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XU Pei: Vereinnahmung und Unterwanderung durch die KP Chinas

23 Jul

 

Für eine Chinesin, die nach dem Germanistikstudium in Deutschland wegen der KP-Diktatur nicht mehr heimkehren kann,  ist es unverständlich, dass die kommunistischen Machthaber aus Peking immer größeren Einfluss auf Deutschland gewinnen.

Nach der Überwindung des NS-Regimes und des SED-Regimes gehört  Deutschland zur freiheitlichen Welt, leider lassen sich immer mehr Deutsche von der Kommunistischen Partei Chinas vereinnahmen, die mindestens 80 Millionen Menschen umbrachte und noch weitere Menschen durch den systematischen Organraub ermordet. So ist es nicht verwunderlich, wenn dadurch Mißtrauen entsteht und manche so weit gehen, besondere Überwachungsmaßmahmen ins Werk zu setzen.

Die Mitschrift der  Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Merkel und dem KP-Premier am 7. Juli zeigt exemplarisch, wie sich Deutschland durch  die Kooperation mit der KP Chinas vereinnahmen lässt. http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Mitschrift/Pressekonferenzen/2014/07/2014-07-07-pk-merke-li.html

Zwei  Gedenktage

Am 5. Juli, dem fünften Gedenktag des Blutbades in Xinjiang, an das die Uiguren weltweit erinnern, flog Merkel zum siebten Mal  mit einer Wirtschaftsdelegation nach Peking.

Am 1. Juli, dem offiziellen Gründungstag der KP Chinas, die 1921 von Moskau finanziert und organisiert worden war, erhielt ich „Call to Action by the World Uyghur Congress (WUC) regarding the 5th Anniversary of the Chinese Authorities’ Brutal Killing of an Untold Number of Uyghur Protesters in Urumqi“ .

Darin wird unter anderem auch an die Regierungschefs appelliert, „We call on governments and leaders around the world to make human rights a top priority when engaging with the Chinese leadership, and publicly state their solidarity with human rights defenders.“  Ich selbst habe schon aufgegeben,  an die Politiker zu appellieren.

Der 07. Juli ist auf Deutsch als  „Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke“ in die Geschichte der Republik China  und der Kommunistischen Partei Chinas eingegangen, denn 1937 gelang es den kommunistischen Agenten an diesem Tag, die chinesische und japanische Armee gegeneinander auszuspielen, so dass  ab diesem Tag der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg ausbrach.

Damit konnten die Kommunisten den Konflikt zwischen Japan und der Sowjetunion in einen Krieg zwischen Japan und der Republik China umwandeln. Die Kommunisten nutzten den achtjährigen Krieg, um ihre Armee und ihr Gebiet in China zu vergrößern. Nach der japanischen Kapitulation vor der Republik China konnte Mao mit Unterstützung der internationalen Kommunisten die gewählte chinesische Regierung auf die Insel Taiwan vertreiben.

Seit der Machtergreifung der Kommunisten unterzieht das Regime alle Bewohner mit Hilfe der entstellten Sprache (Rotchinesisch) und  der verfälschten Geschichte einer Gehirnwäsche. Erst  in Deutschland konnte ich dank der freien Information die systematische Desinformation der KP Chinas und das Rotchinesisch a lá George Orwell erkennen.

An 07. Juli 2014 durfte der KP-Premier neben der Bundeskanzlerin jedoch behaupten,  „“Heute ist auch ein besonderer Tag für die chinesische Nation; das dürfen wir als Chinesen nie vergessen. Heute vor 77 Jahren gab es einen Aggressionskrieg Japans gegen China. Da hat sich China zur Wehr gesetzt und wir haben ganz mutig Widerstand geleistet. Nach acht Jahren haben wir den Sieg errungen.“ Damit hat der KP-Premier die Leistung der Republik China auf das Konto der Kommunisten umgebucht.

Durch die gemeinsame Pressekonferenz ließ sich die deutsche Regierung von den kommunistischen Machthaber für ihre Geschichtsverfälschung vereinnahmen. Das muss die CIA misstrauisch machen, deren Gründung auf die Abwehr gegen die kommunistische Gefahr zurückzuführen war.

Unterwanderung durch Peking

Der siebte Rotchina-Besuch der Bundeskanzlerin und ihre Rede vor ausgewählten Studenten an der  Universität Qinghua unter der KP-Führung wurden auch wie immer von den Medien der KP Chinas vereinnahmt. Beispielsweise lautet eine Überschrift in dem nationalistischen Propagandablatt  „Die Global Times“ der KP Chinas , „Merkel hat in ihrer Rede in Qinghua Japan angedeutet, der Geschichte direkt ins Auge zu schauen und nicht den selben Fehler zu machen“!  http://world.huanqiu.com/exclusive/2014-07/5053369.html

Die KP Chinas nutzt jede Chance, um Deutschland für ihre nationalistische Hetze gegen das heutige demokratische Japan zu vereinnahmen. Es ist ihr auch schön gelungen.

Während es den deutschen Politikern wie dem amtierenden Wirtschaftsminister nicht einmal gelang, eine gute Geste zu zeigen, wie zum Beispiel einige Vertreter der Zivilgesellschaft zu treffen, dürfen die Machthaber aus Peking  und ihre Vertreter in Deutschland vor Menschenrechtlern, die nichts anderes als universelle Grundwerte verteidigen,  triumphieren.

Wenn Deutschland zulässt, dass das KP-Regime mit seiner systematischen Desinformation und  deren Übernahme durch die zunehmenden „Konfuzius-Institute“ immer größeren Einfluss auf die offene Gesellschaft hierzulande nimmt, dann ist es sogar wünschenswert, dass die deutsche Regierung schärfer ins Auge gefaßt wird, von all denjenigen, die die Freiheit lieben.

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XU Pei: Unterwanderung Deutschlands durch die KP Chinas – Offene Antwort auf Wolf Biermann

25 Apr

 

Liebe Empfänger,

 

als Exilchinesin fühle ich mich in Köln wohl und möchte aus Dankbarkeit meine Erfahrungen und Erkenntnisse mit Menschen teilen, die nicht nur Bürgerechte genießen, sondern auch soziale Verantwortung in unserem Erddorf übernehmen. Außerdem hoffe ich, dass meine authentischen Informationen möglichst viele Nichtchinesen vor dem Schicksal eines in Peking ermordeten Kölner Studenten und des dort verhafteten Kunstspediteurs  bewahren mögen.

 

Angesichts des deutschen Chinajahrs unter der KP-Führung 2012 bin ich dazu gekommen, weiße Pflaumenblüten aus Worten als Rundmail zu schicken, an all diejenigen, die ich dank der deutschen Sprache getroffen habe. In dem zweiten Blumenblatt der weißen Pflaumenblüte für 2013 möchte ich meinen Weg skizzieren, um zu zeigen, auf welche Art und Weise die KP Chinas Menschen manipuliert und Demokratien unterwandert.

 

 

Deutsche Medien und mein Weg

 

 

Die Berliner Mauer zu passieren war für mich leicht, während viele Ostdeutsche ihr Leben riskierten, um Westberlin zu erreichen. Vier Monate nach meinen Erfahrungen in Berlin begann mein Studium im Sommersemester 1989 in Düsseldorf,  und in Peking demonstrierten Studenten meiner Generation auf dem Tiananmen-Platz. Während die alten Kommunisten in China ein Massaker anrichteten, konnten sich die Osteuropäer von den KP-Diktaturen  befreien. Im Ausland durften Chinesen wie ich problemlos gegen das Massaker protestieren, während Gegner des Massakers wie Liao Yi-wu in China verhaftet wurden.

 

Mein Werk und Leben sind von den deutschen Medien dokumentiert. Den Anfang machte die „Rheinische Post“ im Juni 1989 mit dem Bericht „Ich lebe für die Demokratie“. Die Überschrift  stellt eine Zeile aus meinem Gedicht „Lebenslied“ dar, nach dem ich bis heute strebe. https://konfuziusinstituteundliuxiaobo.wordpress.com/2012/09/25/das-lebenslied-von-xu-pei/

Der WDR hat 2008 meinen Weg von einem glücklichen Schwein aus der „Farm der Tiere“ à la George Orwell  zur weltliebenden Exilchinesin in Europa dargestellt.

 

An mir ist zu erkennen, dass Chinesen, wenn sie wie ich nicht unter der KP-Diktatur leiden,  gleiche Grundwerte wie westliche Demokraten schätzen. Helmut Schmidts Behauptungen wie etwa, dass Chinesen andere Vorstellung von Menschenrechten hätten, sind leicht zu widerlegen.

 

Ohne die Gegenüberstellung der deutscher Medien und der Sprachrohre der KP Chinas  hätte ich nach dem Massaker die Lügen der Kommunisten nicht so gründlich kennenlernen und durchschauen können. Denn damals kannte ich nur das von den Kommunisten sinnentleerte und formentstellte Chinesisch, das Neuchinesisch à la George Orwell. Erst in Deutschland lernte ich dank der Exilchinesen und Exilmedien das traditionelle Chinesisch, die Geschichte und die Welt ohne kommunistische Verfälschung kennen.

 

Neben den Exilchinesen und Flüchtlingen aus Osteuropa einschließlich der DDR sind es Journalisten, die meinen Weg begleiten. Ohne den Austausch mit ihnen wäre mir die Wirkung der kommunistischen Propaganda im Westen nicht aufgefallen. Beispielsweise können oder wollen die Multiplikatoren der KP-Propaganda nicht erkennen, dass Westdeutsche trotz der fremden Besatzungsmächte Freiheit genossen, während Ostdeutsche wegen des Marxismus  ihre Menschenrechte verloren; und dass mein Einsatz für Menschenrechte keine Lügen braucht, während ein KP-Regime alle Menschen verfolgt, die nach Wahrheit streben. Manche schwärmen von Rotchina wie Helmut Schmidt und gehören zu den deutschen Akademikern, die das KP-Regime benötigt, um seine Auslandspropaganda-Zentren wie  die „Konfuzius-Institute“ am Laufen zu halten.

 

 

„Konfuzius-Institute“ zum Organraub

 

 

2002, nach meinem zweiten Heimkehrversuch  kam ich zu der Ansicht, dass sich das linkstotalitäre Regime in meinem Heimatland bereits zu einem rechtstotalitären Regime entwickelt hat. Die roten Nazis terrorisieren nicht nur die Volksrepublik China, sondern korrumpieren und bedrohen auch die ganze Welt.  11 Jahre später fühle ich mich auch von Wolf Biermann bestätigt, wenn er schreibt: „Mich nervt und verwirrt es, dass bei Helmut Schmidt nicht alle Alarmglocken schrillen angesichts dieser modernen Diktatur in China. Hypertrophe Armee, hypertrophe Umweltvernichtung, hypertrophe Geldreserven, ein neuer Imperialismus in einer wackligen Welt“.

 

2006, als Chinesen wie der Dichter Zhang Jian-hong (1958-2010) wegen ihren Veröffentlichungen, unter anderem gegen den systematischen Organraub, verhaftet wurden,  begann  in Berlin das erste „Konfuzius-Institut“  Neuchinesisch der KP Chinas zu verbreiten.

 

2008 wurde ich auf die KP-Propaganda im chinesischen Programm der Deutschen Welle aufmerksam und musste feststellen, dass bei der  Deutschen Welle mindestens vier  Mitglieder der KP Chinas arbeiteten, während Exilchinesen ausgeschlossen wurden. Ein weibliches Mitglied fiel  als DW-Journalistin nicht nur  durch ihre propagandistischen Äußerungen auf, sondern sie gehört sogar heute noch zu den Referenten der  „Konfuzius-Institute“. Während sie in einem Hamburger „Konfuzius-Institut“  über das deutsche und chinesische „Glück“  diskutierte, wurden weitere Menschen unter der KP-Dikatur zur Selbstverbrennung getrieben und zu Tode gefoltert.

 

2011 ließen sich schon 11 Universitäten in Deutschland aufzählen, die ein „U-Boot“ der KP Chinas verbergen. Mein Brief an ihre Rektoren ist jetzt im Internet nachzulesen.

https://konfuziusinstituteundliuxiaobo.wordpress.com/2013/04/17/an-die-deutschen-rektoren-wegen-ihrer-kooperation-mit-der-kp-chinas/

Wegen meiner Bürgerinitiative gegen die Unterwanderung Deutschlands durch die KP Chinas  bin ich nicht nur in den kommunistischen Medien, sondern auch in den deutschen Medien wie  der „ZEIT“ verleumdet worden. Der „China-Kenner“ Frank Sieren  hat in  einem großen ZEIT-Bericht behauptet, dass ich zwei deutsche Journalisten für meinen persönlichen Krieg eingespannt hätte, weil meine Bewerbung bei der Deutschen Welle  erfolglos war. Dabei hat  Sieren seine Rolle für das KP-Regime in China selbst verraten. Mehr dazu: https://konfuziusinstituteundliuxiaobo.wordpress.com/2012/02/02/xu-pei-uber-den-fragwurdigen-chinaexperten-frank-sieren/

 

Die Multiplikatoren der KP-Propaganda wie Sieren erinnern mich immer wieder an das französische Opfer der Appeasement-Politik von Charles de Gaulle, Bernard Boursicot. De Gaulle hatte als erster westlicher Politiker die demokratischen Grundwerte verraten und mit der KP Chinas 1964 diplomatische Beziehungen aufgenommen. Als Mitarbeiter der französischen Botschaft in Peking wurde Boursicot von einem Spion des KP-Regimes so verblendet, dass der junge Franzose den Spion, also einen Mann, sogar für seine Traumfrau und Mutter seines angeblichen Kindes hielt. Seine unglaubliche Tragödie war die Vorlage für das Theaterstück und den Film „M. Butterfly“.

 

De Gaulles Verrat hatte nicht nur Boursicot, sondern auch die ganze Nation dem Geheimdienst der KP Chinas ausgeliefert, das war auch ein Grund für die gewalttätigen Unruhen in Paris im Mai 1968, deren Zielscheibe De Gaulle selbst wurde. Das Gleiche galt für Helmut Schmidt als großen Befürworter Rotchinas. Er musste die terroristischen Aktionen der Rote Armee Fraktion bewältigen, die ebenfalls von Mao-Zitaten angestiftet wurden.

 

 

Wolf Biermann versus Helmut Schmidt

 

 

Helmut Schmidt hat in der Wanderausstellung zu 150 Jahren deutscher Sozialdemokratie http://www.geschichte-der-sozialdemokratie.de/wanderausstellung  einen Platz bekommen, während er überall, insbesondere in den Medien der KP Chinas, die sozialdemokratischen Grundwerte missachtet und sogar das Tiananmen-Massaker verteidigt.

Gott sei Dank ist Biermann endlich dazu gekommen, die von Schmidt übernommene KP-Propaganda zu entkräften.

http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article114822505/Helmut-Schmidt-ueber-beide-Ohren-in-China-verliebt.html

Wegen des KP-Kollaborateurs Liu Xiao-bo hat seinesgleiche  Herta Müller in Berlin und in der „FAZ“ Exilchinesen wie mich beschimpft, nun hat Biermann wegen des KP-Opfers Liao die begründeten und berechtigten Kritiken auch von mir an Liao als „Rufmord-Theater des chinesischen Geheimdiensts“ abgetan.

 

Dabei lerne ich seit Biermanns Gastvorlesung 1993 nicht nur Deutsch von ihm, sondern gewinne auch aus seinen Erfahrungen in beiden politischen Systemen auf deutschem Boden auf China übertragbare Erkenntnisse. Ich bin auch diejenige, die  2010 Liao darüber informierte, dass er von Biermann unterstützt wurde. Liao ist bestimmt nicht der einzige Chinese, der durch mich zum ersten Mal von Biermann erfährt. Wie ein Fährmann fahre ich ein Mini-Boot zwischen dem deutschen und chinesischen Ufer, um die Verfolgten zu unterstützen und der riesigen Propaganda-Maschinerie der KP Chinas entgegenzuwirken.

 

Biermann hat „DIE ZEIT“ wegen Liao  in Bezug auf Helmut Schmidt zurecht kritisiert, aber genau wie bei  der „WELT“ gibt es auch bei der „ZEIT“ gute Berichte über China. Während „DIE ZEIT“ einen fundierten Bericht über den systematischen Organraub in  Rotchina veröffentlicht hat, http://www.zeit.de/2013/11/China-Transplantationen-Organhandel

hat „DIE WELT“ die Kritiken an einem unzutreffenden Bericht über das Verbrechen durch einen „Schwiegersohn“ der KP Chinas  ignoriert.

 

Deutsche Medien, die KP-Verbündete und fragwürdige Preisträger zu Wort kommen lassen, aber ihre Kritiker ablehnen, verstoßen gegen die freiheitlichen demokratischen Grundwerte.

 

https://konfuziusinstituteundliuxiaobo.wordpress.com/2012/12/11/brief-an-die-faz-herausgeber-von-xu-pei-am-10-august-2012/

 

 

Wolfgang Kubin gegen Liao Yi-wu

 

 

Es ist kein Wunder, dass Kubin den Gefängnisbericht von Liao anzweifelt, denn er gehört zu den in den  Medien der KP Chinas gelobten „Schwiegersöhnen“. Mehr dazu:

https://konfuziusinstituteundliuxiaobo.wordpress.com/2012/12/05/was-fur-schwiegersohne-gibt-es-in-deutschland/

Es gibt viele Zeugenberichte über die grausamen KP-Gefängnisse  in Rotchina. Kubins Zweifel daran nimmt ihm seine eigene Glaubwürdigkeit als Chinaexperte. Liaos  Glaubwürdigkeit wäre nicht dahin, wenn Liao sich nicht selbst verraten würde, indem er Liu Xiao-bo lobt. Denn Liu behauptet in seiner Selbstverteidigung „Ich habe keine Feinde“, die als Dankesrede bei der Preisverleihung des Friedensnobelpreises weltweit übertragen worden ist, genau das Gegenteil von Liaos Gefängnisbericht.

 

2004 beantragte  ein großer Wortführer des chinesischen Widerstands gegen das KP-Regime Yuan Hong-bing in Australien Asyl. Yuan wird von  dem KP-Regime gefürchtet und von vielen Menschen wie z.B. dem Exilchinesen Ha Jin in den USA bewundert. http://www.tagesspiegel.de/kultur/china-das-system-der-tausend-augen/1226334.html

Aber Yuan wurde von Liao  in einem Internet-Beitrag mit der Überschrift „Rattengift in den Suppentopf der Gewinner einzuwerfen“ beschimpft. Liao beendete seinen Beitrag mit den Worten, „Ich lasse mich von niemandem daran hindern, ja bestehe darauf,  Rattengift in den Suppentopf der Gewinner einzuwerfen. Ich will ihnen  unbedingt die Suppe verderben. Denn ich kann nicht ausreisen. Als über Vierzigjähriger habe ich noch nie den Geschmack der Freiheit genossen. Das hat mich krank gemacht. Genosse Liu Xiao-bo sagte mal über mich, ‚Der von den Hunden gefickte alte Liao interviewt tagtäglich leidvolle Menschen, schreibt leidvolle Texte, verdient auf so elende Weise sein Geld, wie könnte es sein, dass all dies seine Psyche nicht pervertiert?‘ Meine Antwort darauf war, ‚Dein Vater (Mit dieser Selbstbezeichnung nimmt Liao die Position von Lius Vaters ein.) betreibt keine Politik. Selbst wenn seine Psyche pervertiert worden wäre, würde er Land und  Volk kein Unheil bringen können“.

 

Diese unbereinigte Übersetzung ist eine Kostprobe für  deutschsprachige Leser, die  Liao Yi-wu als deutschen Preisträger kennenlernen. Mit solchen geistigen Ergüssen kann niemand unter normalen Chinesen Respekt gewinnen. In ihm, seinem „Genossen“ Liu  und dem von ihm zurecht kritisierten Literaturnobelpreisträger Mo Yan kann ich beim besten Willen nur Opfer der KP Chinas erkennen, aber nicht die aufrichtigen, gütigen Intellektuellen, die Sacharow,  Lew Kopelew und Heinrich Böll darstellen, auch wenn sie die gleichen Preise bekommen haben!

 

Wolf Biermann kann Liao gegen Kubin und Co. verteidigen, aber nicht gegen Liaos eigene Worte und Taten. Liaos Dankesrede in der Paulskirche enthält in der Tat „Fälschungen“ und „Fantasiegeschichten“, die jeder gebildete Chinese aufzeigen kann. Seine Rede in Neuchinesisch kann nur Nichtchinesen beeindrucken. Was wäre passiert, wenn ein deutscher Autor als Friedenspreisträger behauptet hätte,  Goethe sei kein Deutscher, weil er Geheimrat des Weimarer Fürstentums war? Das Gleiche aber hat Liao in seiner grotesken Preisrede von Konfuzius behauptet!

 

Als ich Biermann kennenlernte, hatte ich  10 Jahre Deutsch gelernt und gerade meinen ersten Gedichtband „Täglich reitet der Herzog aus“ veröffentlicht. Es war eine weibliche Antwort auf Heinrich Heine. 20 Jahre später, während ich meinen ersten Roman „Der weite Weg des Mädchens Hong“ veröffentliche, bin ich so weit,  dem einstigen verehrten Gastprofessor demokratisch zu widersprechen und zu sagen:

 

Es ist kommunistisch und diktatorisch, Kritiker zu unterdrücken und zu verleumden.

Die KP Chinas unterhält tatsächlich in Deutschland ihren Geheimdienst, auch  ich habe direkte und indirekte Erfahrungen mit ihm gesammelt.  Mit einem Kollegen, der einst von dem SED-Regime mit Haft verfolgt wurde, kam ich zu der gemeinsamen Erkenntnis, dass Wahrhaftigkeit und Offenheit das beste Mittel gegen das Böse sind.  In diesem Sinne stehe ich hinter allem, was ich sage und tue. Meine Kritik an Liao Yi-wu lässt sich nur mit Sachargumenten widerlegen.

 

https://konfuziusinstituteundliuxiaobo.wordpress.com/2012/10/05/stellungnahme-von-xu-pei-zum-friedenspreis-des-deutschen-buchhandels-fur-liao-yiwu/