Archiv | März, 2013

XU Pei: Zum dreißigsten Jubiläum meines Deutschlernens

15 Mrz

Der deutschen Sprache habe ich viel zu verdanken. Ohne sie hätte ich eine Möglichkeit weniger, mich mit Menschen auszutauschen.

 

Empfänger dieser Rundmail gehören zu denjenigen,  die ich dank der deutschen Sprache in China, im Westen oder auch nur im Internet kennengelernt habe und informieren möchte.

 

1983 habe  ich  angefangen auf Wunsch meiner Mutter Deutsch als Hauptfach in Chongqing zu studieren, wo ich mich zum ersten Mal  mit Menschen aus dem Westen anfreunden konnte.

 

Meine erste Lehrerin aus der BRD lernte ich als 18-jährige kennen. Sie war Sinologin und sprach außerdem noch Englisch, Französisch und Italienisch. Nicht nur ihr Aussehen war anders, sondern auch ihr Verhalten. Um sie zu verstehen, musste ich mich anstrengen, was bei den einheimischen Deutschlehrern nicht nötig war. Bei ihr fing ich an, auf Deutsch zu schreiben und bekam das Wort „Blabla“ als Kommentar beigebracht. Während des vierjährigen Studiums hatte ich noch andere Menschen aus  freiheitlicher Welt kennengelernt, aber sie hat mich am meisten beeinflusst. Sie, eine Französin und zwei weitere Deutsche haben mir die Grundlage für die Figur Bibi in meinem Roman „Der weite Weg des Mädchens Hong“ geliefert.

 

Bei jeder Gelegenheit habe ich von ihr geschwärmt, sodass meine Mutter extra einen dicken Wollpullover als Abschiedsgeschenk für den kalten Winter in ihrem Heimatland gestrickt hatte. Als ich 1988, in einem Drachenjahr nach Deutschland einreisen durfte, hatte sie mich vergeblich in Frankfurt erwartet, während ich in Ostberlin landete.

 

Nach dem Studium in China habe ich als Reiseführerin noch mehr deutsche Muttersprachler kennengelernt. Unter ihnen befindet sich beispielsweise ein Röntgenexperte, der mich bis heute unterstützt. Dank seines Reiseberichtes vor 26 Jahren erfahre ich erst, dass ich im September 1987 bereits 11 Reisegruppen aus dem Westen betreut hatte. Damals war ich auch auf der Suche nach richtigen deutschen Wörtern. Statt des Wortes „Ventilator“ fiel mir dazu nur „elektronischer Fächer“ ein, dennoch wurde ich verstanden. Ein Zitat aus dem Reisebericht lautet: „Fräulein Xu Pei …lachte viel und auch mal über sich selbst…Ich fragte sie, was das für ein großer Raubvogel am Himmel sei und es kam wie aus der Pistole geschossen: ‚Das ist ein Adlerfisch!‘ Im selben Moment hat sie es selbst gemerkt und fing mit uns allen an zu lachen. Sie scheint ein modernes Mädchen zu sein, trägt eine Art Hosen-Minirock.“ Rückblickend kann ich nur bestätigen, dass ich zu den „glücklichen Schweinen“ in Rotchina gehöre, die ein unbeschwertes Leben vor dem Tiananmen-Massaker führen und ohne Traumata die „Farm der Tiere“ verlassen konnte.

 

Nach meinem ersten Heimkehrversuch 1996 fing ich an, das Leben der Chinesen unter kommunistischer Herrschaft auf Deutsch darzustellen. Mein Hauptwerk ist „Der weite Weg des Mädchens Hong“. 1998 war die erste Fassung unter dem Titel „Drachenmädchen“ fertig. Seitdem sind mehrere Versionen entstanden, bis 2012, wieder ein Drachenjahr, der CH. SCHROER Verlag die letzte Version unter dem jetzigen Titel in das Frühjahrsprogramm 2013 aufnahm.

 

Anders als die Hauptfigur meines Romans spiele ich kein Musik-Instrument, aber ich bin mit einigen chinesischen Musikerinnen und Tänzerinnen befreundet. Drei davon haben das Ensemble Shen Yun in New York mitbegründet. Darum unterstütze ich Shen Yun von Anfang an mit allem, was mir zur Verfügung steht, zumal das Spiel der Erhu-Solistin Qi Xiao-chun meine Herzensstimmung widerspiegelt:

 

 

Die Pflaumenblüten, deren Bedeutung und Sinnbild in der chinesischen Kultur  ich  mühsam mit Worten vermitteln möchte, werden auch von den jungen Exilchinesinnen plastisch auf der Bühne dargestellt.

 

 

In diesem Jahr gastieren sie ab dem 22. März  in Berlin und ab dem 29. März in Frankfurt.

 

http://de.shenyunperformingarts.org/berlin

 

http://de.shenyunperformingarts.org/frankfurt

 

Hiermit möchte ich alle darauf hinweisen und bin bereit, diejenigen einzuladen, die  aus finanziellen Gründen Shen Yun nicht live erleben können.

 

In diesem Sinne habe ich noch ein Interview ausgesucht, das mich sehr gefreut hat, denn ich hatte den interviewten Verfasser des Buches „Gepeinigter Drache“ zu Shen Yun bewegt!

 

http://de.shenyunperformingarts.org/reviews/_kAYqA36Zzvw/china-experte-thomas-weyrauch-„shen-yun-ist-ein-muss-am-besten-live-erleben-“.html

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