XU Pei: Aus der Geschichte muss man lernen

28 Aug

Als Wahlkölnerin genieße ich als Exilchinesin in der Domstadt die Menschenrechte und Freiheit, die den Menschen in meinem Heimatland von der Kommunistischen Partei geraubt worden sind. In China unter der KP-Dikatur hat niemand die Freiheit und Menschenrechte, egal wie berühmt, reich und mächtig er sein mag. Dafür stehen sowohl der Künstler Ai Weiwei, als auch der ehemalige KP-Bürgermeister von Chongqing Bo Xilai als Präzedenzfall.

In Köln, insbesondere vor dem Kölner Dom haben seit dem Tiananmen-Massaker 1989 schon viele Proteste gegen die KP-Dikatur und ihre Verbrechen stattgefunden. Ich nehme gerne daran teil, um die Menschenrechte und die Freiheit zu genießen und zu verteidigen. Das war der Grund für meine bewusste Wahl für das Exil nach meiner Promotion 1996.

Ich bedauere, dass kein deutscher Amts- und Würdenträger den detaillierten Erfahrungsbericht von dem Ingenieur Guo Jufeng angehört hat. Alle Menschen, die noch Gewissen haben, werden von Guo an die Judenverfolgung unter der Nazi-Diktatur erinnert.

Guo hat als Ingenieur der Tochterfirma eines deutschen Autozulieferers Anfang 2008 auf einer Geschäftsreise in Deutschland Asyl beantragt. Denn damals wurde wegen der Olympischen Spiele innerhalb von 8 Monaten mindestens 10,000 Falun Gong-Praktizierende gesetzwidrig verhaftet. Guo praktiziert Falun Gong seit 1995 als Student. Vor seiner Ausreise nach Deutschland wurde Guo viermal verhaftet und insgesamt 450 Tage lang gefoltert. Einzelhaft für circa 45 Tage, Zwangsarbeit in 3 Arbeitslagern, Misshandlungen durch Elektrostäbe und Fesselung mit Handschellen für 100 Tage gehören zu den 30 Foltermethoden, die Guo am eigenen Leib erlitten hatte. Täglich musste er 16 Stunden 130 Kilo Dioden verarbeiten. Mit einem Hungerstreik von 24 Tagen hatte Guo seine Freilassung bewirkt.

Mehr dazu http://de.clearharmony.net/articles/201001/51932.html
http://de.clearharmony.net/articles/200908/49974p.html

Unter den namentlich registrierten 3574 Todesopfern sind mindestens 12 Bekannte und Freunde von Guo. Der Jüngste ist erst 25 Jahre alt. Sie haben sechs Waisenkinder hinterlassen.

Ich möchte mich hiermit an die deutschen Prominenten wenden, die unseren Protest gegen den Missbrauch der Olympischen Spiele durch die KP Chinas übertönt haben. Von der deutschen Geschichte und von Heinrich Mann haben wir gelernt, der die Welt vor dem Missbrauch der Olympischen Spiele 1936 durch Nazi-Deutschland gewarnt hatte.

Als ich im März in der Diskussionsrunde nach dem Vortrag eines SPD-Politikers die Bezeichnung von Wolf Biermann für das heutige China „KZ-Kapitalismus“ befürwortete, wurde mir von dem Redner widersprochen. Die SPD feiert in diesem Jahr ihre 30 Jahre Kooperation mit der KP-Dikatur. Köln feiert in diesem Jahr das 25-jährige Städtepartnerschaftsjubiläum mit Peking.
In ganz Deutschland wird das so genannte „Chinajahr“ gefeiert. Denn die Bundesrepublik Deutschland hat schon 40 Jahre lang eine diplomatische Beziehung zu der Volksrepublik China unterhalten, die seit 1949 bereits 80 Millionen Todesopfer gefordert hat. Dort werden weitere Menschen zu Tode gefoltert oder zur Selbstverbrennung getrieben.

Warum lernen die deutschen Politiker nicht aus ihrer eigenen Geschichte? Haben sie sich nicht bereits zu Mittätern gemacht?

Während die deutschen Rathäuser den Menschenrechtspeinigern offenstehen, können wir nur auf die Straße gehen, um den Protest gegen die KP-Diktatur unter die Menschen zu bringen.

Das authentische China sind wir. Während wir die chinesischen Widerstandskämpfer im Land nur moralisch unterstützen können, lassen sich die deutschen Behörden, Stiftungen und Einrichtungen von dem Terrorregime der KP Chinas vereinnahmen, ein Trugbild vom heutigen China vorzugaukeln. Ohne ihre Kooperation können nicht 12 Auslandspropaganda-Zentren der KP Chinas, getarnt als „Konfuzius-Institute“ in Deutschland eröffnet werden. Das propagierte China wird Mitte September sogar noch auf dem Roncalliplatz in Köln vorgeführt.

Wie viele Deutsche so wie der Sinologiestudent Bernhard Wilden (1982-2006) müssen in Peking ermordet werden und wie viele Deutsche so wie der Kunst-Spediteur Nils Jennrich müssen noch rechtswidrig von der KP Chinas verhaftet werden, damit die Deutschen endlich aufwachen?

Ich bedanke mich herzlichst bei den Nichtchinesen, die Menschenrechte und Freiheit für Menschen in der VR China fordern, wie ich.
Rede auf der Kundgebung zum 13. Jahrestag der Verfolgung von Falun Gong am 21. Juli 2012 in Köln

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