XU Pei über den deutschen „Sinologen“ Tilman Spengler (2011)

31 Aug

Zur Flaschenpost von Spengler

Spengler zeigt eine kriecherische Haltung gegenüber den Machthabern wie Liu Xiaobo

Als Spengler 2002 auf der Buchpremiere meines dritten Gedichtbandes „Affenkönig“ mit Illustrationen von Jörg Immendorff, eine Rede hielt, habe ich ihn persönlich über die Lage in China, insbesondere die Verfolgung von der Falun Gong-Bewegung, informiert. Die verifizierten Todesopfer betragen bis heute 3434. (Stand 11.05.2011)

Seit ich dank Internet mit Menschen weltweit verbunden bin, sind zwei Kollegen Yang Chunguang (1956-2005)und Lihong (1958-2010) in China zu Tode verfolgt worden. Die beiden Dichter und weitere inhaftierte Kollegen motivieren mich, die Öffentlichkeit über die Lage in meiner Heimat aufzuklären. Ich habe nicht nur Lihong unterstützt, der sich gegen den Missbrauch der Olympischen Spiele 2008 aussprach, sondern betrachte auch Heinrich Mann als Vorbild, der sich gegen den Missbrauch der Olympischen Spiele 1936 stellte. Ebenso ist die Geschwister Scholl ein Ansporn für den chinesischen Widerstand gegen die kommunistischen Machthaber. Tilman Spengler aber hat die größte Propaganda-Schau in Peking schöngeredet und sitzt vermutlich gerne mit den Machthabern in einem Boot.

Ein aufrichtiger China-Experte hätte die Olympischen Spiele 2008 nicht unterstützt, sondern die Parallelen zwischen Nazideutschland und dem kommunistischen China nach dem Tiananmen-Massaker aufgezeigt.

Viele Chinesen sind von den Kommunisten verhaftet worden. Aber Spengler hat ausgerechnet Liu Xiaobo mit einer Laudatio gewürdigt. In seinem „Monolog eines Überlebenden der Endzeit“ (1992 ) gesteht Liu Xiaobo offen: „Ich verachte Menschenmassen, betrachte die Gesellschaft als Mob, verehre die persönliche Kreativität des Genies, mein Lebensziel ist zu sehen, ob ein einsames Genie mit Kreativität stärker ist als das gemeine Volk“. Das ist nicht die Position des chinesischen Widerstands gegen die Kommunisten.

Die Wortführer des chinesischen Widerstands wie Wei Jingsheng halten Liu Xiaobo einstimmig für einen Kollaborateur des Regimes. Ein Sinologe könnte die Schriften von Liu Xiaobo lesen und verstehen. Er wäre in der Lage, zu erkennen, dass Liu Xiaobo weder Menschenrechtler noch Demokrat ist, sondern ein Opportunist, der seine eigenen Interessen verfolgt.

Die Verteidigungsrede „Ich habe keine Feinde“, die bei der Verleihung des Friedensnobelpreises 2010 vorgelesen und weltweit übertragen wurde, steht exemplarisch für die kriecherische Haltung gegenüber einem Regime, das bereits 80 Millionen Todesopfer gefordert hat und weitere unschuldige Menschen umbringt, trotz seiner eigenen unrechtmäßigen Gefängnisstrafe.

Zu Spenglers Mumpitz

Tilman Spengler wird auch von den KP-Gegnern kritisiert wie Liu Xiaobo

Es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass die KP Chinas in Deutschland zahlreiche Propagandisten unterhält.

Spengler hat nicht nur den sprachlichen Fehler gemacht, den die beiden KP-Befürworter in diesem Forum schon genannt haben. Es stimmt nicht, dass „Qu Bao Hou Shen“ mit „Sicherheit erwerben“ zu tun hat. Das kann nur jemand behaupten, dessen Chinesisch zu wünschen übrig läßt.

Die größere Fehlleistung von dem Sinologen ist, dass er das kommunistische System als Wurzel des Übels in China immer mit Worthülsen zu bedecken versucht.

Spengler muss doch die Geschichte von Nazideutschland und der Volksrepublik China nach dem Tiananmen-Massaker kennen. Warum fallen Spengler die auffälligen Parallelen zwischen den beiden totalitären Systemen nicht auf, wie zum Beispiel die Olympischen Spielen 1936 und 2008?

Warum wirft Spengler immer ein kommunistisches Regime mit den chinesischen Monarchien in einen Topf, die mit dem Totalitarismus aus dem Westen nichts zu tun haben?

Spengler hat wieder den Friedensnobelpreisträger 2010 erwähnt, den alle Auslandpropagandisten der KP Chinas loben, sodass die Kritik an Liu Xiaobo in Deutschland kaum wahrgenommen wird. Aber Ai Weiwei wird von ihnen verleumdet. Schliesslich ist Ai Weiwei kein Unterstützer von Liu Xiaobo.

Um die Verachtung für den Kollaborateur Liu Xiaobo zum Ausdruck zu bringen, benutzt man auf Chinesisch den ironischen Spitznamen Liu Wudi (Liu, der angeblich keine Feinde hat).

Ai Weiwei ist der Erste, der Liu so verächtlich nennt. Denn wir wissen alle, dass Liu eine Reihe von KP-Gegnern wie Feinde behandelt hat. Er hat zum Beispiel seinen großen Konkurrenten Yuan Hongbing die Mitgliedschaft des chinesischen Pen Clubs verweigert. Yuan hatte mit seinen Mitstreitern schon 1993 die „Charta Frieden“ veröffentlicht, die einen Bezug auf „Charta 77“ zeigte. „Charta 2008“ hingegen ist eine schlechte Kopie und klingt wie eine Liebeserklärung an die KP Chinas. Yuan wird von den KP-Kräften als Faschist verleumdet. Aber der Exilautor Ha Jin hat in seinem Artikel „Das System der tausend Augen“ die Wirkung von Yuan als großen Schriftsteller vorgestellt.

Als Liu verhaftet wurde, aus welchem Grund auch immer, hat sich Ai mit ihm solidarisiert, wie viele andere Chinesen auch, indem er die „Charta 2008“ unterschrieb. Nachdem Liu deswegen Friedensnobelpreisträger wurde, hat Ai sich auch von ihm distanziert. Er hat z.B. auf Twitter öffentlich der „Charta 2008“ den Stinkefinger gezeigt.

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