Xu Pei: Rufmord an der Deutschen Welle?

26 Nov

Diesen Artikel habe ich im Sommer 2009 geschrieben und auf einer Webseite veröffentlicht, die heute nicht mehr wieder zu erkennen ist. Dort ist der Artikel auch nicht mehr auffindbar. Aber die Problematik, die der Artikel ansprach, ist immer noch aktuell, leider.

 

Die Deutsche Welle  stellt für Menschen, die in Rot-China oder Iran keine freie Information bekommen dürfen, ein Fenster zur Freiheit dar, die man in Deutschland genießen darf.

 

Jedoch wurde dieses Fenster teilweise verschlossen. Dank den öffentlichen Diskussionen wegen der Olympischen Spiele 2008 ,   hat man erst gemerkt,  dass das chinesische Programm der DW die Propaganda der KP Chinas übernahm und damit das Fenster zur Freiheit zugemacht wurde.  Die Chinesen in Rot-China wurden dadurch zu Opfern, weil sie von der DW keine unzensierte Information bekommen konnten. Ein Reimport der KP-Propaganda fand durch die DW statt.

 

Schon deswegen ist es gut, wenn die Mitarbeiter der DW zur öffentlichen Diskussion oder zum Interview eingeladen werden, damit man erfährt, wer Deutschland seine Stimme verleiht.

 

Der DW-Intendant Erik Bettermann hat leider in seinen Interviews letztes Jahres keine gute Figur abgegeben. Die Bemühungen der DW-Kritiker um die Einhaltung der universellen Grundwerten bei der Berichterstattung  wurde von ihm mit Diffamierung erwidert. Darf ein SPD-Mitglied in dieser Position so handeln? Schließlich hat die Deutsche Welle nicht nur die Aufgabe, mit ihren Programmen in Deutsch und Fremdsprachen dem Ausland ein umfassendes Bild des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens in Deutschland zu vermitteln, sondern auch den Auftrag, sich für die freiheitliche Demokratie einzusetzen.

 

Die Deutsche Welle hat diesen Auftrag in Bezug auf China nicht erfüllt. In diesem Urteil über das Chinaprogramm der DW stimmen die Regimekritiker weltweit überein. Dies kommt  in der Widerstandsbewegung gegen das kommunistische Regime selten vor. Dennoch hat die DW unsere Kritik ignoriert.

 

Wir mussten Ende 2008 mit ansehen, wie ein Selbstinterview auf der chinesischen Internetseite der DW veröffentlicht wurde, um die renommierte  Chinaexpertin He Qinglian zu verleumden, weil sie auch zu den DW-Kritikern gehört. Diese Menschenrechtsverletzung  geschah kurz vor dem 60sten Internationalen Tag der Menschenrechte,  als ich gerade mit einer Rede unter der Überschrift „China wird auch unterdrückt“ beschäftigt war. http://kommentare.zeit.de/user/xu-pei/beitrag/2008/12/13/china-wird-auch-unterdrueckt

 

Der Ruf von He Qinglian konnte aber nicht geschädigt werden. Denn He gehört zu den weltweit anerkannten chinesischen Intellektuellen, deren Glaubwürdigkeit durch die Verfolgung von der KP Chinas hart geprüft worden ist. Vor 10 Jahren, als He noch in China war, hatte Focus schon über  ihr Werk „China in der Modernisierungsfalle“ berichtet. http://www.focus.de/politik/ausland/china-am-ursprung-allen-uebels_aid_174154.html

 

He hat damit bewiesen, dass der „Wandel durch Handel“ unter der kommunistischen Führung gescheitert ist.  Deswegen ist He für die kommunistischen Machthaber wie ein Dorn im Auge. 2001 musste He in die USA fliehen. Drei Jahre später hat He ein Buch über die kommunistische Medienkontrolle  in China veröffentlicht. Nun könnte He aus ihrer eigenen Erfahrung darüber schreiben, wie die KP  Medien wie z.B. die DW sogar im Ausland  kontrolliert.

 

Das Selbstinterview auf der chinesischen Internetseite der DW half aufmerksamen Chinesen dabei, den Zusammenhang zwischen dem Chinabesuch von Bettermann im November 2006 und dem Ende der Zusammenarbeit zwischen der DW und He kurz danach zu erkennen. Dies ist also ein Beispiel dafür, dass die DW indirekt unter der Führung der KP Chinas stand.

 

Deshalb schien mir das Selbstinterview wie ein Selbstmordattentat zu sein, mit dem  der Ruf der Deutschen Welle unter Chinesen ein für allemal ruiniert werden sollte. Wenn die KP das Chinaprogramm nicht kontrollieren kann, dann muss es zerstört werden.  Eine kommunistische Devise lautet: Kontrollieren oder Zerstören!

 

Danach haben weitere Rufmordversuche bei der Deutschen Welle stattgefunden. Ende April war es Thomas Heberer, der bei der DW zum zehnten Jahrestag der Falun Gong Verfolgung die  seit zehn Jahren anhaltende KP-Diffamierung wiederholte.

 

Ich verteidige Falun Gong seit meinem zweiten Heimkehrversuch (2001/2002). In China konnte ich mich davon überzeugen, dass sich das Regime nach dem Pekinger Massaker zu einem roten Nazi-Regiem entwickelt hat. Aber Thomas Heberer und Co.  verteidigen dieses Regime, auch wenn sie wissen, dass die KP Chinas Menschen weiterhin der Glaubens- und Meinungsfreiheit beraubt. Und das schon seit 60  Jahren.

 

Thomas Heberer  ist  unter Chinesen als  „braver Schwiegersohn der KP Chinas“ bekannt. Ein Artikel in der Propagandazeitschrift der KP Chinas bestätigt, dass Thomas Heberer seit 1977 freiwillig für die Propaganda der KP Chinas arbeitet. http://german.beijingreview.com.cn/50Jahre/txt/2008-04/09/content_109310.htm

Eigentlich wollte ich die verbotenen Bücher und gefangenen Autoren in China vorstellen. Aber nachdem ich durch die chinesischen Medien im Exil erfuhr, dass die Deutsche Welle  auch den 20sten Jahrestag des Pekinger Massakers missbrauchte, um für die KP Chinas zu werben,  lasse ich mich wieder herausfordern, um die deutsche Öffentlichkeit weiter über die chinesische Kritik an der DW zu informieren.

 

Der Rufmord an der Deutschen Welle bedeutet auch einen Rufmord an der Demokratie, in der ich mich wohl fühle und die ich auch mit den Menschen in China teilen möchte.

 

Wer nicht in einer „Farm der Tiere“ leben will, der muss die Deutsche Welle und  die Demokratie verteidigen, gegenüber den Kommunisten oder den Rechtsextremisten!

 

Köln, 1. Juli  2009, zum verfälschten Gründungstag der KP Chinas

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