Xu Pei: Kein Übersetzungsproblem, aber ein Problem

6 Apr

Das traditionelle Chinesisch besteht aus über 80 000 Schriftzeichen. Daraus haben die Kommunisten nach ihrer Machtergreifung in China 2235 Schriftzeichen als Grundwortschatz für ihren Orwellschen Neusprech übernommen. Die bildhaften und sinnvollen Schriftzeichen werden entleert bzw. entstellt. Beispielsweise wird das traditionelle Schriftzeichen für Drachen 龍 durch 龙 ersetzt. Das traditionelle Schriftzeichen enthält einen Mond 月, während das entstellte Zeichen ein Messer匕 zeigt. Auf diese Art und Weise haben die kommunistischen Machthaber die chinesische Kultur und Sprache von Grund auf zerstört. Der Neusprech wird in Rotchina offiziell gelernt und gelehrt. Gott sei Dank haben die Chinesen außerhalb Rotchinas, insbesondere in der Republik China auf der Insel Taiwan ihre Sprache und Kultur überliefert.

Das heißt, die Kommunisten haben nicht nur die Republik China im Festland unterwandert und den Bewohnern eine Einparteien-Diktatur aufgezwungen, sondern auch ein Lügensystem in die chinesische Sprache eingeführt. Es ist schwierig, für einen erwachsenen Chinesen das traditionelle Chinesisch zu lernen, aber noch schwieriger ist es, sich von dem kommunistischen Gedankenkäfig zu befreien.

Festlandschinesen, die sich von dem Neusprech und der KP-Ideologie befreit haben, landen entweder im Gefängnis oder im Exil, nur diejenigen, die im Gedankenkäfig der KP geblieben sind, können in Rotchina aufsteigen, wie die Mongolin Fu Ying (1953-). Als Vertreterin der KP Chinas darf Fu Ying in den deutschen Leitmedien zu Wort kommen, auch wenn sie sich des Neusprechs bedient. Ihr Interview „Der Westen ist hochnäsig“ ist zuerst im deutschen Internet erschienen. Drei Tage später hat die Botschaft der KP Chinas in Berlin eine manipulierte Übersetzung davon veröffentlicht.

Deutsche Rezeption der verfolgten Chinesen

2001 ist die chinesische Version des Buchs „Fräulein Hallo und der Bauernkaiser: Chinas Gesellschaft von unten“ in Rotchina erschienen, aber kurz darauf wurde der Verlag bestraft und die Bücher wurden vernichtet. 2002 ist das Werk in der Republik China erschienen.

Erst 7 Jahre später erschien die deutsche Übersetzung auf der Frankfurter Buchmesse 2009, auf der Rotchina als Ehrengast auftreten durfte. Aber der Autor Liao Yiwu durfte nicht nach Deutschland kommen. Das genannte Werk ist dadurch viel bekannter geworden als die unter Zensur und Selbstzensur entstandenen Werke, für deren Übersetzung das Regime mindestens 500 000 Euro zur Verfügung stellte. Dadurch haben die verfolgten Autoren wenig Chancen, ins Deutsche übersetzt zu werden. Liao Yiwu, der nach eigener Aussage sich durch Schreiben „entgiftet“, hat also Glück. Der Künstler Ai Weiwei und der Friedensnobelpreisträger 2010 Liu Xiaobo fallen auch aus.

Ai (1957-), Liao (1958-) und Liu (1955-) gehören zur gleichen Generation wie Fu Ying.
Während Ai ein Studium unter der KP-Führung ablehnte und 1981 in die USA auswanderte, hatte Liao zwar die Prüfung zum Studium nicht bestehen können, aber konnte bis zu seinem Gedicht „Das Massaker“ (1989) in Rotchina veröffentlichen. Liu hat sogar freiwillig bei einem in der Sowjetunion ausgebildeten Kommunisten in der „Marxistischen Ästhetik“ promoviert.

Ai gehört zu den Chinesen, die in den siebziger Jahren schon begannen, sich mit Kunst und Literatur gegen das totalitäre System zu wehren. Liao gehört zu den Chinesen, die erst durch das Tiananmen-Massaker aufgerüttelt wurden. Liao wurde deswegen 4 Jahre lang gefoltert, während Liu nach dem Massaker als Augenzeuge im KP-Fernsehen auftrat und das Massaker verleugnete, um einer harten Strafe zu entkommen.

Ai wurde im April 2011 am Flughafen verhaftet, während es Liao gelungen war, nach Deutschland zu fliehen. „Der verbotene Blog“ von Ai wurde in Windeseile von Englisch ins Deutsche übersetzt und erschien im Juli, als Liao in Berlin auftauchte. Auf der ersten Seite steht „Für das Gras-Schlamm-Pferd“. Ai bezeichnet sich selbst als „ein normales Gras-Schlamm-Pferd“.

Was das Gras-Schlamm-Pferd bedeutet, erfährt ein uninformierter Leser erst auf Seite 440 durch eine fehlerhafte Erklärung. Dennoch kann man verstehen, dass dieses erfundene Tier die Haltung von mutigen Chinesen gegenüber den kommunistischen Machthabern symbolisiert. Die Gras-Schlamm-Pferde leben in einer durch Marxismus-Leninismus erzeugten Wüste und müssen für die Freiheit kämpfen.

Das Phantasietier ist auf ein sexistisches Schimpfwort (F… Deine Mutter ) zurückzuführen. Der oberflächliche Grund liegt darin, dass es unter der westlichen Lautschrift Cao Ni Ma verschiedene chinesische Schriftzeichen gibt. Eine Variante heißt auf Deutsch „Gras-Schlamm-Pferd“.
Der tiefere Grund liegt darin, dass sich die Chinesen von der KP-Diktatur vergewaltigt fühlen. Um sich einen Ausgleich zu verschaffen, werden gerne solche Schimpfwörter kreativ verwendet. Das kann aber die amerikanische Herausgeberin nicht begreifen, die nicht einmal weiß, dass Dongbei kein Name einer Provinz ist, sondern Nordosten bedeutet. Ihr fehlt es leider nicht nur die Kenntnisse in der Landeskunde. Dennoch ist es eine Leistung, das facettenreiche Werk eines Künstlers zu übersetzen.

Ai ist auch ein Sprachkünstler, der dazu beigetragen hat, dass das Phantasietier seit 2009 als Symbol gegen die KP Chinas geworden ist. Er gehört zu den Benutzern einer Sprache, die kreativ den Neusprech und die Zensur durchbricht, auch mit den Schimpfwörtern.

Zum sechzigsten Gründungstag der Volksrepublik China hat Ai aus München ein Video-Grußwort „Gras-Schlamm-Pferd Vaterland“ ins Internet gestellt.

Am 19. Februar 2010 hat Ai getwittert, „Gras-Schlamm-Pferd Charta 08“, nachdem eine Hongkonger Zeitung in einem Bericht über seine Kunstaktion aus 18 nackten Männern und 12 bronzenen Köpfen der chinesischen Tierkreiszeichen bei einer Neujahrsfeier Charta 08 erwähnte.

Im Vergleich zu Ai haben sich die beiden Verfasser der Charta 08 noch nicht von dem Gedankenkäfig der KP befreit. Ihr Chinesisch klingt noch nach dem Neusprech. Das Verbrechen der KP Chinas wird in der Charta 08 vertuscht, indem z. B. behauptet wird, „Die Bürger und der Staat haben einen sehr verheerenden Preis bezahlt“. Während Ai das totalitäre Regime direkt anprangert, bezeichnet die Charta 08 das totalitäre System als autoritär.

Nachdem der Nebenverfasser der Charta 08 Liu Xiaobo durch eine Verhaftung der KP Chinas zum Friedensnobelpreisträger erkoren wurde, liess sich Liu auch in Deutschland vermarkten. Die deutsche Übersetzung „Ich habe keine Feinde, ich kenne keinen Hass“ liegt seit September vor. Die gleichnamige Rede, in der Liu eine Liebeserklärung an seine Peiniger und zweite Frau abgab, hat nicht die Peiniger, sondern das Nobelkomitee berührt. Aber für das Gras-Schlamm-Pferd ist Liu so verlogen wie Fu Ying, zumal Liu im Sinne der KP Chinas viele Regime-Gegner angefeindet hat.

Liu übernahm auch die KP-Ideologie und den Neusprech, um Konfuzius als „Gestern herrenloser Hund, heute Wachhund“ zu beschimpfen, obwohl Konfuzius die Grundwerte „Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Anstand, Weisheit und Ehrlichkeit“ vorlebte und als Lehrer aller Lehrer im chinesischen Kulturkreis verehrt wird. Denn Liu bewundert Friedrich Nietzsche und Lu Xun (1881-1936), der mit Agenten der Komintern wie Agnes Smedley für die Sowjetunion propagiert hatte.

Die kommunistischen Machthaber in Peking aber wissen mittlerweile den Namen von Konfuzius zu missbrauchen und haben seit 2004 weltweit 691 Konfuzius-Institute oder -Klassen (Stand 10.2010) eröffnet, die direkt dem Politbüro der KP Chinas unterliegen, um ihren Neusprech weltweit zu verbreiten, während die Gras-Schlamm-Pferde wie Ai mundtot gemacht werden.

Mit anderen Worten ist Liu nicht geradlinig wie seine deutsche Übersetzung klingt. In dem zweiten übersetzten Werk „Für ein Lied und hundert Lieder“ von Liao Yiwu wird ein Brief von Liu als Vorwort abgedruckt, in dem der desolate Zustand von Liu deutlich zu erkennen ist. Liu leidet nicht nur unter dem Tiananmen-Massaker und der Verfolgung danach, sondern auch unter seinem eigenen schlechten Gewissen. Er betrachtet sich als „Elite“ und aus Angst vor seinen Peinigern wagt er nur, Chinesen zu beschimpfen. Liao, den Liu in diesem Brief direkt als „Glatzkopf“ angeredet hat, ist durch die KP-Verfolgung schon so pervertiert, dass er mit diesem Brief seine Freundschaft mit dem Friedensnobelpreisträger demonstriert. Und er gab offen zu, die Charta 08 unterschrieben zu haben, ohne sie gelesen zu haben.

Wie dem auch sei, es ist begrüßenswert, dass endlich drei verfolgte Chinesen in Deutschland so präsent sind, dass über die kein „Chinaexperte“ hinwegsehen kann. Bis jetzt konnten sie Gao Zhisheng, dessen Werk „Mein Leben und Kampf als Anwalt im größten kommunistischen Staat“ bereits 2008 in deutscher Übersetzung erschien, ignorieren.

Mögen die deutschen Leser auch heldenhafte Dichter wie Li Hong (1958-2010) kennenlernen, die wegen ihrer Wahrhaftigkeit und Unbeugsamkeit zu Tode verfolgt worden sind!

Köln, den 62sten Nationaltrauertag der Chinesen (01.10.2011)

 

XU Pei: Zum Triumph von Putins Genossen aus Peking

3 Apr

– Zur Zwangsabwesenheit von Ai Weiwei bei seiner Ausstellungseröffnung in Berlin

Als ich vor 25 Jahren zum Studium nach Düsseldorf kam,  konnte ich dank der veröffentlichten und öffentlichen Meinung in Deutschland zum Tiananmen-Massaker erkennen, dass mein Geburtsland Tibet und Herkunftsland China von der Kommunistischen Partei Chinas mit Propaganda und Gewalt regiert wird.

Der chinesische Protest gegen die KP-Diktatur und das Tiananmen-Massaker wurden von der westdeutschen Öffentlichkeit unterstützt.

Mein erster Redebeitrag auf einer Solidaritätskundgebung an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf fand Echo und ich wurde von den Zeitungen wie z.B. der Rheinischen Post interviewt. Durch meinen Einsatz für die Menschenrechte lernte ich Deutsche kennen, die mir dabei halfen, den Unterschied zwischen der freiheitlichen Demokratie und der Einparteien-Diktatur wahrzunehmen.

Nach meiner Promotion konnte ich nicht als Germanistin heimkehren. Als Exilchinesin fühle ich mich dazu berufen, mit Worten die universellen Grundwerte, die chinesische Kultur und die Natur gegenüber dem totalitären KP-Regime zu verteidigen.  In diesem Sinne ist meine letzte Buchveröffentlichung „Der weite Weg des Mädchens Hong“ entstanden.

Ich darf zwar mein Herkunftsland nicht betreten, aber um so mehr weiß ich die Freiheit im Westen zu schätzen. Aus diesem Grund möchte ich auch alles tun, um die freiheitlichen Grundwerte zu verteidigen.

Am 29. März 2014 bin ich der Einladung eines deutschen Falun Gong Anhängers gefolgt, um den neuen kommunistischen Führer Xi Jinping (1953-) aus Peking dazu aufzufordern, mit der Verfolgung und Ermordung von Andersdenkenden aufzuhören…

Xi soll in dem Rechtsstaat Deutschland sehen, dass die von den Kommunisten verfolgten Freiheitskämpfer in der VR China von der deutschen Zivilgesellschaft unterstützt werden. Leider haben die deutschen Politiker und Behörden nicht zugelassen, dass Xi  die Gewährung von Rede- und Versammlungsfreiheit mit eigenen Augen bezeugen konnte. Während die Demonstranten abgeschirmt wurden, durften die noch von der KP Chinas gelenkten Studenten und Festlandschinesen mit Einheitsfähnchen schwenken. Die Festlandschinesen meiner Kindergeneration haben kaum Chancen, sich von der systematischen KP-Indoktrination seit Kindesbeinen zu befreien. Selbst in Deutschland bekamen sie nur zu sehen, dass der deutsche Staatsapparat die Kommunisten aus Peking dabei unterstützt,  ihre Macht vor uns zu demonstrieren.

Xi mag mit seinen Auslandsveröffentlichungen  vermeintliche „intime Kenner Chinas“ weiter betäuben, aber ich kann ihm kein Vertrauen schenken. Denn im Jahr 2009 nahm ich schon seine nationalistische Rede vor Rotchinesen in Mexiko wahr, die ich auch ins  Deutsche übersetzte: “Es gibt Ausländer, die satt gegessen sind, aber nichts zu tun  haben; sie zeigen ihre Finger auf unsere Angelegenheiten. China  exportiert erstens keine Revolution, zweitens keinen Hunger und Armut, drittens macht es Euch keine Probleme, was gibt es noch zu sagen.” Seine zweite Ehefrau Peng Liyuan (1962-) gehört seit 1980 zu der Propagandatruppe in der roten Armee, und ist auch ein Mitglied der KP Chinas. So sang sie im Auftrag ihrer Partei überall, sogar auf dem Tiananmen-Platz, um die Soldaten zu betäuben, die das Massaker 1989  angerichtet hatten.

Wie schade! Putins Genossen aus Peking durften über den Rechtsstaat triumphieren. Wegen der Sperre des öffentlichen Verkehrs  konnten wir sogar nach unserer Protestveranstaltung auf dem Rathausplatz nicht mit der Straßenbahn fahren und mussten stundenlang warten.

Um dem Hitlergrußverweigerer Gustav Wegert nachzueifern, lieh ich den Stinkefinger von dem Künstler Ai Weiwei nach Düsseldorf und zeigte ihn den Staatsterroristen aus Peking, als die von 15 „weißen Mäusen“ eskortierte Wagenkolonne endlich donnernd vorbeiraste.

Dank des WZ-Berichtes „Xi Jinping auf Blitzbesuch an der Kö“ erfuhr ich, dass Xi den Namen des Dichters Heinrich Heine missbrauchte, um sich gut darzustellen. Dabei ist Heinrich Heine mein geistiger Wegbegleiter. Gott sei Dank bin ich  kein „Enfant Perdu“, auch wenn ich den  Freiheitskrieg weiter führe, wie Heine im Exil.

 

Köln, 31. März 2014

Xu Pei: Vorsicht! Die KP-Propaganda aus Peking im deutschen Sprachraum

10 Mrz

Dieser Beitrag gehört zur Bürgerinitiative, mit der ich als Exilchinesin die universellen Grundwerte verteidigen und  der systematischen Desinformation der KP Chinas entgegenwirken möchte.  Für den Inhalt stehe ich Rede und Antwort.

2004 habe ich die deutsche Staatsbürgerschaft dankend erhalten, nachdem ich zweimal vergeblich versuchte, als Dozentin in China zu arbeiten. Nachdem ich feststellte, dass die Propaganda der KP Chinas auch in den deutschen Medien verbreitet wird, habe ich 2008 meinen ersten Vortrag „Wie kommt die rote Infiltration in den deutschen Medien zustande?“  darüber gehalten.

https://konfuziusinstituteundliuxiaobo.wordpress.com/2013/11/17/xu-pei-bestandsaufnahme-der-deutschen-berichte-in-bezug-auf-die-vr-china-von-2008/

Bei allen möglichen Medien habe ich mich beschwert und die Gegendarstellung angeboten. Leider war der Zeitaufwand viel größer als der Erfolg. Gleichzeitig wird meine Homepage, mit der ich im deutschen Sprachraum den gewaltlosen Widerstand gegen ein Terror-Regime vertreten möchte, immer wieder lahmgelegt. Darum begann ich 2012, jährlich fünf Rundmails an deutschsprachige Bürger zu schicken, um aktiv die Zivilgesellschaft zu sensibilisieren und auf die Unterwanderung Deutschlands durch die KP Chinas hinzuweisen. Der neueste Beleg dafür: http://www.epochtimes.de/Chinas-Botschaft-wollte-SHEN-YUN-in-Berlin-verhindern-a1131745.html

2014 wird ein unruhiges Jahr sein. Vor hundert Jahren brach der Erste Weltkrieg aus, der Lenin ermöglichte, mit Gewalt die erste KP-Diktatur auf der Welt zu installieren. Darauf lässt sich zurückführen, dass die Ukrainer beim Protest gegen die korrupte Pro-Putin-Bande auch Lenin-Statuen stürzten. In den hundert Jahren haben die KP-Diktaturen ein beispielloses Unheil in der Welt verursacht, während sie den Menschen schöne Lügen auftischen, wo auch immer die Kommunisten regieren.

Die Lügen von Putin über seinen militärischen Einsatz in der Ukraine werden im Westen entlarvt, aber die Lügen der Machthaber in Peking werden immer noch unkritisch übernommen.

Die jüngste KP-Lüge betrifft die Uiguren, deren Widerstand gegen die KP-Unterdrückung ich seit 2009 öffentlich verteidige. Meine Erkenntnisse lassen sich durch die deutschen Verfassungsschutzberichte bestätigen. In Deutschland agieren mindestens vier Geheimdienste der KP Chinas. Sie betreiben nicht nur Spionage in Politik, Militär und Wirtschaft,  sondern auch verfolgen mit allen Mitteln fünf Gruppen in Deutschland, zu denen die Exil-Uiguren gehören. Mehr dazu ab Seite 391 von  http://www.verfassungsschutz.de/embed/vsbericht-2012.pdf

Die deutschen Berichte über das  Blutbad im Bahnhof von Kunming – insbesondere der Welt-Bericht mit der Überschrift “ ‚Chinas 11. September‘  und der Kampf gegen Terror“- liefern den neuesten Beweis für die Übernahme der KP-Propaganda durch westliche Medien. Solch eine Überschrift vertuscht den Wesensunterschied zwischen den USA und der VR China, nämlich zwischen einem Rechtsstaat und einem Terrorregime.

Kun Ming liegt in der Grenzprovinz Yunnan, über die viele Menschen ins Ausland fliehen. Dort werden viele Flüchtlinge festgenommen und misshandelt, darunter auch Uiguren. Angesichts ihrer Lage konnte ich es mir vorstellen, dass die uigurischen Flüchtlinge aus Verzweiflung Gewalttäter werden könnten, zumal das KP-Regime gerade die uigurische Stimme der Gewaltlosigkeit  Ilham Tohti als „Separatist“ verhaftet hat.

Der uigurische Uniprofessor Tohti in Peking sorgt für die Völkerverständigung und gehört zu den Followers meines Twitters. Er hat sich nie für eine Unabhängigkeit Xinjiangs ausgesprochen, aber er hat auch erkannt, dass die Wurzel aller Übel an fehlender Demokratie und Freiheit in der VR China liegt. Wenn das KP-Regime selbst Tohti verhaftet, dann treibt es die Uiguren erst recht zur Gewalt.

Nach intensiven Recherchen stimme ich jedoch der These zu, dass das Blutbad in Kunming wieder eine Inszenierung der Machthaber ist, um Hass auf Uiguren zu schüren und im Namen des Anti-Terror-Gesetzes den immer größeren Widerstand aus allen Gruppen zu unterdrücken.  In 2013 haben mindestens 13 gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen den Uiguren und den KP-Kräften in Xinjiang stattgefunden.

Die KP Chinas ist bekannt dafür, Gewalttaten zu inszenieren, um friedliche Freiheitskämpfer aller Gruppierungen zu verfolgen.  Über eine inszenierte Selbstverbrennung auf dem Tiananmen-Platz haben die KP- Medien lang und breit berichtet, um Falun Gong zu verleumden, aber diejenigen, die über die ununterbrochenen Selbstverbrennungen in der Realität- insbesondere von Tibetern- berichten, werden vom KP-Regime verfolgt.  Mehr dazu:

http://www.falungong.de/artikel/videos_propaganda/1384880625.en.html

Köln, zum 55sten Jahrestag des tibetischen Aufstandes gegen das KP-Regime

XU Pei über den China-Korrespondenten Johnny Erling (1952-)

5 Mrz

Nachdem das China-Programm der Deutschen Welle wegen seiner KP-Propaganda auch in Deutschland kritisiert wurde, initiierte Thomas Heberer einen offenen Brief, um die Tatsache zu verdrehen und chinesische Kritiker zu diskreditieren. Unter seinen 105 Unterstützern habe ich zum ersten Mal den Namen Johnny Erling registriert. Seitdem lerne ich seine China-Berichte kennen.

Bevor Erling zum 13. Jahrestag der Verfolgung der Meditationsbewegung Falun Gong unbegründeten Zweifel an dem systematischen Organraub der KP Chinas verbreitete, konnte ich ihn tolerieren. Denn auch als ausländischer Journalist hat man in Peking unter der KP-Diktatur zu leiden. http://www.welt.de/politik/ausland/article108832657/Brief-der-China-Korrespondenten-an-Angela-Merkel.html  In seinem Bericht ist immerhin zu lesen, “Mit Ausnahme ihres wirtschaftlichen Laisser-faire-Kurses hat Chinas Staatspartei allem Wandel in der Gesellschaft zum Trotz ihre leninistischen Strukturen behalten”. Sein Bericht “Deutschlands gefährliche Freundschaft mit China” zeigt auch, dass Erling von der roten Gefahr weiß,  auf die ich seit 2002 wie eine Gebetsmühle  hinweise.

Während Kubin und Heberer   in der VR China und ihren  Medien als “Experten” aus Deutschland gelten, wird Johnny Erling in den Medien der KP Chinas als “deutscher Journalist”  dargestellt. Erling gehört zu den Deutschen, die während der  kommunistischen Zerstörung der chinesischen Kultur in Peking das Rotchinesisch lernten und dann für die Propaganda der KP Chinas arbeiteten, wie Heberer. Seit 1986 arbeitet Erling als China-Korrespondent für deutschsprachige Zeitungen.

Das China-Programm der Deutschen Welle hat seinen Bericht “Weil Peking einfach grossartig wird” vom 21. Juli 2008 am gleichen Tag ins Chinesische übersetzt. Dieser Bericht wurde in den rotchinesischen Medien unter der Überschrift “Deutscher Journalist ist erstaunt über die Großartigkeit der Olympischen Spiele in Peking” verbreitet.http://world.people.com.cn/GB/57506/7597384.html

Erling wird nicht nur vom Propagandasender der KP Chinas “china radio intenational” dargestellt, sondern wurde im Februar 2011 sogar in einem rotchinesischen Medium als Ratgeber für Jugendliche in Peking hingestellt. German jounalist give advice to today’s youth in Beijinghttp://www.beijingtoday.com.cn/specials/german-jounalist-give-advice-to-todays-youth-in-beijing

Dem amtierenden KP-Botschafter Shi Mingde in Berlin dient Erling hingegen als Medienpartner.  Seine Berichte tragen die Überschriften “Peking entsendet einen Deutsch-Profi nach Österreich” und “China schickt seinen besten Mann nach Deutschland”. Dabei stellt Shi ein typisches Beispiel dafür dar, dass Zhou Enlai talentierte Chinesen von Kindheit an zu Werkzeugen der KP  trainieren ließ.  Der erste Premier der VR China wurde 1921 als Student in Berlin Kommunist und importierte später den sowjetischen KGB nach China. Ohne Zhou hätte der Despot Mao Zedong weder den Krieg gegen die chinesische Regierung, noch den bis zu seinem Tod geführten Machtkampf innerhalb der KP  gewonnen. Zhou trug maßgeblich dazu bei, dass mindestens 80 Millionen Chinesen durch den kommunistischen  “Klassenkampf” zu Tode kamen und Diplomaten aus der VR China grundsätzlich als Berufslügner gelten.

Gott sei Dank leben die deutschsprachigen Leser in Freiheit und lassen sich nicht leicht betrügen. Kritische Leser wissen, wie man mit Propaganda-Berichten  umgeht. Zu dem ersten genannten Bericht von Erling in “Der Standard” fragte der erste Kommentator nach “Falun Gong” und ob der “Deutsch-Profi” auch in den Wiener Stadtpark kommt? Denn dort gibt es Österreicher, die Falun Gong üben, während Chinesen wegen des Praktizierens von Falun Gong durch Folter oder Organraub umgebracht werden könnten. Der zweite Kommentator schrieb unter der Überschrift “so ein sympathischer Kerl”: “seit einiger Zeit habe ich eine LobbyingPhobie. Zur Beruhigung sage ich mir 108x vor: Der Standard hat für diesen Artikel kein Geld bekommen”.http://derstandard.at/1280984582056/Peking-entsendet-einen-Deutsch-Profi-nach-Oesterreich

Xu Pei: Retrospektive

22 Feb

– Zur Lesung in Siegburg am 20. Februar 2014

 

1983  begann ich als 17-jährige, Deutsch als Hauptfach an der Fremdsprache Hochschule Sichuan in Chongqing unter der KP-Führung zu studieren.

 

1988 flog ich mit einem DDR-Interflug nach Ostberlin, um in Düsseldorf zu studieren.

Nach dem Tiananmen-Massaker 1989 begann ich zu veröffentlichen.

 

Das Erstlingsgedicht ist am 5. Juni 1989 entstanden.

 

Lebenslied

– Aus Anlaß der Demokratie-Massenbewegung in China

 

Wofür lebst Du

Ich lebe für den Fortschritt

die Freiheit

die Demokratie

die Wahrheit

in der menschlichen Gesellschaft

 

Wogegen kämpfst Du

Ich kämpfe gegen den Egoismus

die Unwissenheit

die Rückständigkeit

die Ungerechtigkeit

den Machtmißbrauch

 

Worüber freust Du Dich

Ich freue mich über die Hilfsbereitschaft der Mitmenschen

die Bruderschaft der Kommilitonen

die Freundlichkeit der Fremden

die Vielfalt der verschiedenen Rassen

den Austausch der internationalen Kulturen

 

 

1993 erschien mein erster Gedichtband „Täglich reitet der Herzog aus“ mit Illustration von Markus Lüpertz (1941-).

 

Das Kerngedicht:

 

Im Herbst vollendete ich einen Anzug

einen Anzug für meinen Bräutigam

Er ist eigenartig

kostet meinen Traum seit Kindertagen

 

Ich wünsche mir ein Brautkleid

ein Brautkleid für mich

das ich gegen den Anzug tauschen kann

 

Ich verspreche

wenn der Anzug niemandem paßt

dann lasse ich ihn hängen

in meinem Herzen

 

 

1996 schloss ich mein Studium an der Heinrich Heine Universität mit einer Doktorarbeit über Frauenbilder der Romantik ab. Nach meinem ersten Heimkehrversuch 1996 zog ich zur Galerie Michael Werner nach Köln um, die für meine Aufenthaltserlaubnis als Schriftstellerin bürgt. In der Nähe vom Kölner Dom begann ich, eine Pagode aus Buchstaben zu bauen. 2001 erschien mein zweiter Gedichtband „Lotosfüße“ mit Illustration von Georg Baselitz (1938-).

 

Das Kerngedicht:

 

Zu Anfang des 20. Jahrhunderts

brach der kommunistische Dämon

in den fernen Osten ein

Das Reich der Mitte wurde angezündet

 

In seiner Asche bin ich geboren

In chinesischen Stoffschuhen

trat ich die gleiche Route

in entgegengesetzter Richtung an

 

raubte einen Wortschatz und Satzbau

Meine Pagode aus Buchstaben

entsteht in einem fremden Wörtersee

zum Ende dieses Jahrhunderts

 

 

Nach meinem zweiten Heimkehrversuch erschien 2002  mein dritter Gedichtband „Affenkönig“ mit Illustration von Jörg Immendorff (1945-2007).

 

Das Kerngedicht:

 

Mit einem Drachen

möchte ich Frühlingsstimmung

verbreiten

 

Ich halte mein Werk hoch

laufe am Rhein gegen die Flut

Dem Wind ist der Drachen überlassen

 

 

2003 erschien mein vierter Gedichtband „Schneefrau“ mit Illustration von Per Kirkeby (1938-).

 

Das Kerngedicht:

 

Eine Lebensversicherung lehne ich ab

Das irdische Leben

versichert allen den Tod

den kein Vermögen zurückhält

 

Eine Liebesversicherung möchte ich einführen

Gerne trage ich täglich zur Nächstenliebe bei

Beim Tod wird alles

an unser nächstes Leben ausgezahlt

 

 

2008 erschien mein fünfter Gedichtband „Himmelsauge“ mit Frauenbilder der traditionell-chinesischen Malerin in Australien Zhang Cuiying (1962-).

Film über Zhang auf Englisch

 

 

Zwischen dem Debütgedichtband und dem Debütroman liegen zwanzig Jahre. Während die Gedichtbände fünf Erkenntnisstufen darstellen, zeigt der Roman meinen Erkenntnisweg. Das Titelgedicht des fünften Gedichtbandes ist das Mottogedicht des ersten Romans:

 

Ein Himmelsauge

 

hat jeder

aber nur wenige kennen es

die meisten wissen nicht einmal davon

Viele indische Frauen

malen sich an seiner Stelle

einen Punkt

 

Diejenigen

die dieses Auge erlangen

sehen Dinge

Menschen und Ereignisse

aus anderen Zeiten und Räumen

Hellseher oder Propheten

werden sie genannt

 

 

In der Auseinandersetzung mit den geistigen Erben beider Kulturen habe ich mich davon überzeugt, dass diejenigen, die sich nicht vom roten Drachen distanzieren, mit ihm untergehen werden, wie die Prophezeiungen verkünden.

 

Bis jetzt habe ich in verschiedener Form die Warnung kundgetan: Wer sich in die neue Epoche begeben möchte, der darf sich nicht dem roten Drachen beugen.

 

Dank des Schröer Verlags konnte ich 2013 diese Warnung endlich in Romanform veröffentlichen, um die Menschen zu erreichen, die nicht im Internet surfen.

 

Mit dem Roman habe ich den Unterschied zwischen dem roten und dem chinesischen Drachen detailliert gezeigt, um die Leser vom roten Drachen aus dem christlichen Neuen Testament wegzuführen.

XU Pei: Vortrag im Ulmer Einstein Haus

13 Feb

Dank der Einladung der Tibet-Initiative Ulm habe ich wieder eine Chance, mich mit China- und Tibet-Freunden und -Interessenten auszutauschen.

 

Rückblickend erscheint es so, als sei ich zu Weihnachten 1988 nach Deutschland gekommen, um zu Ostern 2013 dem Rhein und seinen Anwohnern den Roman „Der weite Weg des Mädchens Hong“ widmen zu können.

 

In der VR China wird man systematisch desinformiert wie in der „Farm der Tiere“ à la George Orwell und ich kam in dem Lügensystem nicht dazu, die Ideologie und Praxis der Kommunistischen Partei zu hinterfragen.

 

Erst das Tiananmen-Massaker im Juni 1989, die darauf folgenden Massenverhaftungen und die Propaganda der KP Chinas darüber öffneten mir die Augen für den Terror und die Verlogenheit des KP-Systems. Seitdem unterstütze ich die chinesischen Freiheitskämpfer wie Wei Jingsheng(1950-). Er gehört zur ersten Generation, die in China unter einer KP-Diktatur aufgewachsen ist.

 

„Der weite Weg des Mädchens Hong“ zeigt, wie meine Generation in den Widerstand gegen das KP-Regime hineingewachsen ist. Anhand zweier Liebesgeschichten, die sich jeweils in Rotchina und in Westeuropa abspielen, können sich dem Leser eine Innenansicht und eine Außenansicht vom Leben im Einfluss eines totalitären Regimes eröffnen. Die Binnengeschichte in Rotchina besteht aus fünf Kapiteln, und die Rahmengeschichte in Westeuropa besteht aus sechs Briefen. Als Kostprobe lese ich Ihnen das Mottogedicht, die Kapitelüberschrifen, den Anfang und zwei Stellen in Bezug auf Tibet vor.

 

Um dem Rahmen des Romans gerecht zu werden, konnte ich nicht viel über Tibet einarbeiten.

Nach dem tibetischen Aufstand im Jahr 2008 brachten mich jedoch die Übernahme der KP-Propaganda durch die deutschen Medien, insbesondere der Reimport der KP-Propaganda durch das chinesische Programm der Deutschen Welle, dazu, meine Stimme auch für Tibet zu erheben, zumal mir der vierzehnte Dalai Lama schon lange zu schaffen macht.

 

 

Mein Einsatz für Tibet

 

Nachdem mein offener Brief an den Dalai Lama seine Unterstützung für die Olympischen Spiele in Peking nicht ändern konnte, nutze ich jede Gelegenheit, um seine Illusion vom Kommunismus und der KP-Führung zu kritisieren.

 

In meinem Vortrag zum Internationalen Menschenrechtstag 2008 habe ich am Beispiel zweier Propagandasängerinnen, sowie einer rotchinesischen DW-Journalistin und eines rotdeutschen Sinologen verdeutlicht, wie das KP-Regime weltweit systematisch seine Propaganda betreibt und warum wir die chinesische Bevölkerung als Geisel von den kommunistischen Machthabern unterscheiden müssen. Bei der Vorbereitung auf den heutigen Abend habe ich den Text noch einmal gelesen und er ist immer noch aktuell. Aber ich möchte mich nicht wiederholen. Deshalb habe ich die Links von insgesamt sieben Schriften auf Deutsch unter „Beiträge über Tibet von XU Pei“ zusammengetragen und online gestellt, in der Hoffnung damit zur Wahrheitsfindung beizutragen.

 

 

Meine Suche nach der Wahrheit

 

Durch unterschiedliche Beweisführungen kam ich immer zu der Feststellung, dass die Kommunisten seit 1848 mit Propaganda  die universellen Grundwerte zu verdrehen und die Geschichte zu verfälschen versuchen. Die KP Chinas wurde von der Kommunistischen Internationale gegründet und von Moskau finanziert. Von Anfang an hat Moskau nicht nur unter Chinesen, sondern auch unter Tibetern, unter Deutschen und anderen Völkern Propagandisten bzw. Spione für die KP Chinas ausgebildet.

 

Die KP Chinas zeichnet sich durch Heimtücke aus.  Sie weiß immer ihre unlösbaren Konflikte mit allen ethnischen, religiösen, sozialen und politischen Gruppen  mit der Propaganda zu vertuschen. Beispielsweise hat  die KP Chinas vor der Machtergreifung den Tibetern die Unabhängigkeit versprochen, um sie gegen die Republick China aufzuhetzen. Ein rotes Propagandalied aus den 1930er Jahren lautet:

„Tibetische Brüder, bewaffnet euch schnell und versteht,

Wir suchen eure Befreiung, und ihr kämpft für eure Unabhängigkeit.

Leben für Leben, Blut für Blut.

Um euch und die Rote Armee zu schützen –

vernichtet die Nationale Volkspartei.“

 

Thomas Weyrauch, Chinas unbeachtete Republik – 100 Jahre im Schatten der Weltgeschichte Band1, S.186

 

 

In meinem erwähnten Vortrag habe ich Tseten Dolma (1937-), die vom KP-Regime zur Propagandasängerin ausgebildete Tibeterin,  vorgestellt. Sie zählt zu den Altersgenossen des vierzehnten Dalai Lama (1935-) und des zehnten Panchan Lama (1938-1989).  Dolma hat mit ihren Lobgesängen die Lüge der Kommunisten über Tibet und den Dalai Lama verbreitet. Auch ich hatte ihr geglaubt.

 

Das KP-Regime desinformiert nicht nur die Menschen in der VR China, sondern weltweit. Während die KP-Gegner nicht im KP-Machtgebiet und -Einflussbereich wie z.B. im chinesischen Programm der Deutschen Welle veröffentlichen können, wird die KP-Propaganda weltweit verbreitet, auch über die deutschen Medien. Beispielsweise wurde im November 2013 ein Film in ARTE ausgestrahlt, in dem die Tibeter frei ihren Glauben praktizieren können, und die ARD zeigte im Januar einen geschickt gemachten Film über zwei fröhliche Tibeter von einem deutschen KP-Günstling. Weiß der Sonderkorrespondent der Deutschen Welle wirklich nicht, dass das KP-Regime viele Menschen ins Exil, zum Selbstmord und sogar zur Selbstverbrennung getrieben hat und noch treibt? Ein anderer ARTE-Film „Kampf um Tibet – Die chinesische Lüge“ ist hingegen sehenswert und kritikwürdig.  Der Konflikt in Tibet wird spannend dargestellt. Auch die Selbstverbrennungen werden berücksichtigt, aber die Lüge kommt von den Kommunisten. Selbst der Befehl, Tibet zu besetzen, kam von Mao aus Moskau. Die Gefahr aus Peking wird im Film verdeutlicht, aber der unlösbare Konflikt zwischen dem KP-Regime und der unterdrückten Bevölkerung aller Ethnien wird nicht hervorgehoben. Im Grund genommen geht es um einen Konflikt zwischen einer KP-Diktatur und der freiheitlichen Demokratie.

 

Gleichzeitig ist der Dalai Lama in den westlichen Medien so präsent wie ein Popstar. „Gottkönig im Exil“ nennt sich ein ARD-Film über ihn. Deshalb möchte ich diesmal in Bezug auf den Dalai Lama meinen Standpunkt erläutern:

 

 

Gewaltlosigkeit aber ohne Kooperation

 

„Gottkönig“ ist nur eine der vielen Bezeichnungen für den vierzehnten Dalai Lama im Westen, während das KP-Regime ihn zuerst beschenkt und beehrt, und dann  als „Separatist“, „Sklavenhalter“ und mittlerweile auch als „Wolf in Mönchskutte“ verleumdet.

 

Für mich gehört der Begriff „Gott“ zu den jüdisch-christlichen Begriffen und bezeichnet eine Himmelsmacht, die wir Menschen nur ahnen können und respektieren sollen.  „König“ hingegen  ist ein weltlicher Machthaber. Deshalb ist das Wort Gottkönig hohl und kann in der Realität keinen Bezug finden.

Auf den „Gottkönig“ lässt sich aber leicht einschlagen. Diese Schläge machen viel Lärm, aber können den jetzigen Dalai Lama nicht treffen, weil er sich selbst als einfachen Mönch bezeichnet.

Ich möchte den Dalai Lama aus drei Perspektiven beleuchten, die mir meine Bildung ermöglicht.

 

 

1. Aus buddhistischem Kontext

 

Beschäftigt man sich mit den buddhistischen Lehren, Praktiken und den Biographien der buddhistischen Persönlichkeiten, kann man erfahren, dass sich ein echter Buddhist des weltlichen Lebens entsagt, um sich zur Erleuchtung zu kultivieren. Buddha Shyakamuni (565v. Chr.- 486v. Chr.) war ein Prinz und verließ den Palast, um als Bettelmönch die Erleuchtung zu erlangen. Milarepa (1040-1123) verzichtete auch auf alle weltlichen Dinge einschließlich der Sexualität, um in Entsagung die Erleuchtung zu erlangen und dann Schüler bei der Kultivierung anzuleiten. Er wird als Gründer des Kagyü-Ordens des tibetischen Buddhismus betrachtet.

 

Das buddhistische Wissen kann sehr hilfreich sein. Als ich in Düsseldorf studierte, lernte ich eine deutsche Kommilitonin kennen. Sie hatte unter ihrer Erinnerung an die unzähligen Vorleben gelitten, wie die Schwedin Barbro Karlen (1954-). Das einstige Wunderkind bekannte sich 1995 zur Wiedergeburt von Anne Frank (1929-1945) und stieß bei vielen Menschen auf Unverständnis. Ich wünschte, dass diese Menschen von dem tibetischen Tulku-System wissen könnten, das auf der Reinkarnation, besser gesagt auf der Erinnerung der Kleinkinder an ihr Vorleben beruht.

 

Die so genannte Transsexualität, die heutzutage zur Geschlechtsoperation führt, ist ein gängiges Phänomen für die Reinkarnation. Man wird als Junge wiedergeboren, aber erinnert sich noch an sein Vorleben als Frau,  oder umgekehrt. Bedauerlicherweise haben viele Menschen kaum Zugang zum buddhistischen Wissen und können auch den Dalai Lama nicht verstehen.

 

Die Dalai Lamas gehören zu den vier führenden Reinkarnations-Linienhaltern des Gelug-Ordens des tibetischen Buddhismus, die zur weltlichen Macht gekommen sind.

Der dreizehnte Dalai Lama (1876-1933) führte verschiedene Machtkämpfe und vertrieb sogar den neunten Panchan Lama (1883-1937) aus Tibet, aber beide warnten vor den kommunistischen Banditen. Leider hatte ihre Warnung die Tibeter und die beiden jungen Nachfolger nicht vor der kommunistischen Falle bewahrt.

 

Seit 1959 ist der vierzehnte Dalai Lama durch das Exil  weltberühmt geworden, während der zehnte Panchan Lama und zwei anderen gleichrangigen Lamas des Gelug-Ordens im Westen fast unbekannt sind.

 

Im Vergleich zum Panchan Lama, der nach einer Haft von fast zehn Jahren 1978 eine zwanzig Jahre jüngere Rotchinesin heiratete, lebt der vierzehnte Dalai Lama in der Tradition, wie es sich gehört, aber predigt fast das Gegenteil von dem, was die buddhistischen Meister vorgelebt haben. Beispielsweise sagte er  in einem Interview zu seinem 65sten Geburtstag, „Ich finde, dass gerade buddhistische Nonnen und Mönche viel mehr für die Gesellschaft tun sollten“.

Das Zitat ist für die Nichtbuddhisten nicht verwerflich, aber für Buddhisten schon. Denn ein echter Buddhist  widmet sich der Erleuchtung, und nicht der Gesellschaft, wie ich vorher erklärt habe. Allem Anschein nach ist der Preisträger, Werbeträger und Sympathieträger meilenweit von den buddhistischen Meistern entfernt.  Aber er ist jedenfalls kein Scharlatan, der das religiöse Gefühl der Anhänger missbraucht, um an Sex und Geld zu kommen.

 

 

2. Aus westlichem Kontext

 

Wenn man moralisch ist,  kann man leicht erkennen, dass das „Manifest der Kommunistischen Partei“ der Anstiftung zum Mord und Raub im Namen der Gerechtigkeit gleichkommt.

Aber der Dalai Lama als religiöser Führer schwärmt immer noch in der Öffentlichkeit vom Kommunismus bzw. Marxismus, wie viele Medienberichte belegen.

 

Es ist sehr bedauerlich, dass der aus der kommunistischen Haft in Rumänien freigekaufte Pastor Richard Wurmbrand (1909-2001) schon gestorben ist, sonst könnte der Autor des Werkes „Karl Marx und Satan – War Karl Marx ein Satanist?“ den Dalai Lama mit der Entstehungsgeschichte des Kommunismus in Europa bekannt machen.

 

Wenn man wissbegierig ist, kann man durch Veröffentlichungen wie z.B. „Das Schwarzbuch des Kommunismus -Verbrechen, Terror und Unterdrückung“  des französischen Historikers Stéphane Courtois (1947-) und „Das Rotbuch der kommunistischen Ideologie“ des deutschen Uniprofessors Konrad Löw (1931-) erfahren, dass der Kommunismus rotlackierter Faschismus bzw. Terrorismus ist.

Sogar der einstige SED-Ideologe Günter Schabowski (1929-)  konnte 1996 schon nach der Lektüre von Löws  Werk „Der Mythos Marx und seine Macher. Wie aus Geschichten Geschichte wird“ zu der Schlussfolgerung kommen: „Allein was Löw über die Persönlichkeitsstruktur der Zwillingsväter des Kommunismus, über die zynische Herabsetzung von Angehörigen und Gefährten, die antisemitischen Tiraden in ihrem Schriftwechsel und ihre Verfälschungspraktiken zusammengetragen hat, läßt die Götzenbilder polternd zusammenfallen, die wir uns von ihnen gemacht haben“. Im Vergleich zum Dalai Lama, der sechs Jahre jünger ist, scheint der einstige Kommunist viel aufnahmefähiger zu sein.

 

 

3. Aus chinesischem Kontext

 

Der Dalai Lama war religiöses und weltliches Oberhaupt der Tibeter. Eigentlich soll er die Freiheit Tibets gegen das KP-Regime verteidigen, aber er findet immer noch gute Worte für seine Verfolger und nimmt die Verfassung der VR China ernst, die das KP-Regime selbst missachtet. Er hat auch dazu beigetragen, dass Liu Xiaobo, der im Sinne des KP-Regimes  seit 1989 die chinesischen Freiheitskämpfer konterkariert, als Friedensnobelpreisträger gilt, wie er.

 

Durch seine Schwärmerei für den Kommunismus und die KP-Führung, seine Unterstützung für den Missbrauch der Olympischen Spiele und den verlogenen Liu Xiaobo fungiert der Dala Lama als Galionsfigur der Appeasement-Politik, die den chinesischen Freiheitskampf durchkreuzt.

 

Gewaltlosigkeit ohne Kooperation ist der chinesische Standpunkt gegenüber einem KP-Regime, das sogar den Organraub begeht.  Seit Ende 2004 wächst täglich die Zahl der Menschen, die sich im Internet registrieren, um sich geistig von der Kommunistischen Partei Chinas zu befreien. http://tuidang.epochtimes.com/

Leider weiß dieses Regime Menschen nicht nur zu terrorisieren, sondern auch zu manipulieren, so dass selbst der Dalai Lama als Opfer zu betrachten ist.

 

Ich möchte nicht mit dem Teufel Suppe essen, deshalb brauche ich keinen langen Löffel und kann klare Worte reden.

 

Mein Wissen und Gewissen erlauben mir weder Illusion von der KP-Führung, noch von dem Dalai Lama. Darum wünsche ich mir, dass ich mit meinem Wissen Menschen, die für die Freiheit Tibets kämpfen, desillusionieren kann!

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

Ich bin gespannt auf die Diskussion darüber, was Sie und ich noch machen könnten, für die Menschen in der Unfreiheit unter der KP- Diktatur.

 

 

Ulm, 11. Februar 2014

Beiträge über Tibet von XU Pei

2 Feb

 

1. Offener Brief an den Dalai Lama

http://dr.xu-pei.de/index.php?id=24

 

2.Vortrag zum Internationalen Menschenrechtstag 2008 auf Einladung der Tibet Initiative Hamburg

 

http://www.igfm-muenchen.de/china/Aktuelles/XuPei_Propaganda.html

 

3. Schriftliche Rede zum 50sten Jahrestag des tibetischen Aufstandes auf Einladung der Tibeter Gemeinschaft Schweiz & Liechtenstein

 

http://community.zeit.de/user/xu-pei/beitrag/2009/03/10/das-gespenst-des-kommunismus-ist-am-ende

 

4. Rebiya Kadeer versus Dalai Lama

 

http://community.zeit.de/user/xu-pei/beitrag/2009/07/23/rebiya-kadeer-versus-dalai-lama

 

5. Einblick in das Tibetproblem

 

http://community.zeit.de/user/xu-pei/beitrag/2011/02/05/einblick-das-tibetproblem

 

6. Vortrag über den Konflikt in Tibet und seine Ursache auf Einladung der Tibet Initiative Karlsruhe

 

 

https://konfuziusinstituteundliuxiaobo.wordpress.com/2013/09/27/xu-pei-der-konflikt-in-tibet-und-seine-ursache/

 

7. Lesung über mein Leben und Werk in Bezug auf Tibet auf Einladung der Tibet Initiative Tübingen

 

https://konfuziusinstituteundliuxiaobo.wordpress.com/2013/11/09/xu-pei-lesung-in-tubingen-am-7-november-2013/

 

8. Vortrag „Wissen über China und Tibet“ in Ulm

 

 

https://konfuziusinstituteundliuxiaobo.wordpress.com/2014/02/13/xu-pei-vortrag-im-ulmer-einstein-haus/

XU Pei: Was bedeutet die EU-Resolution gegen den Organraub in der VR China?

30 Jan

 

 

Im englischen Spiegel-Interview vom Mitte-Januar sagte der Künstler Ai Weiwei, dass die Beziehung zwischen dem Regime Chinas und ihm wie ein kalter Krieg ist. Wieder fühle ich mich von ihm bestätigt, zumal ich die EU-Resulution gegen den systematischen Organraub für eine politische Kriegserklärung an das KP-Regime halte. Einen kalten Krieg zwischen dem KP-Regime und den chinesischen KP-Gegnern nahm ich schon nach dem Tiananmen-Massaker 1989 wahr.

 

In meinem ersten Vortrag 2014 http://goo.gl/YjUNH9 habe ich auch meinen Widerstand gegen den Organraub in der VR China seit 2006 bilanziert. Während ich die EU-Resulution für einen moralischen Sieg über das KP-Regime halte, habe ich die deutschen Medien wie z.B. die Deutsche Welle kritisiert, die dieses Ereignis ignoriert haben.  Gott sei Dank hat die deutsche Webseite der exilchinesischen Mediengruppe Epoch Times darüber berichtet: http://www.epochtimes.de/EU-Resolution-Organraub-in-China-muss-sofort-enden-a1115465.html

 

Dennoch kommen mir einige Ex-DW-Journalisten verdächtig vor, die sich seit Jahren bei den KP-Medien über die Demokratie und Pressefreiheit in Deutschland beklagen. Meiner Erfahrung nach gibt es im Westen Pressefreiheit und Journalisten mit Ethos, die auch gute Berichte über China veröffentlichen. Wegen des DW-Skandals 2008 begann ich, mich um den Ruf der deutschen Medien zu kümmern, von denen ich profitiert hatte. Nachdem meine Beschwerden zu keiner Berichtigung  führten, schicke ich auch Rundmails auf Deutsch, um der systematischen Desinformation aus Peking entgegenzuwirken.

 

Alle Leser sind eingeladen, den Wahrheitsgehalt meiner Beiträge zu prüfen. Im Gegensatz zu manchen korrumpierten Deutschen, bin ich immer bereit,  Fehler zu korrigieren.

 

 

Der kalte Krieg in Deutschland und auf Deutsch

 

 

1989, nachdem das KP-Regime in China die Massendemonstration mit Panzern unterdrückt hatte, wurden die KP-Diktaturen eine nach der anderen in Europa überwunden. 2014 können die Deutschen den Fall der Berliner Mauer zum 25sten Mal feiern, während sich die Chinesen noch gegen ein KP-Regime wehren müssen,  das mit westlicher Unterstützung ein Wirtschaftsmonstrum geworden ist.

 

Die Berliner Mauer ist zwar gefallen, aber der kalte Krieg wird heftiger denn je geführt, auch wenn viele Deutsche ihn nicht wahrnehmen. Durch die Wirtschaftsmacht übt die KP Chinas immer größeren Einfluss auf der internationalen Ebene aus. Trotz des systematischen Organraubs durfte die VR China 2008 die Olympischen Spiele in Peking ausrichten, 2009 als Gastland auf der Frankfurter Buchmesse auftreten, auf der die Rumäniendeutsche Herta Müller als Literaturnobelpreisträgerin extra zum Stand der Epoch Times und der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte erschien, um die Exilchinesen zu treffen, was wir ahnungslos für Unterstützung hielten.

 

Nach der Beschimpfung von Herta Müller auf die Exilchinesen wegen des rotchinesischen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo habe ich eine Reihe von Kollegen angesprochen, die mir den Grund erklären könnten. Am meisten hat mich der Autor von „Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur“ Carl Gibson beeindruckt, nicht nur weil er in einem Interview zu seinem Buchtitel erklärte:“Als Stalin West-Berlin die Lebensader abschneiden wollte, um den Westberlinern ihren Sinn für Freiheit mit dem Hunger auszutreiben, eilten die für die Lebenserhaltung der einstigen Reichshauptstadt zuständigen Alliierten heran und schafften in unzähligen Flügen so viele Lebensmittel und Energiestoffe herbei, um die Menschen am Leben und die Stadt in politischer Freiheit zu halten. Den fast ein Jahr lang andauernden Motorenlärm über ihren Köpfen nannten die Berliner symbolträchtig ‚Symphonie der Freiheit’– eben weil sie die Wesenheit der großen Geste seitens der einstigen Kriegsgegner intuitiv erfassten“.

 

 

Der kalte Krieg zwischen Carl Gibson und dem deutschen Establishment

 

 

Dieser Gegner der Ceausescu-Diktatur ist nämlich der Lautstärkste unter den Kollegen, die Herta Müller Verfälschung und Plagiat vorwerfen, während die einstige Ceausescu-Vorzeigerautorin Liu Xiaobo unterstützt, der an der sprachlichen Verfälschung der Begriffe und Geschichte im Sinne der KP Chinas aktiv teilnimmt.

 

Laut der Tauber-Zeitung über Gibsons neues Buch „Die Zeit der Chamäleons-  Kritisches zum Leben und Werk Herta Müllers aus ethischer Sicht“ mit Tuschezeichnungen von Michael Blümel hinterfragt der Antikommunist Müllers Dissidenz. „Darüber hinaus analysiert Gibson anhand vieler Aussagen, Interviews und Texten die Standpunkte Müllers. ‚Ihre angeblichen Begegnungen und Folterungen durch die Securitate erscheinen geradezu absurd-grotesk‘, so Gibson. Bis heute hätten weder Journalisten, Schriftsteller und Intellektuelle Äußerungen Müllers hinterfragt. Gibson und Blümel sind nach Bukarest gereist, um in der dortigen ‚Gauckbehörde‘ Müllers Akte einzusehen. Es gebe deutliche Hinweise, dass Müller nicht als staatsfeindlich oder gar Dissidentin eingestuft worden sei“.

 

Herta Müller steht exemplarisch für die skandalösen Preisträger kommunistischer Prägung im Westen. Daran ist der Werteverfall in der freien Welt durch den Handel mit der VR China am leichtesten zu erkennen. Denn vor dem Mauerfall war es unmöglich, dass ein IM-Autor den Friedensnobelpreis und der Vorsitzende des DDR-Schriftstellerverbandes den Literaturnobelpreis bekommen hätten.

 

Die Zerstörung und Perversion der chinesischen Kultur durch das KP-Regime habe ich mit dem Roman „Der weite Weg des Mädchens Hong“ wahrheitstreu vorgeführt. Mein Wunsch ist,  das Bewusstsein für die universellen Grundwerte zu verschaffen, wie die Shen-Yun-Künstler, deren Neujahrsgala ich seit 2007 unterstütze. http://de.shenyunperformingarts.org/videos

 

Nach dem chinesischen Kalender  beginnt das neue Jahr – ein Pferdejahr – am 31. Januar. Das Non-Profit-Ensemble aus New York erreicht erst im März Europa. http://de.shenyunperformingarts.org/tickets

Während das KP-Regime die Welt zu korrumpieren versucht, zeigen uns die Shen-Yun-Künstler mit Rückgrat die Zukunft.

 

Köln, zum Pferdejahr 2014

Xu Pei: Kritik von Ingmar Brantsch (1943-2013) an Herta Müller

24 Jan

Ingmar Brantsch ist leider gestorben, mit dem Ärger über die deutschen Medien, insbesondere über die FAZ, die  aus der Vorzeige-Autorin der Ceausescu-Diktatur   eine Untergrundautorin machten.

2011, nach der Beschimpfung von Herta Müller auf die Exilchinesen in der FAZ habe ich dank eines deutschen Kollegen den Kenner der rumäniendeutschen Literatur kontaktiert.

Ingmar Brantsch hat mich nicht nur mündlich über Herta Müller aufgeklärt, sondern mir seine Veröffentlichung geschenkt, in der unter der Überschrift“Arme Luxusdissidenten“ Herta Müller und ihren zweiten geschiedenen Mann kritisiert werden, „Ihre Zukunft bleibt vergangen, weil sie nie aus ihrem manipulierten Heldengedöns herauskommen und hüben wie drüben nie authentisch sein können“.

Seine öffentliche Kritik begann schon im Oktober 1989. Damals warf er Herta Müller auf einer rumäniendeutschen Literaturtagung in Marburg vor, „mit der Entlarvung des katholischen banatschwäbischen Pastors als Vergewaltiger einer ausreisewilligen Schwäbin in der Erzählung ‚Der Mensch ist ein großer Fasan‘ den vulgärmarxistischen Antikatholiszismus Ceausescus zu bedienen“, darauf hin weinte Herta Müller vor Wut und kreitschte, dass Brantsch sie wieder verfolgt wie immer schon.  Dabei ist Herta Müller diejenige, die von der KP-Diktatur mit vier Preisen ausgezeichnet wurde und frei reisen durfte.

Nach dem Tod von Ingmar Brantsch, dessen Kritik an Herta Müller ich bereits auf Chinesisch vorgestellt habe, möchte ich auch seine Kritik an der „genialen Psychopatin“ in seinen Augen auf Deutsch verbreiten, damit er weiter unter uns lebt.

Mehr über den humorvollen Kölner Kollegen unter:

http://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/kultur/10506-dem-schriftsteller-ingmar-brantsch-zum.html

Antwort der Exilchinesen auf Herta Müller:

XU Pei: Vortrag vom 9. Januar 2014 in Schriftform

10 Jan

Vielen Dank für die Einführung.

Dank des Initiators und seiner Bezeichnung für mich als „Dissidentin wider Willen“ fühle ich mich veranlasst, eine Bilanz über meinen Einsatz für die universellen Grundwerte  zu ziehen. Nach einer Kostprobe von dem genannten Roman „Der weite Weg des Mädchens Hong“ möchte ich ein Schnittbild von meinem Einsatz gegen den systematischen Organraub aufzeigen.

Wie man sich selber sieht und bezeichnet wird, gehört auch zu den Hauptmotiven meines Romans.  http://www.eselsohren.at/2013/08/19/xu-pei-der-weite-weg-des-madchens-hong/

Die Hauptfigur der Ich-Erzählerin meines Romans bekommt von unterschiedlichen Bezugspersonen verschiedene Namen. Die Ich-Erzählerin unterschreibt die sechs Briefe an ihren europäischen Ehemann auch mit fünf Bezeichnungen. (Kostprobe S. 188)

Ein weiblicher Gegenpol zu Heinrich Heine

1993, als ich den Initiator bei unserem gemeinsamen Doktorvater kennenlernte, hatte ich gerade meinen ersten Gedichtband „Täglich reitet der Herzog aus“ veröffentlicht, mit dem ich anfing, einen weiblichen Gegenpol zu dem 169 Jahre älteren Heinrich Heine darzustellen.

110 Jahre nach dem Tod des deutschen Europäers im französischen Exil kam ich als Tochter eines rotchinesischen Ehepaares in Tibet wieder zur Welt.

Mit 22 Jahren kam ich wie ein glückliches Schwein aus der Farm der Tiere à la George Orwell zum Studium in die Geburtsstadt des zum Protestantismus konvertierten und zum Pantheismus bekennenden Dichters jüdischer Eltern. Nach dem Tiananmen-Massaker 1989, welches mir die Augen öffnete, begann ich in Freiheit und in einer Fremdsprache mich öffentlich zu Wort zu melden, um als Chinesin gegen das Terror-Regime aufzutreten.

1996, nach meinem ersten Heimkehrversuch, bin ich von Düsseldorf nach Köln umgezogen, weil ich die Menschenrechte und die Freiheit in der Fremde den Sonderrechten und der Unfreiheit in der Heimat unter einer KP-Diktatur vorzog.

Dank meines Promotionsstudiums in Germanistik und Philosophie, insbesondere meiner Beschäftigung mit  Heine, der vier Jahre vorm Tod seine „Heimkehr zu Gott“ verkündete, nachdem er dazu beigetragen hatte, die jüdisch-christliche Ordnung umzuwerfen und sogar das Böse, den Satan aufzuwerten, bin ich mit dem traditionellen Gottes- und Menschenbild des Westens vertraut. Dank der 23 Jahre, die ich in Tibet und China unter der KP-Diktatur  verbracht habe, kann ich die östlichen Religionen und Grundwerte vom Kommunismus und anderen Ismen aus dem Westen unterscheiden. So fühle ich mich in westlicher wie östlicher Tradition zu Hause.

Meistens komme ich mir wie eine chinesische Biene im westlichen Garten vor; hin und wieder wirke ich wie eine Nadel, vor der sich Blasen aller Art fürchten. Dabei möchte ich nur in Demut meinen geistigen Horizont erweitern und die traditionellen Grundwerte verteidigen, die für alle Rassen überparteiisch und überreligiös zu gelten haben.

Im Vergleich zu den nachfolgend genannten, heldenhaften chinesischen Persönlichkeiten, halte ich mich nicht für eine Dissidentin, aber ich bekam dank meiner deutschen Veröffentlichungen die Aufenthaltserlaubnis für Deutschland und  besitze seit 2004 den deutschen Pass. Darum möchte ich dem Ruf einer Kulturschaffenden gerecht werden und meine soziale Verantwortung wie ein Kosmopolit übernehmen.

Ein Arte-Dokumentarfilm über „Chinas Wirtschaftsmacht in Europa“ fragt

danach, „Quand la Chine délocalise en Europe… Die Chinesen kommen! Europas Rettung oder Untergang?“

Ein sehenswerter Bericht, der Europas Unterwandung durch die Kommunisten aus China behandelt, aber noch besser beleuchten könnte! Das Film-Team hat auch nicht wahrgenommen, dass es zwei Gruppen von Chinesen gibt, die nach Europa kommen. Die Gruppe, zu der ich gehöre, tut alles, um Europa vor den im Film gezeigten Chinesen unter der KP-Führung in Peking zu warnen und zu verteidigen.

Es freut mich, dass sich der Rotary-Club auch darum bemüht, dem Werteverfall in unserer Welt entgegenzuwirken. Deshalb nutze ich die Gelegenheit, anhand des Organraubs zu zeigen, wie die KP-Vertreter die freiheitliche Demokratie korrumpieren und wie der Begriff „Dissident“ missbraucht wird.

Vor 12 Jahren im Januar war ich noch in China. Nachdem Peking den Kampf um die Austragungsrechte der Olympischen Spiele 2008 gewonnen hatte, unternahm ich einen zweiten Heimkehrversuch. Das so genannte „Wirtschaftswunder“ konnte die Prüfung durch mich nicht bestehen. Mir fielen überall die Umweltzerstörungen, die Menschenrechtsverletzungen und die KP-Propaganda  auf. Nach zwei Monaten verwarf ich meinen Plan und reiste wieder nach Deutschland zurück.

Dank der Freiheit im Westen und des Internets kann ich seitdem der systematischen Desinformation der KP Chinas entgegenwirken.

Der Organraub und seine Gegner

2006 begann ich, den systematischen Organraub in Rotchina anzuprangern.

Menschen,  die sich gegen das Verbrechen einsetzen, werden verfolgt. Der Dichterkollege Lihong (Zhang Jianhong 1958-2010), mit dem ich per Internet Kontakt hatte, wurde deswegen sogar zu Tode verfolgt. Zu seiner dritten Verhaftung im September 2006 haben seine 63 Essays im Internet geführt. Drei Überschriften seiner Essays lauten „Die geraubten Organe schreien“, „Organraub bei lebendigem Leib hat noch nicht aufgehört, aber auf die Olympischen Spiele wird schon vorbereitet“ und „Gib uns Gao Zhisheng zurück, gib unser Gewissen zurück“. Der Rechtsanwalt Gao gehört auch zu den mutigen chinesischen Persönlichkeiten, die die Verfolgung von Falun Gong durch die KP Chinas offen angeprangert haben. Dafür wurde er noch einen Monat früher als Lihong verhaftet.  Mit einem offenen Brief und einem Hungerstreik zu meinem vierzigsten Geburtstag habe ich Gao 2006 moralisch unterstützt.

https://konfuziusinstituteundliuxiaobo.wordpress.com/2014/01/08/offener-brief-von-xu-pei-im-marz-2006/

Im Essay „Über Europas Aufwachen und Verantwortung“ wertete Lihong das Treffen von Merkel während ihres ersten China-Besuchs mit einigen Verfolgten, wie z. B. dem Jesuiten Aloysius Jin und die Haltung des Vizepräsidenten des EU-Parlamentes Edward McMillan-Scott gegenüber dem Organraub, als Europas Aufwachen. Dann schrieb er weiter, „Europas Verantwortung  basiert nicht nur auf seinen freiheitlichen Grundwerten wie Demokratie, unabhängige Justiz und Menschenrechten, sondern auch darauf, dass die unmenschliche Terror-Ideologie in Europa entstand, die das fast hundertjährige Unheil und furchtbares Leiden im Osten verursacht hat.“

Im anderen Essay “Die Olympischen Spiele in Peking sind eine Herausforderung für das internationale Gewissen” vertritt er auch meine Ansicht, „Wenn 2008 die Olympischen Spiele wirklich in Peking stattfinden, dann wäre es nicht nur ein großer Hohn für die griechische Antike und den modernen olympischen Geist, sondern auch eine Katastrophe für die Menschenwürde, die menschliche Zivilisation und die weltliche Gerechtigkeit!”

Der Dissident konnte durch die Nachrichtensperren des KP-Regimes nicht erfahren, dass alle Chinesen, die sich mit McMillan-Scott in Peking getroffen hatten, nach der Untersuchungsreise des Politikers im Mai 2006 verfolgt wurden. Vor den Olympischen Spielen in Peking rief McMillan-Scott zu einem politischen Boykott auf, den ich auch unterstützt habe.

Siehe den WDR-Fernsehbericht „Exilchinesin“

Während mehrere Europapolitiker, wie z.B. der Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering den Spielen fernblieben, traten die deutschen Politiker Helmut Schmidt, Gerhard Schröder und Richard Weizsäcker mit ihrem Einsatz für Peking hervor, obwohl der Katholik Bernhard Wilden aus Köln kurz vor Weihnachten 2006 in Peking vom Staatsapparat ermordet wurde. Bis heute wird dieser Mord in der Politik und in den Medien kaum beachtet.

2008 habe ich mich noch mit einem offenen, von vielen unterschriebenen Brief an den Dalai Lama gewandt, damit er unseren Boykott nicht durchkreuzte, zumal wir Free Tibet unterstützen. Leider vergeblich!  Während der Dalai Lama bis heute in der Falle des KP-Regimes sitzt,  kam der Künstler Ai Weiwei, der das Olympiastadion mitentworfen hatte, vor der Eröffnungsfeier ebenfalls zu der Erkenntnis, dass die Olympischen Spiele von dem Regime missbraucht wurden. Seitdem wird auch er verfolgt.

In der Diskussion über die Olympischen Spiele fiel die stellvertretende Leiterin des chinesischen Programms der Deutschen Welle Zhang Danhong mit ihren antidemokratischen Äußerungen auf. Beispielsweise sagte  sie: „Darüber zu meckern, dass Seiten gesperrt sind, geht in die inneren Angelegenheiten Chinas.“ Als es um die Internetseiten von Falun Gong und Free Tibet ging, zog sie sogar einen unmöglichen Vergleich: „Hier in Deutschland kann man auch nicht jede Seite aufmachen, zum Beispiel Kinderpornografie oder Rechtsextremismus“.

Ihre Äußerungen verrieten auch, dass sie bestens über die wirkliche Lage in China informiert ist, denn sie gab sogar offen zu, „Es gibt gewisse Grenzen für die chinesische Regierung und die dürfen nicht überschritten werden und das wissen die Dissidenten auch.“  In der Tat sind echte Dissidenten diejenigen, die die Grenzen zwar kennen, diese aber trotz Verfolgung überschreiten, wie ich anhand der drei chinesischen Persönlichkeiten aufgezeigt habe. Nicht nur die Dissidenten, sondern auch die Spione der KP Chinas und westliche China-Korrespondenten sowie Wissenschaftler wissen, was das KP-Regime verbietet.

Seit 2008 werde ich von Lesern und Journalisten mit der „ausländischen Ausgabe der Volkszeitung“ unter der KP-Führung bei der Deutschen Welle konfrontiert. Bis dahin ging ich noch davon aus, dass die chinesische Redaktion der Deutschen Welle das chinesische Publikum mit unzensierten Nachrichten versorgen würde, wie es sich gehört. Leider musste ich nach der ungewollten Auseinandersetzung mit dem chinesischen Programm der Deutschen Welle den Kritikern zustimmen. Tatsächlich missbraucht die Chinaredaktion die Deutsche Welle zum Reimport der KP-Propaganda, wie ein Deutschlandfunk-Beitrag vom 27.10.2008 berichtet.

Aber unsere Kritik hat zu keiner wesentlichen Verbesserung des chinesischen Programms der Deutschen Welle geführt. So sagte der ausscheidende Intendant Erik Bettermann im September 2013: „Und in China, da stehen wir auf der Schwarzen Liste der KP, die uns als Stimme der Dissidenten missversteht. Die Dissidenten sagen übrigens, die Deutsche Welle stünde aufseiten der KP. Eine unbefriedigende Sandwich-Situation. Aber es gibt gute Ansätze. So will beispielsweise der neue chinesische Botschafter in Berlin an einer Entspannung arbeiten“.

Die Deutsche Welle und der Missbrauch

Bettermann hat ignoriert, dass ich im November 2012 noch am Beispiel der Deutschen Welle verdeutlicht habe, wie das KP-Regime mit ausgesuchten chinesischen Berichten der Deutschen Welle, seinen Handlangern und den weltweiten „Konfuzius-Instituten“ die wirkliche Lage, insbesondere den systematischen Organraub in der VR China vertuschen will.

https://konfuziusinstituteundliuxiaobo.wordpress.com/2012/11/23/xu-pei-uber-einflussnahme-der-kp-chinas-in-deutschland-am-beispiel-der-deutschen-welle/

An dem Zitat von Bettermann ist auch zu erkennen, dass er unseren Einsatz für die universellen Grundwerte und gegen das KP-Regime nicht begreifen kann oder will. Der von ihm gelobte Botschafter ist ein von dem Regime mit 9 Jahren ausgesuchter und mit 18 Jahren in die DDR geschickter KP-Vertreter, aber er wird von einem China-Korrespondenten als Chinas bester Mann verklärt. Wie kann ein KP-Botschafter den Konflikt zwischen dem KP-Regime und seinen  Verfolgten lösen? Wenn er sich zutrauen würde, ein einziges der unzähligen KP-Verbote zu brechen, dann wäre er gar nicht in diesem System aufgestiegen!

Leider kooperieren die deutschen Medien, wie Deutsche Welle und alle öffentlichen Institutionen lieber mit den KP-Vertretern als mit den KP-Gegnern. Auch das EU-Parlament wird ignoriert, sobald es gegen KP-Verbrechen agiert.

Das Europäische Parlament  hat am 12. Dezember eine Entschließung zu Organentnahmen in China verabschiedet, die nicht nur den systematischen Organraub durch das KP-Regime anprangert, sondern auch „die unverzügliche Freilassung aller gewaltlosen politischen Gefangenen in China, einschließlich der Anhänger der Falun-Gong-Bewegung“ fordert.

Das ist ein historischer Sieg über das Böse, wofür auch der Dichterkollege Lihong sein Leben gegeben hat. Aber kein einziges Leitmedium im deutschsprachigen Raum hat darüber berichtet.

http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+TA+P7-TA-2013-0603+0+DOC+XML+V0//DE&language=DE

Dabei betrifft es auch Europa, denn die Entschließung fordert auch: „die EU und ihre Mitgliedstaaten auf, sich des Themas der Organentnahmen in China anzunehmen; empfiehlt der EU und ihren Mitgliedstaaten, den Missbrauch bei Organtransplantationen in China öffentlich zu verurteilen und ihre Bürger, die nach China reisen, für dieses Thema zu sensibilisieren; fordert eine umfassende und transparente Untersuchung der Praktiken auf dem Gebiet der Organtransplantation in China durch die EU sowie die strafrechtliche Verfolgung derjenigen, denen eine Beteiligung an solchen ethisch nicht vertretbaren Praktiken zur Last gelegt wird“.

Im Gegensatz dazu haben viele deutsche Medien einen DPA-Bericht im August veröffentlicht, dessen Ende lautet: „Vorwürfe von Falun Gong, dass Organe angeblich sogar von lebenden Anhängern entnommen werden, bestreitet der Mediziner Shi Bingyi von der Behörde für Nierentransplantationen entschieden: ‚Wir verwenden nie Organe lebender Falun-Gong-Anhänger. Niemals‘. Menschenrechtsexperten sagen auch, dass es keine Beweise für systematische Hinrichtungen und Organentnahmen bei den Falun-Gong-Häftlingen gebe“. Das chinesische Programm der Deutschen Welle hat diesen Propagandabericht im Sinne der KP Chinas sofort übersetzt und verbreitet, wie es das häufig tut. Nachdem ich darauf hingewiesen wurde, habe ich mich bei der Deutschen Welle und der DPA beschwert, aber wieder vergeblich, wie es auch bei der FAZ und anderen Medien der Fall war.

Zum dritten Gedenktag an den Dichterkollegen Lihong habe ich eine Beschwerde über die DPA und die Deutsche Welle beim deutschen Presserat eingereicht, weil diese gegen den deutschen Pressekodex verstoßen haben.

Pseudo-Dissidenten und ihre Funktion

Nach dem Tiananmen-Massaker unterstütze ich die Demokratiebewegung und lerne immer mehr Dissidenten wie die oben genannten kennen. Leider fiel der Friedensnobelpreis 2010 ausgerechnet auf Liu Xiaobo, dessen Lebensmotto lautet: „Ich verachte Menschenmassen, betrachte die Gesellschaft als Mob, verehre die persönliche Kreativität des Genies, mein Lebensziel ist es zu sehen, ob ein einsames Genie mit Kreativität stärker ist als das gemeine Volk“. Seit 1989 dient dieser Egomane dem KP-Regime immer wieder als Vertuscher, so wollte er im Manuskript seiner Nobelpreisrede dem Regime bescheinigen, die Menschenrechtslage in der VR China verbessert zu haben. Mehr dazu: https://konfuziusinstituteundliuxiaobo.wordpress.com/2012/01/11/beitrage-uber-liu-xiaobo-von-xu-pei/

Während ich mich gerne zu dem „gemeinen Volk“ geselle, stellt sich Herta Müller hinter das „einsame Genie“ und beschimpft in der FAZ die Exilchinesen, wegen ihrer Kritik an einem Lügner.

Da die FAZ die Beschimpften nicht zu Wort kommen lässt, habe ich recherchiert, um herauszufinden, warum ich eine Literratur-Nobelpreisträgerin zur Verunglimpfung der Exilchinesen reizen konnte. https://konfuziusinstituteundliuxiaobo.wordpress.com/2012/01/15/herta-muller-und-schlimme-e-mails-von-exilchinesen/

Dabei habe ich festgestellt, dass sowohl Herta Müller als auch Liu Xiaobo von echten Dissidenten, wie Carl Gibson als verlogen betrachtet werden. „Die Zeit der Chamäleons“ ist Gibsons neueste Werk. http://carlgibsongermany.wordpress.com/2013/12/27/herta-muller-als-sujet-der-karikatur-michael-blumels-satirische-illustrationen-zu-carl-gibsons-neuem-werk-die-zeit-der-chamaleons/

Ein weiterer Zeitzeuge ist der Experte der rumäniendeutsche Literatur Ingmar Brantsch (1940-2013).  Mit 29 Jahren durfte Brantsch zum ersten Mal Rumänien verlassen und blieb dann wegen der Freiheit in Deutschland.  Er ist wie andere Kritiker von Herta Müller enttäuscht bzw. verbittert. Ein Aphorismus mit der Überschrift „Unglaublich“ von Brantsch lautet: „Sie können sich gar nicht vorstellen, wie doof der ist, der glaubt den Medien.“ Im März 2009 veröffentlichte Brantsch „Ich war kein Dissident“, um sich von Herta Müller und ihrem zweiten geschiedenen Ehemann zu distanzieren, die von der Ceausescu-Diktatur protegiert wurden und jeweils vier Preise bekamen.

Ihm gegenüber hatte ich noch die deutschen Medien verteidigt. Denn ich war der Meinung, dass man kein pauschales Urteil fällen sollte, nur weil es unter den deutschen Journalisten eine Lovenberg gibt, die eine Vorzeigeautorin der Ceausescu-Diktatur zur Untergrundautorin stilisiert hat. Zu der FAZ-Nachricht über den Julius-Campe-Preis 2013 an Lovenberg kommentierte ein Leser: „Fuer das lobhudelnde Interview mit Charlotte Roche hätte Frau von Lovenberg eher die ‚goldene Zitrone‘ der Literaturkritik verdient“. Als ich diese FAZ-Nachricht zu lesen bekam, war es zu spät, um noch einen Leserkommentar abzugeben. Möglicherweise wird er wieder nicht veröffentlicht, wie einst mein erster Leserkommentar zu Herta Müller. Wichtig ist, dass ich immer darum bemüht bin, zur Wahrheitsfindung beizutragen. Leider konnte meine Unterstützung Brantsch kaum trösten. Bis zu seinem Tod Ende Oktober 2013 konnte ich ihn mit keiner Nachricht erfreuen.

Aus Bedauern darüber, dass die FAZ gegen die Maxime ihrer Gründer „die Wahrheit der Tatsache als heilig zu betrachten“ verstößt, habe ich meinen Brief an die FAZ-Herausgeber vom August 2012  im Internet veröffentlicht und verschicke nun Rundmails, um der Desinformation entgegenzuwirken. Möglicherweise ist der heutige Abend ein Ergebnis meiner Rundmails.  https://konfuziusinstituteundliuxiaobo.wordpress.com/2012/12/11/brief-an-die-faz-herausgeber-von-xu-pei-am-10-august-2012/

Beim Widerstand gegen den Organraub in der VR China gerate ich wider Willen in den Konflikt mit den deutschen Politikern, Medienmachern und Prominenten. Warum? Für mich zählt nur der Wahrheitsgehalt und nicht der Bekanntheitsgrad. Funktionieren die deutschen Medien etwa genau umgekehrt? Stellen sie keine wahrheitstreue Presse mehr, sondern einen Medienmarkt dar, der sich um alles andere  als die universellen Grundwerte kümmert?

Wie dem auch sei, nichts kann mich daran hindern,  aus Wahrheitsliebe und Nächstenliebe Menschen und Gruppen zu unterstützen, die für unsere universellen Grundwerte kämpfen, wie das Non-Profit-Ensemble Shen Yun aus jungen Exilchinesen. Ich freue mich jetzt schon auf ihr Gastspiel in Frankfurt im März.

http://de.shenyunperformingarts.org/videos

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Ich freue mich auf unseren Austausch.

Januar  2014