Archiv | Januar, 2012

Xu Pei: Zum 20. Jahrestag meiner Ankunft im Westen

22 Jan

Am 17. Dezember  1988 bin ich mit einem DDR-Flugzeug in Ostberlin gelandet.

Zwanzig Jahre später bin ich nicht nur als Exildichterin in Köln hängengeblieben, sondern auch noch dazu gezwungen, mich gegen den Einfluss der Kommunistischen Partei Chinas in Deutschland zu wehren.

Dennoch geht es mir wunderbar und ich bin dankbar, dass ich mich zwischen der westlichen und östlichen Kultur, zwischen Atheisten und Theisten,  zwischen Schaumschlägern und Geistesgrößen, zwischen Sand und Gold bewegen kann, wie eine Biene.

Jeden Tag bin ich beschäftigt, das Gute zu sammeln und zu verbreiten.

Zum 20. Jahrestag meiner Ankunft in Deutschland habe ich auf Deutsch Wolf Biermanns CD „Hänschen -klein ging allein“ gehört und auf Chinesisch  die Danksagung der Ehefrau von Hu Jia, dem diesjährigen Sacharowpreisträger  gelesen.

Bedauerlicherweise bin ich weder in der Lage, wie Wolf die Erfahrung und Erkenntnis laut kundzutun, noch habe ich die Zeit,  die mich zu Tränen rührende Rede von Zeng Jinyan zu übersetzen. Zeng lebt jetzt in Peking unter Hausarrest, während ihr Mann im Gefängnis leidet.

Aber gerne möchte ich mit den Lesern die folgenden Passagen teilen, die  ich unterschreiben kann:

„In China hat es immer eine Reihe von gewissenhaften Menschen gegeben, die unermüdlich nach unparteiischer Justiz, sozialer Gerechtigkeit streben, egal wie schlecht die politische Lage ist. “

„Das Wichtigste,  was Hu Jia getan hat, der deswegen seine Freiheit verliert, ist vielleicht, dass er immer rechtzeitig und laut die Wahrheit gesagt hat, die er erfuhr.

Im Reich der Lügen, rechtzeitig und laut die Wahrheit zu sagen verlangt großen Mut. Man muss unvorstellbaren Druck ertragen und sogar einen hohen Preis bezahlen.“

Dank Hu Jia und Seinesgleichen hat sich die Situation in China verbessert. Aber die Propagandisten der KP Chinas in Deutschland  buchen die Erfolge auf das Konto der KP Chinas, obwohl sogar ich mittlerweile erkannt habe, dass die KP die Wurzel aller Übel in der VR China ist, wie die einstige SED es in der DDR war.

Wie dem auch sei, ich wünsche, dass die Leser auch über die käuflichen Fachkräfte, „Partei der Fünf Mao“ genannt,  informiert sind, die nichts anderes in Deutschland tun, als die KP Chinas zu rühmen und Regimegegner zu diffamieren.

In diesem Sinne wünsche ich allen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Köln, 17. 12. 2008 geschrieben

Köln, 22.01.2012 aktualisiert

Die deutschen Komplizen der KP Chinas Xu Pei

16 Jan

Ich möchte nicht zustimmen, dass ich als „Dissidentin“ und „Politaktivistin“ bezeichnet werde, weil ich keine politische Ambition habe. Aber um der  Kommunistischen Partei Chinas Widerstand zu leisten, bewege ich mich tatsächlich auf der politischen Ebene, obwohl mir die Spiritualität lieber und wichtiger ist.

 

Als ich in der VR China lebte, war ich gezwungen, die Ideologie der KPC zu lernen und ihre Politik zu erdulden. Nach dem Pekinger Massaker 1989 habe ich die KPC als verlogenen Staatsterroristen erkannt. Meine Erkenntnis habe ich in dem folgenden Aufsatz zum Ausdruck gebracht.

 

Durch ein Stipendium der Friedrich Ebert Stiftung habe ich nicht nur in Germanistik promoviert, sondern noch eine Reihe von SPD-Veranstaltungen und -Politikern kennen gelernt.

 

Die Grundwerte der SPD, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität teile ich. Nach meiner Promotion war ich so sozialdemokratisch gesinnt, dass ich auf keinen Fall unter der Führung der KPC als Germanistin arbeiten konnte.

 

Mittlerweile aber habe ich festgestellt, dass die SPD ihre Grundwerte nicht tatkräftig verteidigt.

 

Ihre Chinapolitik zeigt, dass sie eine Komplizin der KPC geworden ist, die Menschenrecht verletzt, Freiheit raubt und die Gerechtigkeit zerstört. Eine Reihe von SPD-Politikern tanzen sogar nach der Pfeife der KPC.

 

Die Politiker, die den offenen Brief von Thomas Heberer unterschrieben haben und dann in den Medien der KPC gerühmt werden, sind entweder rote oder grüne Politiker.

 

Es ist kein Wunder, wenn im China-Programm der Deutschen Welle die Propaganda der KPC betrieben wird. Auch Zeit und TAZ werden in den Medien der KPC zitiert.

 

Die deutsche Politikerin, die sich wirklich für Bürgerrechte, Freiheit und Demokratie einsetzte, war Petra Kelly.

 

Angesichts der Verlogenheit der deutschen Politiker bin ich nicht pessimistisch,  denn die Demokratie garantiert mir, sie zu kritisieren.

 

 

Was bedeutet die Kommunistische Partei Chinas

 

 

1 Die Übermacht der KPC

 

 

Für einen Deutschen hat das Wort „Partei“ viele Bedeutungen. Verschiedene Parteien  stehen ihm zur Wahl – oder zum Beitritt offen -, wenn er sich politisch engagieren möchte. Er kann aus  einer Partei auch wieder austreten, oder die Partei wechseln. Es mag mit Streitigkeiten verbunden sein, es kann die Laufbahn eines Politikers beeinträchtigen, aber keinesfalls geht es dabei um eine existenzielle Frage. Keine Partei kann über das Leben eines Mitgliedes bestimmen. Schließlich steht über allen Parteien das Grundgesetz  bzw. die Justiz. Außerdem gibt es Glaubens- und Pressefreiheit.

 

Seit der Gründung der Volksrepublik China aber ist das chinesische Wort für „Partei“ (dang) in allen öffentlichen Medien Chinas einzig und allein für die Kommunistische Partei Chinas reserviert, nachdem die KPC etwa dreißig Jahre lang mit Propaganda und Gewalt die Republik China unter der Regierung von der Nationalistischen Partei (der Guomindang) auf die Insel Taiwan vertrieben  hatte.

 

Nach ihrer Machtergreifung beraubte die KPC – gegen ihr Versprechen – alle anderen Parteien,  die Justiz, die Religionen, die Presse und  jeden Bürger der Unabhängigkeit. Sie besaß damit eine Übermacht, die selbst das deutsche Naziregime übertrifft. Denn unter dem Naziregime war Privateigentum nicht verboten und dieses garantierte den Menschen eine finanzielle Unabhängigkeit, was unter der kommunistischen Diktatur bis in die Achtziger unmöglich war.

 

Bis heute wird jedes chinesische Schulkind indoktriniert und muß auswendig lernen, daß „die Partei“ China von den drei großen Bergen „des Feudalismus, des Imperialismus und des Oligarchie-Kapitalismus“ befreit hätte…  Alle Medien, von den Lehrbüchern bis zu den Filmen, alle Veranstaltungen, von den Theatern bis zu den Versammlungen, werden in Anspruch genommen, um die KPC als „großartig, ruhmreich und richtig“ zu preisen.

 

Wer es sich zutraut, die KPC oder ihre Führung zu kritisieren, der wird hart bestraft. Solche Menschen werden meist Konterevolutionäre genannt und teilweise  ohne Prozess hingerichtet. Aus diesem Grund leben die chinesischen Intellektuellen seit 1949 entweder als „Mundtote“, im Gefängnis oder im Exil.

 

Auch im Ausland zeigt die KPC ihre Übermacht. Beispielsweise wird die Republik China auf der Insel Taiwan zu einer Provinz von der VR China degradiert, wie die KPC es gerne möchte. Tatsächlich aber lassen sich die VR China und die Republik China mit der ehemaligen DDR und  BRD vergleichen. Statt der Berliner Mauer liegt zwischen diesen beiden Staaten das Meer. Seit 1949 versuchen die Chinesen unter dem kommunistischen Regime, dieses Meer zu überwinden, um in Taiwan leben zu können, obwohl die KPC bzw. ihre Armee, die so genannte „Chinesische Volksbefreiungsarmee“  mittlerweile mehr als 1328  Raketen auf die Republik China gerichtet hat.

 

 

2 Die Enthüllung der KPC

 

 

Nach dem Tode Mao Zedongs im Jahre 1976 konnte sich die kommunistische Diktatur mit ihrem Klassenkampf, der bis dahin mindestens 80 Millionen Todesopfer gefordert hatte, nicht mehr aufrechterhalten, nicht zuletzt, weil das Land vor einer Wirtschaftsruine stand. Die KPC musste viele Menschen, insbesondere Intellektuelle aus den Arbeitslagern und Gefängnissen entlassen.

 

Um Pressefreiheit zu schaffen, veröffentlichten die ersten Menschenrechtler im Jahre 1978 ihre Meinungen an einer Mauer in Peking, die seitdem als die „Mauer der Demokratie“ bekannt geworden ist.

 

Die Menschenrechtsbewegung aus der Bevölkerung verhalf dem opportunistischen Deng Xiaoping, Maos Nachfolger (Hua Guofeng)zu besiegen, der alle Macht von Mao übernehmen wollte. Kaum aber hatte Deng den Machtkampf innerhalb der KPC gewonnen, ließ er sofort eine Reihe von Demokraten verhaften. Darunter waren Wei Jingsheng, der die „Vier Modernisierungen“ der KPC durch „Demokratie“ als eine fünfte Modernisierung ergänzen wollte, und Ren Wanding, der eine „Deklaration der chinesischen Menschenrechte“ veröffentlichte.

 

Die kommunistische Doktrin wurde der Bevölkerung weiterhin als Staatsideologie aufgezwungen. So musste man auch Dengs vier Grundprinzipien auswendig lernen, die idiotisch klingen:

 

1. sich an die Diktatur des Proletariats zu halten, d.h. an die Diktatur der Volksdemokratie.

 

2. sich an den Marxismus und Leninismus zu halten.

 

3. sich an die Führung der  Kommunistischen Partei Chinas zu halten.

 

4. sich an den Weg des Sozialismus zu halten.

 

Dennoch ermöglichte die nunmehr zugelassene Marktwirtschaft einen gesellschaftlichen Umbruch. Die Chinesen, die vor der KPC aus dem Land geflohen waren, durften nun ihr Heimatland wieder besuchen. Ausländer waren als Touristen wieder begrüßenswert und erwünscht.

 

Der Markt brachte dabei andere Informationen unter die Bevölkerung, so George Orwells Werke, wie z. B. „1984“. All das stellte die kommunistische Doktrin in Frage oder in den Schatten, auch wenn die KPC mit Repressionen darauf reagierte. Gao Xingjian, ein heute in Paris lebender Schriftsteller wurde damals zum Opfer und seine Werke sind in der VR China noch heute verboten, obwohl er mittlerweile Nobelpreisträger geworden ist.

 

Dafür fand Gao großen Beifall in der Republik China, die von den Kommunisten als „weißes Terror-Regime“ verunglimpft wird, obwohl selbst unter der Regierung von Chiang Kaishek Religionen, Presse, Vereine usw. unabhängig sein durften. Heute hat ein Bürger in der Republik China genau die gleichen Menschenrechte wie in Deutschland, derer die Menschen in der VR China bis heute beraubt werden.

 

 

3 Der Abschied von der KPC

 

 

Als rotes Terrorregime wurde die KPC den indoktrinierten Chinesen spätestens dann bewusst, als das Massaker am 4. Juni 1989 geschah. Bis dahin hatten sogar manche Studentenführer noch an die kommunistische Führung geglaubt. Schließlich sind sie mit Liedern wie „Partei! die liebe Mutter“ aufgewachsen. Deshalb hatten sie auch nicht gegen die KPC, sondern gegen die Korruption demonstriert. Dennoch wurde diese Demonstration als „konterrevolutionärer Aufruhr“ blutig niedergewalzt und alle Beteiligten wurden seither wie Verbrecher verfolgt.

 

Zhao Ziyang, der damalige Parteichef fand erst durch seinen Tod am 17. Januar 2006 die Freiheit wieder, wie seine Tochter verkündete. Dieser letzte Hoffnungsträger der KPC für die Bevölkerung hatte sich damals gegen die brutale Lösung gewehrt und mit den Studenten auf dem Tiananmen-Platz  persönlich gesprochen. Aus diesem Grund wurde Zhao Ziyang seitdem unter Hausarrest gestellt.

 

Etliche Reformer in der KPC um Zhao Ziyang – sein Sekretär einschließlich – wurden verhaftet, und eine Fluchtwelle von Intellektuellen und Studenten ins Ausland entstand.

 

Während eine Demokratisierung in China unter diesem Regime misslang, gelang es der Bevölkerung in anderen Ländern einschließlich der DDR, die kommunistischen Regime zu stürzen. Damit wurde es deutlich, daß der Kommunismus wirklich ein Gespenst ist, wie er sich im „Manifest der Kommunistischen Partei“ selbst nannte: „Ein Gespenst geht um in Europa“

 

Seitdem dieses ‚kommunistische Gespenst‘ von Marx und Engels im Jahr 1848 manifestiert worden war, hat es weltweit über Hundertmillionen Menschen getötet. Die Kommunisten glauben weder an Gott noch an die Nächstenliebe. So riefen sie dazu auf, mit Gewalt  allen Privatbesitz zu enteignen und die Kapitalisten, die als „Ausbeuter-Klasse“ hingestellt wurden, zu vernichten. Damit haben die Kommunisten kein Paradies auf Erden erbaut, sondern mehrere Höllen auf der Welt geschaffen.

 

Die VR China stellt den ersten Staat in der chinesischen Geschichte dar, welcher eine atheistische Theorie zur Staatsideologie gemacht hat, die sich ganz gegen die chinesische Kultur und gegen die menschliche Natur richtet.

 

In den Dynastien auf chinesischem Boden wurden die drei Weisen Konfuzius, Lao-tse und Buddha Shakyamuni verehrt. Während die beiden letzteren religiöse Richtungen anzeigen, fungiert die Lehre des Konfuzius als Staatsethik oder Moralkodex. Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Anstand, Weisheit und Ehrlichkeit sind konfuzianische Prinzipien. „Zu wissen was man weiß und was man nicht weiß, das ist Wissen.“ „Was man einem selbst nicht angetan haben will, soll man auch anderen nicht antun.“ Das sind berühmte Worte von Konfuzius, wie es auch christliche Grundsätze sind.

 

Die Kommunisten aber haben diese drei Weisen durch Marx, Engels, Lenin, Stalin und Mao ersetzt. So lernten die chinesischen Kinder nach 1949 in der Schule kaum mehr die traditionellen Dichtungen und Weisheiten kennen, sondern kommunistische Schriften aus den Schlag-Zeilen, die  lauten z.B. „Hunde, die ins Wasser gefallen sind, muss man tüchtig schlagen!“ (Lu Xun).

 

Nach dem Pekinger Massaker vom 1989 verlor die KPC ein für allemal ihre Glaubwürdigkeit, nicht zuletzt weil sie bis heute das Massaker verleugnet und diejenigen, die sie daran erinnern wollen, verfolgt werden.

 

Die chinesische Demokratiebewegung verbreitete sich nach dem Massaker weltweit. Im Ausland sind verschiedene Parteien entstanden, die Demokratie in der VR China fordern. Im Jahr 1998 wurde sogar die Chinesische Demokratische Partei in China gegründet, auch wenn die Gründungsmitglieder danach verhaftet wurden. Mittlerweile existiert diese Partei auch im Exil.

 

Mit der Verfolgung von Falun Gong im Jahr 1999 zwang die KPC mindestens 70 Millionen traditionell gesinnte Chinesen dazu, ihre Glaubensfreiheit zu verteidigen. So erreichte die chinesische Demokratiebewegung einen weiteren Kreis und eine höhere Stufe. Das Prinzip von Falun Gong „Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Toleranz“ stellt den von den Kommunisten entwurzelten Chinesen einen traditionellen Boden dar, der ihnen Glauben und Hoffnung ermöglicht.

 

Dank Internet werden die Chinesen weltweit miteinander verbunden, trotz der Kontrolle und  Sperrung durch das Regime. Im Dezember 2004 wurde eine Serie mit dem Titel „Neun Kommentare zur Kommunistischen Partei“ veröffentlicht, die als eine chinesische Abrechnung mit dem Kommunismus großen Widerhall fand. Mittlerweile haben sich diese neun Kommentare unter den Chinesen, trotz des Verbotes auch in der VR China rapide verbreitet.

 

Die aufgewachten Chinesen nehmen auf verschiedene Art und Weise Abschied von der KPC. In den vergangenen Jahren gibt es bereits 109,661,779 Chinesen (Stand 16.01.2012 siehe  http://tuidang.epochtimes.com/ ), die im Internet öffentlich aus der KPC und ihren Jugendorganisationen ausgetreten sind. Diese Zahl wächst täglich.

 

Die KPC kann die Chinesen zwar weiter ins Gefängnis werfen oder ins Exil zwingen, aber sie kann nicht verhindern, daß immer mehr Chinesen sie verabscheuen und verlassen.

 

 

Geschrieben Köln, Januar 2005

Ergänzt Köln, November 2008

Aktualisiert Köln, Januar 2012

Herta Müller und »Schlimme E-Mails von Exilchinesen« Xu Pei

15 Jan

Hat Herta Müller Grund, auf Exilchinesen zu schimpfen, die Liu Xiaobo kritisieren?

Am fünften Sonntag der Jasmin-Revolution in Rotchina fanden weltweit Lesungen für die Freilassung des Friedensnobelpreisträgers 2010 Liu Xiaobo statt.

Ulrich Schreiber vom Internationalen Literaturfestival hat diese Lesungen initiiert, weil dieser Sonntag auch “Tag der politischen Lüge” ist. Weiß er, dass Liu Xiaobo den Irak-Krieg begrüßt hat?

Die Einladung zur Lesung in Berlin habe ich mit der folgenden Email beantwortet:

Es ist großartig dass sich Herr Schreiber für die Menschenrechte in China einsetzt. Leider hat Liu Xiaobo die Ehre nicht verdient, auch wenn er wie viele andere Chinesen wegen seiner Gedanken verhaftet worden ist. Seine Schriften und seine Eigensucht haben alle aufrichtigen Chinesen angeekelt und abgestoßen. Eine Kostprobe für Dich aus seiner Autobiographie “Monolog eines Überlebenden der Endzeit” (1992 ):

“Ich verachte Menschenmassen, betrachte die Gesellschaft als Mob, verehre die persönliche Kreativität des Genies, mein Lebensziel ist zu sehen, ob ein einsames Genie mit Kreativität stärker ist als das gemeine Volk”.

Seit seinem Sieg über “das gemeine Volk”, zu dem ich mich gerne geselle, habe ich eine Reihe von Aufsätzen geschrieben, um die Deutschen zu informieren. Zur Ehre von Liu Xiaobo möchte ich also nicht lesen, aber für die Menschenrechte in China gerne.

Auf dieser Lesung hat Herta Müller eine Rede gehalten, deren Teilübersetzung zuerst unter Chinesen herumgeschickt wurde und dann am 31. März auf der chinesischen Webseite der Deutschen Welle (DW) unter der Überschrift “Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller unterstützt Liu Xiaobo” erschien. Bevor ich den Link zur DW zu sehen bekam, hielt ich die Teilübersetzung zunächst für ein Machwerk von den KP-Kräften. Herta Müller hat doch keinen Grund, auf Exilchinesen zu schimpfen, die Liu Xiaobo kennen und kritisieren. Leider steht in der FAZ vom 26. März tatsächlich ihre originale Beschimpfung:

“Ich habe den Vorschlag Václav Havels, Xiaobo für den Friedensnobelpreis zu benennen, unterstützt und daraufhin schlimme E-Mails bekommen von Exilchinesen. Verleumdungen, Denunziation, hemmungsloser Rufmord an Xiaobo waren die Inhalte. Vielleicht ist die Emigration infiltriert vom chinesischen Geheimdienst, vielleicht ist es aber auch der eigene Irrsinn von verstörten Emigranten, die im fernen Exil Revolution auf dem Papier betreiben, mit Worten infam randalieren…”

Aus Respekt für Herta Müller, die auf der Frankfurter Buchmesse 2009 den chinesischen Widerstand gegen die KP-Diktatur in Rotchina unterstützte, habe ich ihr Emails in Bezug auf Liu Xiaobo geschickt. Auf meine erste Email hat sie höflich geantwortet. Meine zweite Email an sie habe ich in meinem Beitrag unter der Überschrift “Warum lehnen die Exilchinesen Liu Xiaobo wie Milan Kundera ab?” veröffentlicht.

Ein vermeintlicher Freiheitskämpfer

Herta Müller ist offensichtlich der Einladung zur Lesung nachgegangen, um einen verfolgten Freiheitskämpfer zu unterstützen. Der von ihr so gerühmte Liu Xiaobo gab in einem Interview selbst zu, aus zwei Gründen zu einer Lesung zu gehen, “Erstens, um ein gutes Selbstgefühl zu haben, zweitens, um Geld zu verdienen, wenn nicht genug Geld gezahlt wird, gehe ich nicht hin. Das Geld ist ein Selbstwert, wenn eine bestimmte Summe von Geld da ist, dann ist Dein Leben auch auf eine bestimmte Dimension ausgedehnt.”

Seine Kritiker im Exil setzen sich alle für die Menschenrechte in China ein und unterstützen die Freiheitskämpfer im Land, ohne dafür bezahlt zu werden. Auch ich habe seit dem Pekinger Massaker aus Gewissensgründen an allen möglichen Menschenrechtsveranstaltungen teilgenommen und bei Bedarf einen unbezahlten Lesungsbeitrag geleistet.

Die Chinesen im Ausland, die Liu Xiaobo rühmen, sind entweder bekannte Spitzel der KP Chinas oder Nutznießer, wie z. B. der Menschenrechtsunternehmer Harry Wu und seine ehemalige Mitarbeiterin Tianchi Martin-Liao. Harry Wu ist berüchtigt dafür, aus der Menschenrechtsarbeit ein Geschäft gemacht zu haben. Gegen Harry Wu hat sich endlich ein Opferpaar juristisch gewehrt. Der Ehemann Wang Xiaoning(1950-) wurde 2002 wegen seiner Veröffentlichung vom Regime verhaftet und ein Jahr später zu einer Haft von 10 Jahren verurteilt. (Mehr dazu unter dem englischen Bericht: Chinese Couple Say They Were Extorted After Settling With Yahoo! ) Wang Xiaoning gehört zu den echten Regimekritikern wie Ai Weiwei, die ich unterstütze. Ich hätte auch Liu Xiaobo respektiert, wenn er sich nicht als Machtkämpfer erwiesen hätte, wie ein gottloser Kommunist.

Tianchi Martin-Liao lernte ich durch ihren Ehemann Helmut Martin kennen, der Selbstmord begangenen hat. Da sie aus der Republik China (Taiwan) kommt, hatte ich sie bei einer Gelegenheit persönlich vor Harry Wu gewarnt. Leider hat sie so lange für Harry Wu gearbeitet, bis er ihr öffentlich verbot, weiter sein Geschäft Laogai Research Foundation zu vertreten.

Statt die sachlichen Argumente gegen Liu Xiaobo widerlegen zu können, hat Martin-Liao zahlreiche Kritiker von Liu Xiaobo angefeindet. Am Tag der Preisverleihung beschimpfte sie im chinesischen Programm der Deutschen Welle die Exilchinesen auf die gleiche Art und Weise wie Herta Müller. Damit widerlegte sie aber Liu Xiaobos Verteidigungsrede “Ich habe keine Feinde”, die in Oslo vorgetragen und weltweit übertragen wurde.

Kaum hatte Martin-Liao die Exilchinesen beschimpft, fing Harry Wu an, mit ihr über das Copyright von Liu Xiaobos Werk zu streiten.

Das bestärkt mich in meiner Überzeugung, dass kein aufrichtiger Mensch Liu Xiaobo verehren kann, wenn er weiß, was Liu Xiaobo wirklich gesagt und getan hat. Gleich und gleich gesellt sich gern.

Leider ist die Deutsche Welle spätestens seit 1987 von der KP Chinas infiltriert und propagiert für Liu Xiaobo, wie einst für die Olympischen Spiele 2008. Gegen die Spitzel der KP Chinas kann sich die Deutsche Welle kaum wehren.

Nicht zuletzt möchte ich noch meine erste Email an Herta Müller veröffentlichen, damit man erfährt, was Herta Müller als “Schlimme Emails von Exilchinesen” bezeichnet hat.

Liebe Frau Müller,

ich wurde eben telefonisch gebeten, Sie darüber zu informieren, dass Liu Xiaobo zum Opfer des Machtkampfes innerhalb der Kommunistischen Partei Chinas geworden ist.

Wir bedauern, dass er verhaftet und zu 11 Jahren verurteilt wurde.

Dennoch hat er eine Nominierung zum Friedensnobelpreis nicht verdient.

Seit dem Pekinger Massaker hat Liu als “prominenter Dissident” der KP Chinas gedient, dem chinesischen Widerstand gegen die KP-Diktatur entgegenzuwirken.

Liu hat beispielsweise nach dem Pekinger Massaker behauptet, dass es keine Toten gegeben hätte.

Liu hat zuletzt gegen den Menschenrechtsanwalt Gao Zhisheng agiert, für dessen Freilassung Sie auf der Frankfurter Buchmesse eine Unterschrift geleistet haben. Ich war bei Ihrem Besuch am Stand der Epoch Times und der IGFM.

Es würde uns daher freuen, wenn Sie nicht Liu, sondern Gao zum Friedensnobelpreis vorschlagen würden.

Denn Sie haben uns in unserem Widerstand gegen die KP-Diktatur sehr ermutigt und bestärkt.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Xu Pei

Beiträge über Liu Xiaobo von Xu Pei

11 Jan

Die Dichterin und promovierte Germanistin Xu Pei unterstützt die chinesischen Regimegegner und berichtet auf Deutsch über ihre Kritiken an Liu Xiaobo, die seit dem Massaker am Tiananmen-Platz 1989 in der chinesischen Demokratiebewegung immer zunehmen.

 

In ihrem ersten Bericht wird „Parabel über den Friedensnobelpreisträger 2010 Liu Xiaobo von Deng Huanwu“ vorgestellt.

 

Der zweite Bericht unter der Überschrift „Der Friedensnobelpreis 2010  fiel an einen  „Schattenkaiser“ nennt die Gründe dafür,  warum Liu Xiaobo als Schattenkaiser (das chinesische Wort für Bester Filmschauspieler) bezeichnet wird.

 

Weitere Berichte sind

 

Die  Beweise auf Englisch für Liu Xiaobo als Schattenkaiser

 

Insider-Wissen über Liu Xiaobo und die deutschen Berichte

 

Ein Held setzt sich friedlich für die soziale Gerechtigkeit ein, wie Wei Jingsheng

 

Stockholm Syndrom von Liu Xiaobo in den deutschen Medien

 

Das deutsche Chinabild in Bezug  auf Liu Xiaobo

 

Die Republik China, Reich der Lüge und die Blase Liu Xiaobo

 

Aus dem Sieg in Ägypten lernen die chinesischen Freiheitskämpfer

 

Zu Liu Xiaobos Kritikern gehören  Liu Binyan (1925-2005), Wang Ruowang (1918-2001) und Fang Lizhi, die wegen ihrer wahren Worte 1987 von dem Diktator Deng Xiaoping persönlich aus der KP Chinas ausgeschlossen worden sind.

 

Alle drei sind nach dem Massaker 1989 verfolgt worden und mussten ins Exil gehen.

 

Die scharfen Kritiken an Liu Xiaobo von den beiden Verstorbenen sind nach der Bekanntgabe des Friedensnobelpreis 2010 im Internet verbreitet. Leider nur auf Chinesisch.

 

Beide hielten Liu für einen politischen Opportunisten, der im Sinne der KP Chinas die Demokratiebewegung anschwärzt und sabotiert, nachdem  Liu Xiaobo  seine Autobiographie „Monolog eines Überlebenden der Endzeit“ (1992 ) usw. veröffentlicht hatte.

 

Eine Kostprobe aus der Autobiographie lautet:

„Ich verachte Menschenmassen, betrachte die Gesellschaft als Mob, verehre die persönliche Kreativität des Genies, mein Lebensziel ist zu sehen, ob ein einsames Genie mit Kreativität stärker ist als das gemeine Volk“.

 

Fang Lizhi hat am 11. Oktober 2010 auf Englisch  „Liu Xiaobo and Illusions About China“

veröffentlicht.

http://www.nytimes.com/2010/10/12/opinion/12iht-edfang.html

 

Am 13. Oktober ist die deutsche Version als Gastkommentar unter der Überschrift „Wohlstand allein bringt China keine Demokratie“  erschienen.

 

http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/friedensnobelpreis-wohlstand-allein-bringt-china-keine-demokratie;2671832

 

Die wahre Meinung von Fang Lizhi über Liu Xiaobo ist erst nach der Preisverleihung auf  Chinesisch erschienen.

 

Liu hat Fang ohne Anmeldung besucht, sein Buch geklaut und ihn dann in einem Interview beschimpft.

 

Unter den Kritikern, die  Liu Xiaobo persönlich gut kennen, sind unter anderem Chen Maiping

 

http://www.epochtimes.de/articles/2010/12/10/651878.html

 

und Bei Ling

 

 

http://www.dw-world.de/dw/article/0,,6315671,00.html