Archiv | Februar, 2012

Xu Pei über den fragwürdigen Chinaexperten Frank Sieren

2 Feb

Wie gerufen erschien Frank Sieren

18.10.2008 – 20.40 von Xu Pei in Exilchinesen

Über Frank Sieren

Am 09. Oktober erschien ein Artikel von Frank Sieren in der Wochenzeitung DIE ZEIT. Eine chinesische Internetseite in Deutschland, auf der ich wegen meiner Kritik an der Chinaexpertin der Deutschen Welle Zhang Danhong beschimpft wurde, hat noch an demselben Tag um 22:42 Uhr diesen Artikel veröffentlicht:

“Hetzkampagne gegen China

Die Phantom-Agentin Droht Deutschland und China ein neuer Streit? Der seltsame Konflikt um die Journalistin Zhang Danhong von Frank Sieren”

Auf dieser Internetseite darf man mich, die buddhistische Bewegung Falun Gong, die Sieren leider auch als Sekte bezeichnet, und die westlichen Medien, wie z.B. Spiegel, beschimpfen und beleidigen. Aber Kritik an der Kommunistischen Partei Chinas (KPC) und an Zhang Danhong werden schnell gelöscht, es sei denn, sie wird zur Zielscheibe des Spottes hingestellt.
Das gehört in meinen Augen auch zur roten Infiltration durch die KPC in Deutschland, auf die ich seit April in der deutschen Öffentlichkeit hinweise. Wegen der Beschimpfungen gegen mich seit meiner Kritik an Zhang Danhong bekomme ich immer Links von Freunden und Kollegen zugeschickt, die mich erst mit den von der KPC kontrollierten (roten) Medien in Deutschland in Kontakt brachten.

Diesmal, als ich den oben genannten Link öffnete, fiel mir sofort auf, dass ein nacktes Bild von der französischen First Lady und ein Bild von der deutschen Bundeskanzlerin im Badeanzug nebeneinander gestellt werden. Eine französische Fahne wird der Einen vor dem Geschlechtsteil und eine deutsche Fahne der Anderen vor dem Bauch verpasst. Solch eine Untat können nur rote Nazis aus der VR China ausgedacht und durchgeführt haben. Sie trauen sich, auf diese Weise über Frankreich und Deutschland zu spotten, aber sie dulden nicht, dass Andere berechtigte Kritik an der KPC und deren Propagandisten üben.

Der von ihnen verehrte und in den roten Medien gefeierte Frank Sieren ist mir bekannt. Ende Juni hatte ich zwei Emails an ihn geschickt, bevor ich die gängige Meinung der chinesischen Dissidenten über Helmut Schmidt auf Deutsch zum Ausdruck brachte.

In der ersten Email schrieb ich:

Durch Andreas habe ich auch eine Sendung von Ihnen als Moderator mit Schmidt und Biedenkopf gesehen.

Ich bedauere, dass die beiden Politiker aus Liebe zur chinesischen Kultur  das kommunistische Regime in China verteidigen. Durch die rote Propaganda bzw. die roten Chinesen können sie nicht erfahren, dass das rote Regime früher die chinesische Kultur  zu zerstören und jetzt zu missbrauchen versucht.

Als chinesische Exildichterin in Deutschland bin ich nach meinem zweiten Heimkehrversuch im Internet  und in der Widerstandsbewegung gegen das rote Terrorregime engagiert.

So frage ich mich, wie kann ich die beiden einflussreichen Politiker erreichen, damit sie erfahren, was wirklich in China geschieht.
Es wäre schön, wenn Sie mir dabei helfen könnten.
Sie sind herzlich eingeladen, meine Homepage zu besuchen.

PS: Anbei mein neuester Aufsatz auf Deutsch:

Aktuelle Beispiele für die rote Infiltration der Kommunistischen Partei Chinas in Deutschland

In der zweiten Email schrieb ich:

Wenn die Politiker aus eigenem Interesse versagen, müssen die Dichter aus Gewissen auftreten.
Wenn ich Schmidt und Co. nicht kritisiere, kann ich meinem Ruf als chinesische Dichterin nicht gerecht werden.

In diesem Sinne werde ich mich an die Arbeit machen, vor der ich lieber fliehen möchte.

Nachdem ich meinen Aufsatz “Die rote Infiltration in Deutschland” fertiggestellt hatte, schickte ich ihn auch an Sieren zur Info und zur Kritik.

Ein echter und aufrichtiger Chinaexperte hätte leicht herausfinden können, dass es keinen persönlichen Krieg zwischen Zhang Danhong und mir gibt, wie Sieren behauptet. Wenn es einen Krieg gibt, dann ist es der kalte Krieg zwischen dem kommunistischen Terrorregime und dem chinesischen Widerstand seit der Verhaftung von Wei Jingsheng im Jahr 1979.

Ich bin weder der erste noch der schärfste Kritiker von Zhang Danhong und dem DW-Chinaprogramm. Aber ich bin die einzige Chinesin, die sie auf Deutsch öffentlich kritisiert hat.

Wang Rongfen, die größte Regimekritikerin seit 1966 hat als Erste einen Bericht im DW-Chinaprogramm über Tibet  kritisiert, später die Kritik an Zhang Danhong in BERLINER ZEITUNG auf Chinesisch vorgestellt und kommentiert. Die promovierte Soziologin gehört zu den Unterzeichnern des offenen Briefes der chinesischen Dissidenten an den Bundestag. Auch andere Unterzeichner wie Zhong Weiguang, Huan Xuewen und Peng Xiaoming haben lange Artikel über die rote Infiltration des DW-Chinaprogramms veröffentlicht…

Ich habe mich zuerst mit Zhangs Äußerungen im Kölner Stadtanzeiger, im ZDF und im Deutschlandfunk, dann mit dem DW-Chinaprogramm beschäftigt. Meine Meinung habe ich zuerst in einer Rede, dann in einer Reihe von Aufsätzen veröffentlicht.

Im Vergleich zu Sieren sind Sabine Pamperrien und Jan-Philipp Hein gute Journalisten, weil sie alle Seiten interviewt haben, die mit dem Fall Zhang Danhong zu tun haben. Als Journalist hätte Sieren das auch tun müssen. Aber um aus der Täterin ein Opfer zu machen, erlaubte sich Sieren, genau wie die Propagandisten der KPC, Zhangs Kritiker schlecht zu machen. Er bediente sich ihrer Propaganda und behauptete in seinem ZEIT-Beitrag einfach: “Zhang ist Opfer einer von Xu angestoßenen schlecht recherchierten Artikelserie geworden, die von deutschen Medien verbreitet wurde.”

Es wundert mich auch nicht, dass Sieren den Versuch unternahm, die Kritik der chinesischen Dissidenten an Zhang und dem DW-Chinaprogramm zu diskreditieren, in dem er schrieb: “Dass Xu sich auf die Stelle des Vorgesetzten von Zhang beworben hatte und nicht einmal in die engere Auswahl kam, macht den Fall nicht einfacher. ” Er unterschlug, dass meine Bewerbung vor zehn Jahren war und ich vor drei Jahren noch die DW-Chinaredaktion verteidigt hatte, als bereits Kritik darüber im Umlauf war. Zhang war damals schon die stellvertretende Leiterin. Wegen meiner falschen Einschätzung vor drei Jahren fühle ich mich diesmal erst recht verpflichtet, die chinesische Kritik an dem DW-Chinaprogramm auf Deutsch zu verbreiten.

Sierens Überlegung “Sollte Zhang heimlich der kommunistischen Partei angehören und ihre Aufgabe die Agitation in Deutschland sein, dann hat sie ihren Job schlecht gemacht” brachte mich zum Lachen. Denn es ist bekannt, dass Zhang Danhong ein Mitglied der KPC seit ihrer Studienzeit ist. Sieren hat auch die wichtigsten Informationen über den Konflikt um Zhang Danhong ignoriert, z.B.: Der Verdacht, dass Zhang eine rote Spionin sei, ist darauf zurückzuführen, dass die scheinbar kritische Journalistin in dem richtigen Moment an der richtigen Stelle für die KPC propagiert hat, und dass die roten Medien Zhang wie eine “Patriotin” rühmen, während sie ihre Kritiker insbesondere mich diffamieren.

Über die Ansichten im DW-Programm

Sieren behauptet: “Ein flüchtiger Blick auf die Ansichten, die Zhang sowohl im Sender als auch außerhalb vertritt, macht deutlich, wie abwegig die Kampagne ist.” Die zahlreiche Kritik an Zhang und dem DW-Chinaprogramm von unabhängigen Chinesen aus der ganzen Welt hat eigentlich Sieren widersprochen, aber leider sind ihre Artikel auf Chinesisch.

Darum versuche ich hier den deutschen Lesern zu zeigen, was für Ansichten Zhang und Sieren im DW-Chinagramm verbreitet haben. Ich nehme zwei Interviews aus der Onlineausgabe des DW-Chinaprogramms als Beispiele:

Das erste Interview lautet “Sieren über die Tibetkrise: der Westen darf keinen Bärendienst leisten” und fand nach dem Tibetaufstand im April statt. Zhang Danhong vertrat die Deutsche Welle.
DW: Sind Sie der Meinung, dass die chinesische Regierung mit dem Dalai Lama einen Dialog führen soll?
Sieren: Natürlich, Dialog zu führen ist immer nützlich. Nur wenn man sich nähert, können erst Änderungen stattfinden. Aber das ist nur die eine Seite des Problems. Die andere Seite ist, der Dalai Lama muss mit seinen politischen Aktivitäten aufhören. Er muss der Welt beweisen, dass er nur ein religiöser Führer ist.

In einem weiteren Interview vom Juni “Wie man China betrachtet angesichts des Tibet-Ereignisses und des großen Erdbebens” werden folgende “Ansichten” verbreitet.
Sieren: … Die Ereignisse  in den vergangenen Tagen machen mir Sorgen, denn die westlichen Medien und die Politikmacher haben eine konfrontative, heftige und unüberlegte Haltung gegenüber China eingenommen.
DW: Richtig. In den vergangen Tagen sind die deutschen Medien voller negativer Berichte über China. Die westlichen Medien berichten sehr wenig über den Erfolg in China, aber sie befassen sich immer mit den Problemen in China.
Sieren: Unter dem Druck der Konkurrenz wünschen sich viele Menschen kein starkes China zu sehen, oder kann man sagen, viele Menschen wollen China möglichst anschwärzen. Das ist natürlich keine vernünftige Methode.
DW: Sind Sie mit der Ansicht von Kanzler Schmidt einverstanden: Die Legitimation der chinesischen Regierung soll von dem chinesischen Volk und nicht von den westlichen Werten bestimmt werden.
Sieren: Richtig. China ist jetzt zwar noch ein autokratischer Staat, aber solange das chinesische Volk nicht in großer Zahl zur Demonstration auf die Straße geht- das ist natürlich auch was die chinesische Regierung vermeidet- ist die Legitimation der chinesischen Regierung bewiesen worden.

Als Sieren diese “Ansichten” im DW-Chinaprogramm äußerte, war der 19. Gedenktag des Pekinger Massakers weltweit gerade vorbei und in Tibet  ist noch keine Ruhe nach dem tibetischen Aufstand im März eingekehrt, trotz massiver militärischer Präsenz. Und die Proteste gegen das Regime haben in China auch nie aufgehört. Der neueste fand am 13. Oktober in Shanghai statt. Die Demonstranten haben “Nieder mit der KP” und “Nieder mit den Faschisten” gerufen.

Anhand der obigen Kostprobe kann jeder Leser selbst feststellen, was für eine Rolle Sieren für die KPC und im DW-Chinaprogramm spielt. Die DW soll nach dem Sendeauftrag das christlich-europäische Wertesystem vermitteln, um Demokratie und Menschenrechte zu fördern.

Wie Sierens Zeit-Artikel wurde auf der oben genannten chinesischen Internetseite in Deutschland am 09. Oktober um 23:08 Uhr auch ein offener Brief veröffentlicht, den ein anderer “Chinaexperte” Thomas Heberer initiierte. Sieren zählt zu den ersten Unterzeichnern.

Über die Reaktionen in den roten Medien

Auf Sierens Zeit-Artikel und Heberers offenen Brief reagierten die roten Medien erstaunlicherweise schnell. Am 10. Oktober um 10:26 Uhr erschien schon der folgende Bericht in den roten Medien. Die größte Propagandaagentur der Welt Xinhua hat ihn aber erst um 15:48:36 Uhr online gestellt. Als Quelle wurde die Volkszeitung angegeben. Die Überschrift lautet:
“Der berühmte Journalist Frank hat einen langen Artikel veröffentlicht, um seine Stimme gegen Zhang Danhongs erlittenes Unrecht zu erheben”

Am 10. Oktober um 9:30 Uhr erschien der folgende Bericht in GLOBAL TIMES (Huanqiu). Global Times ist eine internationale Zeitung unter der so genannten Volkszeitung, dem Sprachrohr des Zentralkomitees der KPC seit 2007 und unterhält nach eigener Angabe weltweit 400 Journalisten und an die Tausend Korrespondenten.
“49 berühmte Europäer unterstützen Zhang Danhong vehement und sind gegen die Säuberung der Chinaredaktion der Deutschen Welle”

Der Verfasser Liu Huaxin ist niemand anders als der jenige, der schon einen Bericht im September über den Fall Zhang Danhong veröffentlicht hat, in dem er Sabine Pamperrien, Jan Phillip Hein und mich als antichinesische Agitatoren-Bande diffamierte. Ich bin aber nicht gegen China und Chinesen, sondern kritisiere nur die KPC und ihre Propagandisten, aus Liebe zu dem Land und dem Volk, welches die KPC seit 1949 ununterbrochen von einer Katastrophe in die nächste führt.

In den roten Medien weltweit lassen sich mindestens folgende vier Varianten von Lius Bericht vom September finden. An den Überschriften und Unterschieden kann man erkennen, wie die rote Propaganda gezielt auf unterschiedliche Leser zugeschnitten wird.

Variante 1 erschien am Vormittag vom 26. September unter der Überschrift: “Falun Gong Element hat hinter dem Rücken einen Aufruhr entfesselt Die Deutsche Welle wird die Chinaredakteure säubern”
Diese Internetseite bezeichnet sich selbst als Nummer Eins in der chinesischen Internetwelt und gibt über 100 Millionen angemeldete Besucher an. Sie hat die Olympischen Spiele 2008 sponsort.
Die roten Propagandisten haben von Anfang an versucht, mit allen Mitteln in dem Konflikt um Zhang Danhong die von der KPC verfolgte Falun Gong zu diffamieren.

2008-09-26 08:08

Variante 2 erschien am Nachmittag vom 26. September unter der Überschrift:
“Die Welle der Nazis setzte Zhang Danhong ab Die Chinaredaktion steht vor der Säuberungskrise”

2008-09-26 17:45:49

In dieser Variante werden überall Deutsche Welle durch “die Welle der Nazis” ersetzt, um Deutschland zu diffamieren. Auf Chinesisch sagt man dazu: Ein Dieb schreit, “Haltet den Dieb”. Diese Internetseite nennt sich “Military Club China” und scheint der kommunistischen Armee zu gehören.

Variante 3 erschien am Vormittag vom 28. September unter der Überschrift:

“Deutsche Schriftsteller fordern gemeinsam den Bundestag auf, die Berichterstattung ‘der totalitären Staaten’ zu prüfen”

Ich weiß nicht, ob hier absichtlich ein Fehler begangen wird, um die Leser zu verwirren, denn richtig müsste es heißen: die Berichterstattung über “die totalitären Staaten”. Diese Variante wurde in Global Times (GL) veröffentlicht und Liu Huaxin wurde als GT-Sonderkorrespondent in Deutschland angegeben.

2008-09-28 09:00

Variante 4 erschien am Nachmittag vom 28. September unter der Überschrift:

“Deutsche Medien berichten, dass Zhang Danhong abgesetzt wurde und die Deutsche Welle vielleicht vor einer großen Säuberung steht”
Diese Internetseite ist von der zweiten Propagandaagentur der KPC in der VR China neben Xinhua. Diese so genannte Nachrichtenagentur nennt sich China News.

2008-09-28 14:18

Sinologiestudenten möchte ich hiermit vorschlagen, als Magisterarbeit oder sogar als Doktorarbeit die Berichterstattung der KPC über Deutschland zu untersuchen, um zu verdeutlichen, wie die KPC ihre Propaganda betreibt. Egal wie unterschiedlich die vier Varianten ausfallen, haben sie einen Zweck, die Leser geschickt gegen westliche Medien, die Demokratie und Falun Gong aufzuhetzen.

Aber ich kann aus den roten Medien wichtige Informationen gewinnen. Als ich den Artikel im September las, wusste ich schon, dass sich deutsche “Chinaexperten” bald zu Wort melden werden.

Bedauernswert ist, dass ausgerechnet Frank Sieren auf diese unglaubliche Art und Weise Farbe bekennt. Dabei war er nur 15 Jahre in der VR China. Ein besseres Beispiel für die rote Infiltration kann ich Ihnen gar nicht vorstellen.

Ich frage mich, ob Frank Sieren und Co. bewusst ist, dass sie sich im kalten Krieg zwischen Chinesen, die nach Demokratie und Menschenrechten streben, und Kommunisten, die ihre Diktatur nicht aufgeben wollen, auf die Seite des Terrorregimes gestellt haben.

Ich, als Exildichterin, möchte an alle Europäer appellieren: Folgen Sie Ihrem Gewissen und nicht den vergänglichen Vorteilen, die Ihnen das Regime ermöglicht.

Unterstützen Sie uns, die sich um die Demokratisierung Chinas bemühen.
Ein Land ohne Menschenrechte kann nur ein Schurkenstaat sein, und ein demokratisches China ohne KPC ist auch schon in Sicht. Die aktuelle Registrierung der Austrittserklärungen aus der KPC beträgt 44,137,524 (Stand vom 16. Oktober 2008).

Nur durch die Demokratisierung wird sich der jetzige Schurkenstaat zum Handelspartner des Westens wandeln, und nicht “Wandel durch Handel”, wie die roten Propagandisten behaupten.

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