Xu Pei: Die rote Welle aus Deutschland

17 Nov

Das Chinaprogramm der Deutschen Welle weicht eklatant von ihrem eigenen Wertekanon ab, der auf dem deutschen Grundgesetz basiert. Ein Import und Export der roten Propaganda finden statt.

1. Die rote Propaganda

Rot ist die Farbe der Kommunisten. Dies wurde auch durch die Olympischen Spiele 2008 deutlich gezeigt. Die rote Fahne, das rote Kleid, das rote Lied, selbst die von den kommunistischen Soldaten dargestellten Schüler des Konfuzius mussten einen roten Strich an der Stirn tragen.

Auf diese Weise wurde der rote Nationalismus im Namen der Olympischen Spiele weltweit präsentiert.

Die Kommunistische Partei Chinas unterhält seit ihrer Gründung eine Armee, deren Soldaten mit einer roten Feder gewappnet sind. Der größte Propagandist der KP Chinas hieß Lu Xun. Lu Xun und andere rote Propagandisten haben die brutale kommunistische Irrlehre, die sich mit der chinesischen Kultur  nicht vereinbaren lässt, nach China importiert und dazu beigetragen, dass die KP Chinas mit Hilfe von Stalin und der Komintern die erste demokratische Regierung in der chinesischen Geschichte auf dem Festland umstürzen und auf die Insel Taiwan vertreiben konnte.

Literatur, Kunst und Presse dienen seit 1949 dem Regime dazu, seine Ideologie zu propagieren und seine Diktatur aufrecht zu erhalten.Mittlerweile versucht die Kommunistische Partei Chinas die Menschen weltweit mit ihrer Propaganda systematisch zu desinformieren. Während man sich in Deutschland auf vielfältige Weise und aus verschiedenen Quellen informieren kann, ist man in der VR China der Propaganda ausgeliefert.

Die rote Propaganda kann man erkennen, wenn man das kommunistische System durchschaut hat, die unverfälschte chinesische Geschichte, die Lage in der VR China einschließlich Tibet , die Republik China und Hongkong kennt.

Nach dem tibetischen Aufstand 2008 und der darauf folgenden Niederschlagung durch das Regime fühle ich mich gezwungen, auf die rote Infiltration der Kommunistischen Partei Chinas in Deutschland hinzuweisen. Als chinesische Exildichterin in Deutschland kann ich nicht zusehen, dass die rote Propaganda vor meinen Augen verbreitet wird, zumal ich seit 2004 einen deutschen Pass bekommen habe und mich in Deutschland wie Zuhause fühle.

Den Anfang habe ich mit meiner Gastrede am Gewerkschaftstag des Deutschen Journalisten-Verbandes NRW im April gemacht.Die rote Infiltration findet in Deutschland auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Bereichen statt.Unter den deutschen Politikern gibt es nicht nur Helmut Schmidt, der die rote Propaganda übernimmt und verbreitet, wie zum Beispiel: “Aber die von uns so gepriesene Demokratie ist in ihren Augen (angeblich der chinesischen ‘Oppositionellen’) nicht so wichtig wie das materielle Wohlergehen von dreizehnhundert Millionen Chinesen. Das ist die allgemeine Meinung.” An den deutschen Universitäten gibt es auch nicht nur Thomas Heberer, der im Chinaprogramm der DW behauptet: “Deshalb ist die KP Chinas zur Zeit die Garantie für die Stabilität und den Wohlstand in China”. Unter den deutschen Journalisten fällt auch nicht nur Zhang Danhong von der Deutschen Welle als Sprachrohr der KP auf.

Alle rot infiltrierten Deutschen werden im China-Programm der Deutschen Welle immer wieder vorgestellt und zitiert. Ein Re-Import der roten Propaganda findet auf diese Weise statt. Die KP Chinas weiß, dass ihre Medien für die eigenen Bürger nicht glaubwürdig sind und sorgt immer dafür, dass ihre Propaganda via Ausland zu ihnen gelangt, wie der offene Brief des Autorenkreises aus dem ehemaligen Ostblock an den Bundestag auch bestätigt.

2. Import und Export der roten Propaganda

Zhang Danhong hat mit ihren öffentlichen Äußerungen deutlich gezeigt, dass sie sich als DW-Journalistin mit dem Terrorregime in China identifiziert. Leider findet sie Rückendeckung in der DW. Wie konnte sie sonst mit dieser distanzlosen Haltung zu einem Terrorregime bei der DW in eine leitende Position aufsteigen?

Bei meinen Recherchen habe ich herausgefunden, dass Zhang Danhong keineswegs erst seit dem tibetischen Aufstand die kommunistische Politik  rechtfertigt. Das tut sie bei jeder Gelegenheit, könnte man behaupten. So hat sie im Januar als DW-Journalistin auf der Fair 2008 Tagung und Landeskonferenz unter dem Motto “Gerechtigkeit im Treibhaus Erde” die rote Infiltration in Afrika gerechtfertigt.

Jeder gewissenhafte Intellektuelle muss Anstoß daran finden, was das kommunistische Regime in Afrika treibt. Aber Zhang Danhong verteidigt “die neuen Kolonialherren ohne Moral”, indem sie die EU scharf angreift, “Die EU verramscht in Afrika ihre Agrarüberschüsse zu Dumping-Preisen das zerstört dort ganze Wirtschaftszweige. Wer spricht hier von Moral?” Selbst wenn es wahr ist, was Zhang Danhong behauptet, kann man kein Verbrechen des Regimes gutheißen, weil es noch andere Missstände gibt. Aber Zhang argumentiert als DW-Journalistin wie eine Sprecherin der KP Chinas mit falschen, großen, und hohlen Worten, “Wir hatten gar keine andere Wahl, als die Lücken zu schließen, die der Westen in Afrika gelassen hat. Europa und China sind Konkurrenten in Afrika. Wettbewerb belebt das Geschäft.” Ich verstehe nicht, warum die DW zugelassen hat, dass ihre Mitarbeiterin sich mit einem Terrorregime identifiziert und als DW-Expertin dieses Regime überall verteidigt.

In der Tibetfrage hat das Chinaprogramm der DW auch in Eberhard Sandschneider einen weiteren Deutschen gefunden, der die regimekonforme Haltung der China-Redaktion bzw. Zhang Danhongs teilt.

So veröffentlichte die Onlineausgabe des Chinaprogramms am 18. März den Bericht “Sandschneider führte in der Tibetfrage ein Wortgefecht: Was würde Deutschland machen, wenn es in Bayern passieren würde“.

Am 17. April führte Zhang noch einmal ein Interview mit Eberhard Sandschneider, unter dem Titel ” ‘China-Fieber’ wandelte sich zum ‘Chinaangst-Fieber’ ”

In diesem Interview kam der gleiche Vorwurf an der werteorientierten Außenpolitik von Bundeskanzlerin Merkel mit Sandschneiders Worten zum Ausdruck, den Zhang drei Monate später selbst im ZDF zum Ausdruck brachte. Das Gespräch liest sich für mich wie ein Kabarett:

Deutsche Welle: Sie haben eben den Altkanzler Schmidt erwähnt. Er hat jetzt auch an der westlichen Diskussion über China teilgenommen. In seinem Zeit-Interview sagte er, er hat sich besonders darüber geärgert, dass einige amerikanische Politiker sich dreist einbildeten, sie und ihre Verbündeten die Verantwortung zu haben, ihre politische Meinung in der ganzen Welt zu verbreiten. Finden Sie, dass Frau Merkel sich von dieser dreisten Einbildung anstecken lässt?

Sandschneider: Sie hat in der Tat diesen Eindruck erweckt. Ich möchte betonen, jedes Mal wenn Helmut Schmidt in solchen Momenten aufsteht und sich zu Wort meldet, hat er gezeigt, dass er ein weiser Analytiker ist. Er hat völlig Recht. Ich zitiere gerne einen Satz von ihm: “Die westliche Einbildung verursacht wirklich grenzenlosen Schaden.” Die enge Zusammenarbeit zwischen Merkel und Busch hat der deutschen Außenpolitik sehr fragwürdige Faktoren gebracht. Eines Tages wird sie erkennen müssen, dass die Zeit vorbei ist, in der sich die ganze Welt an die westlichen Spielregeln zu halten hat. Aber sie ist jetzt noch von dieser Erkenntnis entfernt. Dies hat in gewissem Grad Fehler in ihrer Außenpolitik verursacht.

So weit eine Kostprobe von dem roten Kabarett über die Bundeskanzlerin, das Zhang Danhong im Namen der DW mit einem Gleichgesinnten aufgeführt hat.

Laut dem Bericht eines chinesischen Hörers hat sogar eine Nachrichtensprecherin der DW am 31. August angesagt: “dass die reaktionäre Kraft in Tibet  so häufig angreift und stört, dass die Befreiungsarmee und die Polizisten alle Hände voll zu tun haben.”

Bundeskanzlerin Merkel wird Zielscheibe der roten Propaganda und Propagandisten, nur weil sie Grundwerte und Menschenrechte als Grundpfeiler der außenpolitischen Interessen Deutschlands betrachtet, ganz anders als ihre Vorgänger.

Die neueste Rede von Merkel am 17. September in Berlin beim Tag der Konrad Adenauer Stiftung hätte die oben genannte Propaganda berichtigen können.

Aber über die amtierende Bundeskanzlerin wurde nur kurz berichtet. Stattdessen rühmte die Onlineausgabe des Chinaprogramms zweimal hintereinander den ehemaligen Kultusminister der VR China, Wang Meng, der sich als elfjähriges Kind schon von der KP Chinas vereinnahmen ließ und seit dem 14. Lebensjahr ein Mitglied der KP ist, als er neulich in Deutschland zu Besuch war.

Selbst in der VR China brauchte Wang Meng schon vor fünf Jahren die Lüge, dass er zum Nobelpreis nominiert wäre, um im Literaturbetrieb gefragt zu werden. Ein Schriftsteller, der unter der kommunistischen Führung schreibt und sich stets bemüht, in seinem Werk die aktuelle Politik  der KP zu zeigen, kann man nur als Propagandist bezeichnen, auch wenn er einst als Rechtes Element von der KP verfolgt wurde. So lautet seine Rede diesmal im so genannten Konfuzius Institut an der Hamburger Universität “Eloquente Literatur und harmonisierende Literatur”. Ja, Wang Meng braucht Eloquenz, um Harmonie in einem Land vorzugaukeln, in dem alle fünf Minuten ein Volksaufstand stattfindet, wie das Regime von seinen Propagandisten verlangt. Aber das China-Programm behauptet mit Worten einer deutschen Sinologin Eva Müller, dass Wang Meng einer der wichtigsten Schriftsteller in der chinesischen Gegenwart sei.

Was der Autorenkreis der Bundesrepublik Deutschland mit seinem offenen Brief verhindern möchte, ist also bereits eine Tatsache: Das China-Programm der DW hat den chinesischen Widerstand verraten und die Kritik an dem Terrorregime überdeckt.

Ein Wortführer der chinesischen Opposition, Zhong Weiguang, hat zwei Artikel über die rote Infiltration der DW veröffentlicht. In dem langen Artikel “Die Reue von Raymond Aron – die zweite Analyse des Chinaprogramms der DW” hat Zhong das Verhaltensmuster beziehungsweise die Gedankenmuster der roten Propagandisten seit der Gründung der Sowjetunion ausführlich analysiert. Dort erfuhr ich, dass “die China-Redaktion der DW von Unzufriedenheit mit Merkel , sogar von Hass gegen sie erfüllt sei,” wegen ihrer Identifizierung mit dem Regime.

Nicht nur die chinesische Opposition, sondern auch die deutschen Steuerzahler dürften nicht damit einverstanden sein, dass das China-Programm der DW zur Plattform der roten Propaganda verkommt.

Zum Schluss möchte ich den weißrussischen Menschenrechtler Alexander Milinikiewitsch zitieren, dessen Erkenntnis mit meiner übereinstimmt:“Mittels der Propaganda bemühen sich die autoritären Regierungen, ihren Bürgern einzureden, dass ein solcher Begriff, wie Menschenrechte, haltlos ist. Jede Verletzung der Menschenrechte durch die Musterländer der Demokratie wird unausbleiblich für die Legitimierung der Diktatur verwendet. Die Tyrannen reden den Menschen ein, dass es in der Politik  keine Werte gibt und die Politiker aller Länder Lügner und Egoisten sind. ”In Deutschland gibt es zwar Helmut Schmidt, aber Politiker, die Gewissen und Moral zeigen, sind Gott sei Dank auch noch vorhanden.

Erstveröffentlichung  01.10.2008 – 04.53

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