Xu Pei: Zum 20. Jahrestag meiner Ankunft im Westen

22 Jan

Am 17. Dezember  1988 bin ich mit einem DDR-Flugzeug in Ostberlin gelandet.

Zwanzig Jahre später bin ich nicht nur als Exildichterin in Köln hängengeblieben, sondern auch noch dazu gezwungen, mich gegen den Einfluss der Kommunistischen Partei Chinas in Deutschland zu wehren.

Dennoch geht es mir wunderbar und ich bin dankbar, dass ich mich zwischen der westlichen und östlichen Kultur, zwischen Atheisten und Theisten,  zwischen Schaumschlägern und Geistesgrößen, zwischen Sand und Gold bewegen kann, wie eine Biene.

Jeden Tag bin ich beschäftigt, das Gute zu sammeln und zu verbreiten.

Zum 20. Jahrestag meiner Ankunft in Deutschland habe ich auf Deutsch Wolf Biermanns CD „Hänschen -klein ging allein“ gehört und auf Chinesisch  die Danksagung der Ehefrau von Hu Jia, dem diesjährigen Sacharowpreisträger  gelesen.

Bedauerlicherweise bin ich weder in der Lage, wie Wolf die Erfahrung und Erkenntnis laut kundzutun, noch habe ich die Zeit,  die mich zu Tränen rührende Rede von Zeng Jinyan zu übersetzen. Zeng lebt jetzt in Peking unter Hausarrest, während ihr Mann im Gefängnis leidet.

Aber gerne möchte ich mit den Lesern die folgenden Passagen teilen, die  ich unterschreiben kann:

„In China hat es immer eine Reihe von gewissenhaften Menschen gegeben, die unermüdlich nach unparteiischer Justiz, sozialer Gerechtigkeit streben, egal wie schlecht die politische Lage ist. “

„Das Wichtigste,  was Hu Jia getan hat, der deswegen seine Freiheit verliert, ist vielleicht, dass er immer rechtzeitig und laut die Wahrheit gesagt hat, die er erfuhr.

Im Reich der Lügen, rechtzeitig und laut die Wahrheit zu sagen verlangt großen Mut. Man muss unvorstellbaren Druck ertragen und sogar einen hohen Preis bezahlen.“

Dank Hu Jia und Seinesgleichen hat sich die Situation in China verbessert. Aber die Propagandisten der KP Chinas in Deutschland  buchen die Erfolge auf das Konto der KP Chinas, obwohl sogar ich mittlerweile erkannt habe, dass die KP die Wurzel aller Übel in der VR China ist, wie die einstige SED es in der DDR war.

Wie dem auch sei, ich wünsche, dass die Leser auch über die käuflichen Fachkräfte, „Partei der Fünf Mao“ genannt,  informiert sind, die nichts anderes in Deutschland tun, als die KP Chinas zu rühmen und Regimegegner zu diffamieren.

In diesem Sinne wünsche ich allen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Köln, 17. 12. 2008 geschrieben

Köln, 22.01.2012 aktualisiert

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