XU Pei: Zum Triumph von Putins Genossen aus Peking

3 Apr

– Zur Zwangsabwesenheit von Ai Weiwei bei seiner Ausstellungseröffnung in Berlin

Als ich vor 25 Jahren zum Studium nach Düsseldorf kam,  konnte ich dank der veröffentlichten und öffentlichen Meinung in Deutschland zum Tiananmen-Massaker erkennen, dass mein Geburtsland Tibet und Herkunftsland China von der Kommunistischen Partei Chinas mit Propaganda und Gewalt regiert wird.

Der chinesische Protest gegen die KP-Diktatur und das Tiananmen-Massaker wurden von der westdeutschen Öffentlichkeit unterstützt.

Mein erster Redebeitrag auf einer Solidaritätskundgebung an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf fand Echo und ich wurde von den Zeitungen wie z.B. der Rheinischen Post interviewt. Durch meinen Einsatz für die Menschenrechte lernte ich Deutsche kennen, die mir dabei halfen, den Unterschied zwischen der freiheitlichen Demokratie und der Einparteien-Diktatur wahrzunehmen.

Nach meiner Promotion konnte ich nicht als Germanistin heimkehren. Als Exilchinesin fühle ich mich dazu berufen, mit Worten die universellen Grundwerte, die chinesische Kultur und die Natur gegenüber dem totalitären KP-Regime zu verteidigen.  In diesem Sinne ist meine letzte Buchveröffentlichung „Der weite Weg des Mädchens Hong“ entstanden.

Ich darf zwar mein Herkunftsland nicht betreten, aber um so mehr weiß ich die Freiheit im Westen zu schätzen. Aus diesem Grund möchte ich auch alles tun, um die freiheitlichen Grundwerte zu verteidigen.

Am 29. März 2014 bin ich der Einladung eines deutschen Falun Gong Anhängers gefolgt, um den neuen kommunistischen Führer Xi Jinping (1953-) aus Peking dazu aufzufordern, mit der Verfolgung und Ermordung von Andersdenkenden aufzuhören…

Xi soll in dem Rechtsstaat Deutschland sehen, dass die von den Kommunisten verfolgten Freiheitskämpfer in der VR China von der deutschen Zivilgesellschaft unterstützt werden. Leider haben die deutschen Politiker und Behörden nicht zugelassen, dass Xi  die Gewährung von Rede- und Versammlungsfreiheit mit eigenen Augen bezeugen konnte. Während die Demonstranten abgeschirmt wurden, durften die noch von der KP Chinas gelenkten Studenten und Festlandschinesen mit Einheitsfähnchen schwenken. Die Festlandschinesen meiner Kindergeneration haben kaum Chancen, sich von der systematischen KP-Indoktrination seit Kindesbeinen zu befreien. Selbst in Deutschland bekamen sie nur zu sehen, dass der deutsche Staatsapparat die Kommunisten aus Peking dabei unterstützt,  ihre Macht vor uns zu demonstrieren.

Xi mag mit seinen Auslandsveröffentlichungen  vermeintliche „intime Kenner Chinas“ weiter betäuben, aber ich kann ihm kein Vertrauen schenken. Denn im Jahr 2009 nahm ich schon seine nationalistische Rede vor Rotchinesen in Mexiko wahr, die ich auch ins  Deutsche übersetzte: “Es gibt Ausländer, die satt gegessen sind, aber nichts zu tun  haben; sie zeigen ihre Finger auf unsere Angelegenheiten. China  exportiert erstens keine Revolution, zweitens keinen Hunger und Armut, drittens macht es Euch keine Probleme, was gibt es noch zu sagen.” Seine zweite Ehefrau Peng Liyuan (1962-) gehört seit 1980 zu der Propagandatruppe in der roten Armee, und ist auch ein Mitglied der KP Chinas. So sang sie im Auftrag ihrer Partei überall, sogar auf dem Tiananmen-Platz, um die Soldaten zu betäuben, die das Massaker 1989  angerichtet hatten.

Wie schade! Putins Genossen aus Peking durften über den Rechtsstaat triumphieren. Wegen der Sperre des öffentlichen Verkehrs  konnten wir sogar nach unserer Protestveranstaltung auf dem Rathausplatz nicht mit der Straßenbahn fahren und mussten stundenlang warten.

Um dem Hitlergrußverweigerer Gustav Wegert nachzueifern, lieh ich den Stinkefinger von dem Künstler Ai Weiwei nach Düsseldorf und zeigte ihn den Staatsterroristen aus Peking, als die von 15 „weißen Mäusen“ eskortierte Wagenkolonne endlich donnernd vorbeiraste.

Dank des WZ-Berichtes „Xi Jinping auf Blitzbesuch an der Kö“ erfuhr ich, dass Xi den Namen des Dichters Heinrich Heine missbrauchte, um sich gut darzustellen. Dabei ist Heinrich Heine mein geistiger Wegbegleiter. Gott sei Dank bin ich  kein „Enfant Perdu“, auch wenn ich den  Freiheitskrieg weiter führe, wie Heine im Exil.

 

Köln, 31. März 2014

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