XU Pei: Hauptakteur der Konfuzius-Institute Wolfgang Kubin im Vergleich zu Bei Ling

25 Nov

Wolfgang Kubin fiel im Jahr 2009 auf und wurde in den chinesischen Exilmedien kritisiert.

Immer wieder gab der Sinologieprofessor aus Bonn unverantwortliche Äußerungen von sich. Er schrieb beispielsweise am 9. Oktober 2009 einen Leserbrief an die Neue Züricher Zeitung, um zunächst seine Verachtung gegenüber dem Exilchinesen Bei Ling kundzutun und dann zu behaupten, „Die sogenannten Dissidenten arbeiten mit ihren sogenannten Unterdrückern Hand in Hand, um sich in Ost wie West Vorteile zu verschaffen.“

Es gibt in der Tat sogenannte Dissidenten, die unter der Führung der KP arbeiten. Aber wir nennen sie Spitzel. Bei Ling versteht sich genau wie ich nicht als Dissident, aber die kommunistischen Machthaber erlauben nicht, dass wir Glaubens- und Gedankenfreiheit haben und unsere Menschenrechte genießen. So müssen wir gezwungenermaßen im Exil leben. Ich bin dankbar dafür, dass ich in Deutschland reden und schreiben kann, was mir in den Sinn kommt, ohne von der KP verhaftet, wie Huang Jinqiu, gefoltert wie Zhang Lin, überwacht wie Ai Weiwei, oder ermordet wie Yu Zhou ( 1966-2008), zu werden.

In einem Interview beim WDR am 15. Oktober 2009 ließ Kubin weiter kein gutes Haar an Bei Ling, als er von dem Moderator auf die zwei ausgeladenen Dissidenten des Auftaktsymposiums zur Frankfurter Buchmesse angesprochen wurde. Wortwörtlich sagte Kubin im WDR: „Den Namen möchte ich hier nicht erwähnen, gehe ich davon aus, daß es sich nicht wirklich um einen Literaten handelt, oder gar um einen Dissidenten, ich kenne sein Verhältnis ziemlich genau, ich denke, dass er selbst nur ein Spiel treibt. “

Kubin verleugnete sogar die Existenz der chinesischen Schriftsteller im Gefängnis und behauptete in dem WDR-Interview, „Man kommt also heute nicht mehr ins Gefängnis dafür, dass man schreibt, das war zur Zeit der Kulturrevolution so, man kommt auch nicht mehr ins Gefängnis für das, worüber man schreibt. Man kann schreiben, was man will, man kann auch sagen was man will …“

Ich aber habe mit der Hilfe der Gesellschaft für bedrohte Völker eine Gefängnis-Attrappe auf der Frankfurter Buchmesse 2009 eingerichtet, um auf etwa 130 von der GFBV registrierte chinesische Kollegen hinzuweisen, die wegen ihrer Veröffentlichungen von der KP ins Gefängnis geworfen worden sind.

Am 3. Dezember 2009 veröffentlichte die Westdeutsche Zeitung ein Interview mit Kubin, in dem stand, „Der chinesische Autor wünsche sich nichts sehnlicher, als dass der Zensor ihn verbiete, haben Sie kürzlich geschrieben . . .
Kubin: Das ist richtig. Dann macht er Kasse im Westen. Aber nur, wenn er Erzählungen schreibt. Der Westen interessiert sich ja gar nicht für die Wahrheit. Wenn jemand sagt, ich bin Dissident, dann wird ihm das abgenommen, es wird nicht überprüft, das war der Fall bei dem Skandal auf der Buchmesse mit Bei Ling, der ist überhaupt kein Dissident, der ist 1988 bereitwillig ausgewandert nach Amerika, und er hat genau gewusst, was er sagen muss, um die Presse hier zu bedienen und entsprechend finanziell abzukassieren.“

Bei Ling habe ich persönlich 2006 in Melbourne (Australien) auf der ersten Konferenz der chinesischen kulturellen Freiheitsbewegung getroffen, die sich gegen die kommunistische Unkultur richtet. Aber vorher hatten wir Kontakt per Internet. Denn wir haben gemeinsame Kollegen und veröffentlichen in denselben Exilmedien.

Ich kenne genügend chinesische Kollegen, deren Bücher verboten sind. Alle leiden darunter. Warum hat Kubin bis jetzt noch keinen chinesischen Autor genannt, der sich über das Verbot seiner Bücher freut? Möchte Kubin mit solch einer unbegründeten Behauptung die Zensur der KP schön reden? Die chinesischen Kollegen, die im Exil leben müssen, leiden meistens auch. Ich bin eine der Wenigen, die sich im Exil wie Heinrich Heine in Paris wohl fühlen.

Nach dem Pekinger Massaker 1989 haben sich allein in Deutschland über 5000 chinesische Studenten und Wissenschaftler gegen die KP entschieden und kollektiv Asyl beantragt. Sie waren alle von der KP Chinas ausgewählt und nach Deutschland geschickt worden. Und in der Bundesrepublik Deutschland hat es seit der Machtübernahme der KP bis jetzt immer chinesische Asylanten gegeben. Kubin als Sinologe kann nicht behaupten, dass er davon nichts weiß.

Bei Ling war vor dem Pekinger Massaker als Autor zu Besuch in den USA. Danach hat er sich genau wie viele andere Chinesen dafür entschieden, im Ausland zu bleiben. Aber anders als Gao Xingjian in Paris, der viel unter der KP gelitten hat, hatten Bei Ling und ich keine persönlichen schlechten Erfahrungen mit der KP. Der Nobelpreisträger 2000 hat nach dem Pekinger Massaker den Entschluss gefasst, China nicht zu betreten, solange die KP an der Macht ist. Aber wir konnten dies nicht.

Deshalb habe ich nach meiner Promotion zweimal versucht, nach China zurückzukehren. Bei Ling hat es auch getan. Ich bin jedes Mal unverrichteter Dinge abgereist. Bei Ling war im Jahr 2000 mutig genug, um die Exil-Literaturzeitschrift „Tendenz“ in Peking drucken zu lassen, ohne die Genehmigung der KP einzuholen, die er sowieso nicht bekommen konnte. Darauf hin wurde er verhaftet und gefoltert. Er hatte Glück, weil die KP ihn unter dem internationalen Druck nach ein paar Tagen in die USA verbannte.

Bei Ling ist ein Chinese, der seiner eigenen Idee und nicht der KP folgt. Vor seiner Verhaftung hat er in den USA die „Tendenz“ und nach seiner Verhaftung hat er in den USA den chinesischen Pen initiiert, zu dessen Vorsitzendem Liu Xiaobo einst geworden war.

Es war Kubin, der Bei Ling half, ein Literaturstipendium vom DAAD (1997/1998) zu bekommen.
Nun ist es auch Kubin, der ihn bei jeder Gelegenheit beschimpft. Bei Ling weiß nicht warum. Mir fallen dazu nur die folgenden Tatsachen auf.

Bei Ling wird nicht von der KP geduldet und darf nicht einreisen, während Kubin ein willkommener Gast im heutigen China ist und 2007 einen „Staatspreis“ in der „großen Halle des Volkes“ entgegennehmen durfte. „Dies sei ein Zeichen dafür, dass das Schwarz-Weiß-Denken der Vergangenheit aufgegeben werde, sagte Kubin“ steht als Kernaussage auf der Webseite des Deutschlandfunks über ein Interview mit Kubin, das er vor der Preisverleihung am 29. August 2007 im Deutschlandfunk gab.

Als Kubin in der großen Halle des Ehrengastes der Frankfurter Buchmesse 2009 auftrat, nahmen wir an einer Veranstaltung in einem primitiven Raum teil, um für die verfolgten Autoren in China Freiheit zu fordern.

Außerdem hat noch kein Konfuzius Institut unter der KP-Führung in Deutschland einen Kollegen von uns eingeladen, aber Kubin ist ein Hauptakteur der Konfuzius Institute, obwohl Lu Xun (1881-1936), den Kubin wie Mao und die KP verehrt, Konfuzius diffamiert hatte.

Jedenfalls gehört Kubin nicht umsonst als einziger Deutscher und Sinologe zu den zehn „Chinaexperten“ im Ausland, die der Sender „International Channel Shanghai“ unter der KP-Führung zum 60sten Gründungstag der Volksrepublik China mit einer Sendung gewürdigt hat. Zu diesen „Chinaexperten“ gehören auch Henry Kissinger, Juan Antonio Samaranch und Robert Kuhn. Daran ist zu erkennen, auf welches Niveau Kubin schon gesunken ist.

Das gab auch den Ausschlag dafür, Kubin in das geplante Buch eines Exil-Verlags „Unverschämte Westler“ aufzunehmen, das die erfolgreichsten Propagandisten der KP im Ausland portraitiert.

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Eine Antwort to “XU Pei: Hauptakteur der Konfuzius-Institute Wolfgang Kubin im Vergleich zu Bei Ling”

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  1. Some Blogs have it … « Das neue China - Dezember 3, 2012

    […] Peis Blog wegen der Klarheit, mit der sie uns auf Deutsch (ja!) über die wahren Zusammenhänge im Kulturaustausch zwischen China und Deutschland informiert. Aber auch andere haben viel Zeit und Arbeit investiert, […]

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