konfuzius Institut unter der KP-Führung in Deutschland einen Kollegen von uns eingeladen, aber Kubin ist ein Hauptakteur der Konfuzius Institute, obwohl Lu Xun (1881-1936), den Kubin wie Mao und die KP verehrt, Konfuzius diffamiert hatte.

Jedenfalls gehört Kubin nicht umsonst als einziger Deutscher und Sinologe zu den zehn „Chinaexperten“ im Ausland, die der Sender „International Channel Shanghai“ unter der KP-Führung zum 60sten Gründungstag der Volksrepublik China mit einer Sendung gewürdigt hat. Zu diesen „Chinaexperten“ gehören auch Henry Kissinger, Juan Antonio Samaranch und Robert Kuhn. Daran ist zu erkennen, auf welches Niveau Kubin schon gesunken ist.

Das gab auch den Ausschlag dafür, Kubin in das geplante Buch eines Exil-Verlags „Unverschämte Westler“ aufzunehmen, das die erfolgreichsten Propagandisten der KP im Ausland portraitiert.