An die deutschen Rektoren wegen ihrer Kooperation mit der KP Chinas

17 Apr

 

                                                                                               Köln, den 18. November 2011

 

 

Kooperation Ihrer Hochschule, „Konfuzius-Institut“

 

Sehr geehrter Herr Professor Radtke,

 

am 8. November des Jahres publizierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer Rubrik „Die Gegenwart“ unter der Überschrift „Eine harmonische Welt“ eine ganzseitige Analyse zu Organisation, Finanzierung und Ausrichtung der sog. Konfuzius-Institute. Ich erlaube mir, mich dem Verfasser Professor Dr. Rudolph anzuschließen.

 

Aus seiner detaillierten, auf chinesischen Quellen beruhenden und meiner Überprüfung nach präzisen und korrekten Untersuchung ergibt sich, daß die oberste Parteileitung der Kommunistischen Partei Chinas (Politbüro) die „Konfuzius-Institute“ führt und finanziert, daß in den Aufsichtsgremien die staatlichen (de facto: KPCh-) Einheitsfront- und Zensurabteilungen das Sagen haben und die Botschafter (alle KPCh-Zellenleiter) der VRCh eine regelmäßige Anleitungsfunktion gegenüber diesen „Instituten“ ausüben.

 

Weiterhin ist dort aufgezeigt, daß leitende Mitarbeiter auch hiesiger Konfuzius-Institute auf der letztjährigen Jahresversammlung in Peking u.a. den obersten Zensor der KPCh, die No. 5 der Parteihierarchie, den Verantwortlichen für „Ideologie“ und die zahlreichen Verschleppungen von freiheitlichen Geistern (auch aus dem universitären Bereich!) in der VRCh, Li Changchun, mit stehender Ovation begrüßten, als er sich ihnen auf der Bühne zeigte.

 

Aus meiner Sicht ist damit die Unabhängigkeit von China-bezogener Lehre und Forschung an Ihrer Hochschule nicht mehr bloß gefährdet, sondern wahrscheinlich sogar schon nicht mehr vorhanden – sowohl thematisch als auch personell.

 

Als eingebürgerte Exilchinesin der Bundesrepublik Deutschland, zumal als eine, die einst die Despotie der chinesischen KP-Funktionäre à la Li Changchun am eigenen Leib erfahren hat und gerade davor ins Exil nach Deutschland geflüchtet ist, halte ich es für selbstverständlich, daß Sie und der Senat Ihrer Hochschule sich nun, nach der Veröffentlichung in der F.A.Z., mit diesem Thema befassen und der deutschen Öffentlichkeit über die Haltung und Sicht Ihrer Universität Rechenschaft ablegen.

 

In der Gewißheit, daß Sie und der Senat das auch so sehen, verbleibe ich, auf Ihre Antwort wartend,

 

PS.:

Bei Bedarf könnte ich Ihnen die PDF-Datei per E-Mail zukommen lassen.

 

Ein inhaltlich gleiches Schreiben habe ich auch an die Präsidenten/Rektoren aller anderen Hochschulen in Deutschland geschickt, die „Konfuzius-Institut“-Kooperationen mit der Kommunistischen Partei Chinas pflegen.

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